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Vierlings-Mutter: Diese Frau bekommt eineiige Zwillinge im Doppelpack

Das erste kleine Wunder war für Lorena Acker, dass sie tatsächlich wieder schwanger geworden ist. Das zweite und wesentlich größere Wunder: Es werden Vierlinge! Auf ganz natürlichem Wege haben sich in Lorenas Bauch zwei Mal eineiige Zwillinge entwickelt. Das gibt es nur alle 650.000 Geburten.

Bester Dinge: Lorena Acker (31) kurz vor der Entbindung ihrer Vierlinge.

Bester Dinge: Lorena Acker (31) kurz vor der Entbindung ihrer Vierlinge.

Anderthalb Meter Bauchumfang – Lorena Acker konnte es selbst kaum glauben. Doch Ende Oktober zeigte das Maßband tatsächlich dieses Messergebnis. Die 31-Jährige aus Clausen bei Pirmasens hat Vierlinge ausgetragen. Dabei hatte sie eigentlich schon nicht mehr daran geglaubt, eine natürliche und gesunde Schwangerschaft zu erleben.

Nach der Geburt ihrer ersten Tochter musste Lorena Acker einen traurigen Schicksalsschlag verarbeiten, denn ihr zweites Kind, Söhnchen Luca, starb sechs Wochen vor der Geburt. "Sein Herz hatte einfach aufgehört zu schlagen", erzählt Lorena. Sie musste das tote Kind gebären; für die junge Frau ein traumatisches Erlebnis, das lange nachwirkte. "Das war sehr schwer für mich. Ich bin jedem Kinderwagen aus dem Weg gegangen, konnte gar nicht da reingucken." Lange Zeit konnte sich Lorena kein weiteres Kind vorstellen: "Ich habe immer gedacht, ich habe ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Jeder geht mit soetwas anders um." Bis heute zählt die 31-Jährige ihren Luca zur Familie.

"Anfangs waren wir wie gelähmt"

Mit ihrem neuen Lebenspartner Torsten wollte Lorena es schließlich noch einmal versuchen. Und dann passierte das Unglaubliche: Sie wurde tatsächlich noch einmal schwanger, ohne Hormone oder eine künstliche Befruchtung. Nach nur zwei Monaten erfuhr sie beim Ultraschall noch dazu, dass sie nicht nur ein Kind bekommt, sondern wohl gleich drei. "Irgendwie waren wir erstmal wie gelähmt. Und beim nächsten Arztbesuch eine Woche später waren es plötzlich vier! Und dann war man wieder gelähmt."

Anderthalb Meter Umfang: In Lorena Ackers Bauch wachsen gleich vier Babys heran! 

Anderthalb Meter Umfang: In Lorena Ackers Bauch wachsen gleich vier Babys heran! 

In Lorenas Gebärmutter hatten sich zwei Eizellen eingenistet – und anschließend beide nochmals geteilt. Das Ergebnis: eineiige Zwillinge im Doppelpack! Eine absolute Seltenheit. Generell liegt die Wahrscheinlichkeit für eine natürlich empfangene Schwangerschaft, bei der sich Vierlinge entwickeln, bei nur 1:650.000. Für Lorena problematisch: Vierlinge sind medizinisch eingeordnet eine Risiko-Schwangerschaft. Die Gefahr für Fehlbildungen oder Frühgeburten ist extrem hoch. "Bis wir uns dann mit dem Gedanken anfreunden konnten, hat es schon eine Zeit gedauert. Aber mittlerweile kann ich sagen, dass ich stolz bin", sagt die vierfache Mutter. Sie habe große Angst vor dieser Schwangerschaft gehabt, vor der Verantwortung, wusste nicht, wie sie den Betreuungsaufwand für vier Babys bewältigen soll. Doch die Zuversicht wuchs – und auch die Freude. In dem 1.500-Einwohner-Örtchen Clausen bei Pirmasens hatte sich der anstehende Kindersegen zudem schnell herumgesprochen und Freunde, Nachbarn und auch entfernte Verwandte sagten ihre Unterstützung zu.

Im Minutentakt: Junge, Mädchen, Junge, Mädchen

Die Schwangerschaft verlief problemlos; die werdende Vierlings-Mutter hielt ganze 32 Wochen und drei Tage durch. Nur eine Woche vor der geplanten Geburt kam Lorena Acker stationär ins Krankenhaus. Und am 12. November war es dann soweit. Früh morgens beschlossen die Ärzte: Heute sollen die Kinder geholt werden. Lorena hatte Wehen, die sich auch durch Wehenhemmer nicht mehr unterdrücken ließen.

Lorena Acker wollte die Geburt bei Bewusstsein erleben, weshalb sie lediglich mit einer Rückenmarksnarkose betäubt wurde. Ihr Partner Torsten durfte sie während des Kaiserschnitts begleiten und miterleben, wie die Babys im Minutentakt geholt wurden: Zuerst kam Jonah, der Kleinste, der ganz unten lag. Dann folgte Liah, ein Mädchen. Danach Luan und zuletzt die kleine Malea.

Die überglücklichen Eltern bekamen die vier Neugeborenen über dem Operationstuch gezeigt, bevor die Kinder von den bereitstehenden Neonatologen übernommen und versorgt wurden. Immerhin: Alle Kinder können selbständig atmen und bekommen lediglich eine kleine Sauerstoffzufuhr als Atemunterstützung. Die ersten 72 Stunden sind  noch kritisch für die Frühchen, doch auf der Neugeborenen-Intensivstation sind sie gut aufgehoben. Lorena Acker ist noch am selben Tag im Rollstuhl zu ihren Kindern gefahren und hat ihre Vierlinge bewundert.

Mittlerweile sind alle vier Babys stabil und die stolzen Vierlingseltern dürfen sogar schon mit ihnen kuscheln.

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