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Sicherheitslücke in Prozessoren-Chips: Der Weg zu Ihrem Sicherheitsupdate

Von der Schwachstelle sind Milliarden Geräte betroffen, nämlich weltweit alle, die einen der gängigen Chips von Intel, AMD und mit Arm-Technologie verbaut haben. Kurzum: fast alle Computer, Smartphones, Tablets & Co. Schritt-für-Schritt: So sichern Sie Ihr Gerät jetzt ab.

Die von IT-Forschern entdeckten Schwachstellen betreffen den Prozessor des Elektronikgerätes, also das Herzstück, wo die Rechenleistung stattfindet. Es hat sich heraus gestellt, dass das Verfahren, das die Chips schneller machen soll, das Problem ist. Denn dabei werden eventuell erst später benötigte Informationen auf dem Rechner schon im Voraus abgerufen und bereitgestellt. Und genau die können abgegriffen werden, demnach auch sensible Daten wie Passwörter, Adressen, Logins oder Kontoinformationen.

Fast alle Elektronikgeräte mit einem verbauten Chip (Prozessor) brauchen jetzt ein , um die Lücke zu schließen. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Desktops, Tablets und Smartphones wieder sicher machen können:

Hilft ein Antiviren-Programm, um meine Daten zu schützen?

Ja und Nein. Antivirenprogramme schützen nicht vor allen Angriffsmethoden. Sie schützen nur gegen bekannte Virenprogramme, und Würmer. Es ist daher ratsam, ein aktuelles Antivirenprogramm zu haben. Die Prozessor-Schwachstelle wird aber noch von keinem Virus aktiv ausgenutzt, soweit bekannt ist, sondern könnte durch die beschriebenen Hackerangriffe ausgenutzt werden (s. Kasten unten). Das Antiviren-Programm selbst benötigt kein Update, allenfalls dasjenige, das sowieso jeweils zur Verfügung steht, um es aktuell zu halten.

Woran erkenne ich, ob für mein Gerät ein Update vorliegt?

Sobald ein Update für Ihr jeweiliges Betriebssystem vorliegt, wird Ihnen das in den Systemeinstellungen angezeigt. Wie Sie jeweils dorthin gelangen, sehen Sie hier:

Microsoft (Windows)

  • Klicken Sie im Startmenü auf Start, dann auf Alle Programme und anschließend auf Windows Update.

Microsoft hat ein Update für Windows 10 veröffentlicht. Für Windows 8 und Windows 7 sollen Updates folgen. Sofern sie nicht automatisch eingespielt werden, sollten Nutzer in den nächsten Tagen in der Systemsteuerung unter "Windows Update" schauen, ob bereits frische Software vorhanden ist. Grundsätzlich rät Microsoft, jedes neue Update sofort zu installieren. 

Android / Google Pixel

Laut Google sind Android-Geräte und das Pixel-Smartphone durch das jüngste Update (05.01.2018) gegen die Sicherheitslücke geschützt.
Hier finden Sie eine Liste aller Google-Geräte und -Dienste und deren Update-Status.

  • Android: Klicken Sie auf Einstellungen, dann auf Software-Update. Das Smartphone zeigt dort alle verfügbaren Updates an.
  • Google Pixel: Klicken Sie auf Einstellungen, dann auf System und auf Systemupdates. Dort finden Sie die Option Auf Updates überprüfen.
  • Andere (z.B. Samsung Galaxy): Dort finden Sie unter Einstellungen den Punkt Info zu Gerät und dann Software-Update.

macOS (Mac)

Die neueste Version von macOS ist 10.13.2, mit der laut die Gefahr durch die Sicherheitslücke bereits vermindert wurde. Ein weiteres Update soll folgen.

  • Klicken Sie auf den App Store, dann auf Updates, schauen Sie nach der aktuellen Softwareaktualisierung 10.13.2. und installieren Sie sie.
  • Wenn Sie OS X Snow Leopard oder Lion verwenden, erhalten Sie die OS X-Updates, indem Sie im Apfel-Menü ("Apple") die Option Softwareaktualisierung wählen.

Bei allen anderen Versionen sollten Sie nach verfügbaren Updates Ausschau halten und installieren, sobald sie verfügbar sind. Dies kann unter Umständen noch ein paar Tage dauern. Wie Sie Updates auf Ihrem Mac installieren, lesen Sie auch hier noch einmal.

iOS (iPhone, iPad, iPod)

Das Gleiche gilt für iPhones, iPads und iPod touch, wobei mit der Version 11.2 die Gefahren durch die Sicherheitslücke schon gemildert sein sollen. Die Version 11.2.2 enthält laut Apple ein Sicherheitsupdate und werde allen Benutzern empfohlen. 

  • Öffnen Sie die App Einstellungen, dann Allgemein, anschließend Softwareaktualisierung. Die neue Version sollte Ihnen dort angezeigt werden.

Weitere Informationen zu den neuesten Software- und Sicherheitsupdates finden Sie hier.

Laut Apple ist die AppleWatch nicht betroffen.

Linux

Linux-Systeme sollen in den vergangenen Wochen schon erste Updates erhalten haben, die die Sicherheit erhöhen. Weitere sollen folgen.


Muss ich auch alle Programme und Browser auf meinem Gerät aktualisieren?

Nein, nicht alle. Bei einzelnen Browsern und vor allem Cloud-Diensten ist das aber sinnvoll. Denn: Der Fehler im Prozessor lässt zwei Angriffsmöglichkeiten zu, von denen eine über den Browser agiert. Die großen Browser-Anbieter Google Chrome, Firefox und Microsoft haben deshalb schon Updates bereitgestellt, die das Ausnutzen der Lücke verhindern. Prüfen Sie ebenfalls über die Einstellungen oder den App Store, ob Updates verfügbar sind und installieren Sie sie!
Grundsätzlich ist es empfehlenswert, stets alle Programme und Anwendungen (Apps) auf dem neuesten Stand halten. Die meisten Updates bringen zwar keine neuen Funktionen, sie schließen aber Sicherheitslücken und Programmfehler. Das erhöht den Schutz Ihres Gerätes.