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Bad Iburg: Skandal um Tierquälerei: Rinderschlachthof wird nach Bericht von stern TV stillgelegt

Die erschütternden Bilder, die stern TV vergangene Woche aus einem Rinderschlachthof in Niedersachsen zeigte, gehören ab jetzt der Vergangenheit an: Der Betrieb in Bad Iburg wurde letzte Woche vom Landkreis Osnabrück dauerhaft stillgelegt.

Aufnahmen der versteckten Kameras von Soko Tierschutz e.V. zeigen unter anderem, wie die Tiere mit Seilwinden vom Transporter gezogen werden.

Aufnahmen der versteckten Kameras von Soko Tierschutz e.V. zeigen unter anderem, wie die Tiere mit Seilwinden vom Transporter gezogen werden.

Die Aufnahmen aus dem stern TV von vergangener Woche stammen von dem Verein Soko Tierschutz, der im August und September fast fünf Wochen lang mit versteckten Kameras unfassbare Zustände dokumentierte: Kühe, die nicht mehr selbständig laufen können, wurden bei vollem Bewusstsein an Seilwinden vom Transporter gezogen. Kälber wurden an den Beinen von den Ladeflächen meterweit geworfen. Lahmende Rinder wurden mit Elektroschockern und Schlägen malträtiert. Die Vorgänge wiederholten sich immer wieder. Allein eine einzelne Kamera nahm auf, wie in dem Zeitraum 71 Milchkühe gezogen oder geschleift wurden – und dabei scheinbar noch bei Bewusstsein waren. Sowohl die Fahrer der Transporter, als auch die Mitarbeiter und der Verantwortliche des Betriebs haben dabei mitgemacht. Die Aufnahmen zeigen auch, dass selbst eine Kontrolleurin gleich daneben steht, während eine Kuh am Seil befestigt wird.

"Dass dieser Fall überhaupt aufgedeckt wurde, haben die Bildmaterialien ermöglicht"

In dem betreffenden Schlachthof kamen laut Soko Tierschutz bis dato wöchentlich bis zu 150 Tiere an. Wie viele in der Vergangenheit in ihreren letzten Lebensstunden unter derartigen Qualen leiden mussten und wie viele Verstöße gegen dieTierschutzschlachtverordnung dort begagen wurden, lässt sich nur vermuten. Das Veterinäramt des Landkreises Osnabrück teilt stern TV inzwischen mit, dass gegen den Besitzer und zwei Tierärzte ermittelt wird. "Nachdem wir diese Bildsequenzen erhalten haben und einsehen konnten, haben wir dann entschieden, das Personal bis auf Weiteres nicht mehr einzusetzen", so Dr. Jörg Fritzemeier, Leiter des Veterinäramts Osnabrück. "Wir haben die Schlachtung und das in den Verkehr bringen von Fleisch jetzt auf Dauer untersagt. Den Anstoß dafür, dass dieser Fall überhaupt aufgedeckt wurde, haben die Videomaterialien gegeben, die stern TV uns gezeigt hat."