HOME

Günstige Angebote aus Fernost: Schnäppchen oder Schund? Was bringt es, in chinesischen Online-Shops einzukaufen?

Ob Saugroboter, Tablet, ActionCam, Schmuck oder Abendkleid - in chinesischen Online-Shops gibt es eigentlich alles. Und das zu einem Bruchteil des hiesigen Marktpreises. Bringt es aber wirklich Vorteile, solche Sachen in China zu bestellen? Diese Familie hat es für stern TV ausprobiert.

Zwei Drittel aller Deutschen hoppen regelmäßig im Internet - und auch ausländische Online-Shops sind für viele keine Hürde mehr. Immer beliebter werden derzeit Shops, die speziell Ware aus China anbieten, wie GearBest, AliExpress oder Wish. Die Angebotspalette ist schier unerschöpflich, vieles kostet nur einen Bruchteil des hiesigen Marktpreises und wird noch dazu versandkostenfrei verschickt. Ein neuer Schnäppchenmarkt also? 

stern TV wollte wissen, ob sich das Bestellen in China-Shops am Ende wirklich lohnt und was die Sachen dann überhaupt taugen. Familie Scholten aus Neuss hat es für uns ausprobiert und sechs Artikel aus fünf verschiedenen Shops direkt aus China bestellt. Die 17-jährige Jaqueline suchte sich ein langes Abendkleid für ihren Abiball nächstes Jahr auf der Plattform Wish.com aus. das Portal ist vergleichbar mit Amazon, die meisten waren allerdings "Made in China". Manche Kleider dort kosteten nur 19 Euro. "Da fragt man sich schon, ob die Qualität für 19 Euro auch okay ist." Dazu gab es für Jaqueline noch passende Schuhe – angeblich von 287 auf 35 Euro reduziert. "Wenn die Sachen so ankommen, wie wir das gesehen haben und auch für das Geld, dann hat man wirklich ein Schnäppchen gemacht", so Mutter Charlotte Scholten.

Vater Stefan Scholten interessiert sich mehr für Technik und bestellte einen Saugroboter im Onlineshop Aliexpress für 165,49 Euro – Versand gratis. Das deutsche vergleichbare Markenprodukt kostet 749 Euro. Noch dazu gab der chinesische Online-Shop umfangreiche Garantien wie vollständige oder teilweise Rückerstattung. "Die Seite war sehr vertrauenswürdig, erstens durch die Übersetzung auf Deutsch und zweitens hat die Bestellung einwandfrei funktioniert", so Stefan Scholten.

Mutter Charlotte bestellte im Internetshop DealExtreme ein Mi Pad 2 von Xiaomi, ein Tablet für 217,46 Euro inklusive Versand. Das vergleichbare iPad Mini 4 kostet 479 Euro. Die Söhne Dominik und Guiliano sollten Kopfhörer bekommen. Auf Banggood fanden sie In-Ear-Kopfhörer von Rock Zirkon für umgerechnet 15,78 Euro mit Versand. Dazu gab es noch eine ActionCam von Gearbest, um ihre Parcours-Fortschritte dokumentieren zu können für knapp 50 Euro mit Versand. Ronald Eikenberg vom Computermagazin c't hat für diese Preise eine Erklärung, da sich seine Redaktion kürzlich  mit den China-Shops auseinandergesetzt hat: "Die Produkte sind da so günstig, weil viele Kosten einfach gar nicht anfallen, die beim regulären Vertrieb hierzulande anfallen würden. Zum Beispiel Werbung oder Service, was der Kunde im Normalfall mitbezahlt."

Preis-Leistungs-Verhältnis sehr unterschiedlich

Für die Scholtens hieß es erstmal: warten, warten, warten. Die China-Bestellungen sollten bis zu 23 Tage benötigen, bis sie ankommen. Die ersten Pakete kamen aber schon nach acht Tagen, die letzte Lieferung mit den Schuhen brauchte 17 Tage. Doch schon die Verpackung von Kleid und Schuhen brachte die erste Skepsis. Und dann? "Es ist sehr leicht für ein Abiballkleid. Und die Stickereien sind auch nicht wie erwartet. Ich habe mir das irgendwie hochwertiger vorgestellt. So sah es im Internet auf jeden Fall aus", sagt Tochter Jaqueline. Die Schuhe machten zwar einen guten Eindruck, rochen aber stark nach Plastik – und das Material überzeugte nicht. "Es war eigentlich zu erwarten. Denn für 19 Euro kann man ja nicht viel verlangen, vor allem kein Abikleid." Wie sieht es mit der Rückgabe aus? "Wenn mir ein Produkt nicht gefällt, kann ich es zurückschicken, wie auch bei den deutschen Händlern. Allerdings lohnt es sich in vielen Fällen nicht", sagt Ronald Eikenberg. Die Kosten für einen Rückversand müssen die Kunden meist selbst übernehmen: Ein Päckchen per DHL nach China kostet 16 Euro.

Die Jungs waren mit ihren Produkten weitgehend zufrieden. Die Kopfhörer waren zum Glück selbsterklärend, denn die Gebrauchsanweisung war komplett chinesisch. Die ActionCam aus China war ebenfalls schnell einsatzbereit – und kam für knapp 50 Euro mit allerlei Zubehör und einem integrierten Display daher. das heimliche Highlight der Scholtens: Der Saugroboter aus Fernost, in zartem Rosa! "Da ist sehr viel Zubehör dabei, auch Ersatzteile. Man muss sagen: Der Umfang ist super, sehr positiv", freut sich Stefan Scholten. Da das Gerät über 150 Euro kostete, fielen allerdings noch 45,52 Euro an Zollgebühren zusätzlich an. Trotzdem sagt Vater Scholten: "Dafür kriegt man sowas in Deutschland nicht."

Größte Hürde: Zoll

Alle Waren mit einem Rechnungswert (Warenwert plus Versandkosten) unter 22 Euro sind in Deutschland zoll- und steuerfrei, wie bei dem Kleid und den Kopfhörern im Test. Für Rechnungswerte zwischen 22 und 150 Euro – wie bei den Schuhen und der ActionCam – wird eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent berechnet. Im stern TV-Testkauf von Familie Scholten wurde die Steuer allerdings gar nicht verlangt, weil die Pakete einfach zugestellt wurden. Alles, was in Summe mehr als 150 Euro kostet (Tablet und Saugroboter) kommt zu der Steuer noch eine Zollgebühr hinzu, die je nach Produktart unterschiedlich hoch ist.

Die meisten internationalen Pakete landen im regionalen im Zollamt – in Köln-Wahn sind es täglich bis zu 150. "China hat ganz groß ausgebaut, und das merken wir hier bei der Paketabfertigung natürlich auch", sagt Juliane Jordan vom Zollamt Köln-Wahn. "Ich würde sagen, dass die Hälfte aller Sendungen aus China kommt." Beim Zollamt wird auch darauf geachtet, ob die Waren überhaupt eingeführt werden dürfen. Ein Kriterium ist beispielsweise das CE-Zeichen, eine europäische Norm für geprüfte Sicherheit. Fehlt die Kennzeichnung, werden die Pakete vernichtet, oder müssen zurückgeschickt werden.

Unser Saugroboter hatte das CE-Zeichen und kam an, das Tablet für Charlotte Scholten hingegen lässt bis heute auf sich warten. Auf Nachfrage beim chinesischen Versand hieß es, das Paket sei verschickt worden. DHL bestätigte den Empfang, allerdings ist es noch immer verschollen. Die Chinesen sind also nicht schuld, dafür aber kulant und versprachen den Scholtens, bei andauerndem Verlust die 217,46 Euro zurückzuerstatten. 


Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.