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Zwei Kinder in einem Jahr: "Plötzlich wieder schwanger" Wie diese Frauen mit ihrer Blitzschwangerschaft umgehen

Mit dieser Schlagzeile entbrannte eine Debatte: Sila Sahin-Radlinger ist gut zwei Monate nach der Geburt ihres Sohnes wieder schwanger geworden. Unverantwortlich, riskant oder durchaus nicht selten? stern TV hat mit ihr und anderen Müttern über diese Erfahrung gesprochen.

Wieder schwanger im 5. Monat: Sila Sahin-Radlinger im Interview mit stern TV.

Wieder schwanger im 5. Monat: Sila Sahin-Radlinger im Interview mit stern TV.

Die ehemalige "Gute Zeiten, schlechte Zeiten"-Schauspierin und Frau von Fußballtorwart Samuel Sahin-Radlinger brachte erst vergangenen Sommer einen Sohn zur Welt. Jetzt ist Sila Sahin-Radlinger erneut schwanger – bereits im fünften Monat. Das bedeutet: Schon beim ersten Eisprung nach der Geburt des kleinen Elija hatte sie wieder eine Empfängnis. Auch für die Eltern eine Überraschung, wie sie Sila Sahin-Radlinger stern TV sagt: "Ich war selbst sehr überrascht", so die 33-Jährige. "Ich habe mir erst gestern vom Arzt noch mal erklären lassen, wie das überhaupt zustande kommen kann, weil ich es echt nicht gemerkt und auch nicht verstanden habe, wie man so schnell schwanger werden kann, wenn man stillt. Ich habe ja bis Oktober noch gestillt." Ihr Körper habe auch gar keine Anzeichen einer Schwangerschaft gezeigt. Einzig dass ihr Bäuchlein nach der Geburt nicht wegzukriegen war, habe sie stutzig gemacht. Vor zwei Wochen habe ihr Arzt dann festgestellt: Sie erwartet schon wieder ein Baby.

Der kleine Elija ist erst sechs Monate alt und wird damit maximal elf Monate älter sein, als das kommende Geschwisterchen. Auch viele Fans der Schauspielerin sind überrascht über die Blitz-Schwangerschaft und fragen sich genau wie sie: Ist das nicht unnormal? Kann das auf natürlichem Wege überhaupt gehen? Gynäkologin Dr. Nicola Storck erklärt einen verbreiteten Irrtum: "Die Frauen glauben, dass sie nicht schwanger werden können, weil sie keine Periode haben. Aber es ist andersherum: Erst kommt wieder ein Eisprung, dann die Periode."Aber wie kommt der weibliche Körper damit zurecht? Welche Risiken können auftreten, wenn eine Frau kurz nach der Geburt schnell wieder schwanger wird? "Eine Schwangerschaft ist schon eine Belastung – sowohl  körperlich, als auch emotional", so die Frauenärztin. "Das Risiko ist eben, dass der Körper auch überfordert ist, dass auch der Gebärmutterhals nicht hält. Und ein häufiges Risiko ist die Frühgeburtlichkeit in der nächsten Schwangerschaft. Gerade nach einem Kaiserschnitt sollte man nicht direkt wieder schwanger werden, weil die Gefahr doch relativ groß ist, dass die Narbe an der Gebärmutter reißt. Also gerade da empfiehlt man, auf jeden Fall ein Jahr zu warten."

stern TV hat ausgerechnet, wie die zweite Schwangerschaft von Sila Sahin-Radlinger zustande gekommen ist: Am 18. Juli 2018 kommt Söhnchen Elija zur Welt. Bis September liegt die Mutter im Wochenbett und stillt durchgängig. Dann füttert sie zu. Dadurch kann schon Anfang Oktober der erste Eisprung stattfinden. Und dabei könnte es – nach knapp zweieinhalb Monaten - auch schon wieder passiert sein. Die Periode bleibt also weiter aus.

stern TV hat ausgerechnet, wie die zweite Schwangerschaft von Sila Sahin-Radlinger zustande gekommen ist: Am 18. Juli 2018 kommt Söhnchen Elija zur Welt. Bis September liegt die Mutter im Wochenbett und stillt durchgängig. Dann füttert sie zu. Dadurch kann schon Anfang Oktober der erste Eisprung stattfinden. Und dabei könnte es – nach knapp zweieinhalb Monaten - auch schon wieder passiert sein. Die Periode bleibt also weiter aus.

Schwierigkeiten die zweite Schwangerschaft zu akzeptieren

Obwohl Sila Sahin-Radlinger ihren Elija auf natürlichem Weg zur Welt brachte und sie kerngesund ist – eine so schnelle zweite Schwangerschaft? Das wurde auch auf der stern TV-Facebookseite diskutiert. Darunter auch Zuschauerinnen, die ihre Kinder mit ähnlich geringem Abstand bekommen haben, wie etwa Nadine Kleiner. Für sie sei die Nachricht von der zweiten Schwangerschaft ein echter Schock gewesen: die psychische Belastung, die Finanzen. Heute ist die 25-Jährige Mutter von zwei gesunden Töchtern mit 1 und 2 Jahren. Das Geburtsdatum ihrer Kinder liegt aber nur 362 Tage auseinander. 

Nadine Kleiner hatte vor ihrer ersten Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Als sie erneut schwanger wurde, waren sie und ihr Freund überglücklich. Nachdem sie ihre Tochter Lea zur Welt gebracht hatte, sie das Thema Schwangerschaft für sie eigentlich erstmal vorbei gewesen, sagt die 25-Jährige: "Ich war danach immer noch schnell reizbar, das kannte ich eigentlich nur in meiner Schwangerschaft." Auch körperlich habe sie bemerkt, dass etwas nicht stimmt: Erst kam die Periode, dann schon wieder nicht mehr. Der Schwangerschaftstest fiel positiv aus: "Ich dachte, der Test ist falsch. Ich wollte direkt noch einen machen. Ich wusste in dem Moment nicht, wie ich das schaffen soll, wie ich es meinem Partner sagen soll und wie es generell weiter läuft. Ich war sehr geschockt."

Die Situation war für die junge Familie extrem belastend. Nadine Kleiner und ihr Freund stritten häufig, bei ihr machten sich Versagensängste breit. Es sei so schlimm gewesen, dass sie sogar eine Abtreibung in Erwägung zog. "Die neun Monate waren schlimm für mich. Ich konnte irgendwie gar keine Bindung zu dem zweiten Kind aufbauen. Ich hatte richtig Schwierigkeiten diese Schwangerschaft zu akzeptieren." Doch die Hotelfachfrau entschied sich für ihr zweites Kind – und hat gelernt mit der Situation umzugehen. "Ich hatte zuerst Angst vor dem Alltag: wie man zwei Kinder gleichzeitig füttert, gleichzeitig wickelt, wie man mit zwei Kindern zu einem Arzttermin gehen soll, wie man das alles bewältigt. Aber diese Ängste waren komplett unbegründet", sagt Nadine Kleiner. Mit ihren zwei Töchtern ist die Familie heute überglücklich. Die 25-Jährige hat alles im Griff und kann sich kein anderes Leben mehr vorstellen. Es sei wunderschön, die beiden zusammen aufwachsen zu sehen. "Das hätte ich mir damals nicht erträumen können."

"Ich hatte zum zweiten Kind anfangs ein Bindungsproblem" 

Live in der Sendung hat Steffen Hallaschka mit Nadine Kleiner, Sila Sahin-Radlinger und ihrem behandelnden Gynäkologen Dr. Meyer-Wilmes darüber gesprochen, wie der weibliche Körper nach der Geburt auf eine erneute Schwangerschaft reagiert - und was eine Blietzschwangerschaft für Frauen bedeutet.

stern TV-Studiogespräch vom 13.02.2019: Frühe Schwangerschaft nach einer Geburt: "Ich hatte zum zweiten Kind anfangs ein Bindungsproblem"

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