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Fotos für den guten Zweck: So unglaublich verwandelt dieses Projekt unseren Blick auf Obdachlose

Designer, Manager, Pilot, Sommelier: Die Rollen passen einfach perfekt zu diesen Menschen. Und doch haben sie alle eines gemeinsam: Sie sind eigentlich obdachlos, leben seit Jahren auf der Straße. Dieses einzigartige Fotoprojekt ändert unsere und ihre eigene Perspektive.

Hartmut Bauer wechselt von seiner Rolle als Obdachloser in die eines Dirigenten.

Hartmut Bauer wechselt von seiner Rolle als Obdachloser in die eines Dirigenten.

Stilvolle Kleidung, eine aufwendige Frisur, edles Make-up – aus Juliane Krählings Posen vor der Kamera in einer Hotellobby in Trier entstehen hochwertige Fotos. Für die 37-Jährige ist das eine kleine Auszeit aus ihrem eigentlichen Leben. Denn normalerweise lebt die Frau seit Jahren mit anderen Obdachlosen in einem Park. Dort spürt sie jeden Tag die Blicke der anderen Menschen: "Sie laufen an einem vorbei und sagen sich: 'Was ist das denn für eine?' So wird man immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Ich kann das nicht nachvollziehen. Ich bin auch ein Mensch."

Die gelernte Dachdeckerin musste wegen Krankheit aus dem Beruf ausscheiden. Mit der Arbeitslosigkeit kam die Abwärtsspirale. Günter Adam ging es ähnlich: Bis vor zwei Wochen schlief Günter Adam noch unter einem Baum. Der 57-Jährige lebt seit Jahren auf der Straße: "Ich habe mal ein ganz normales Leben geführt: vier Kinder, Arbeit, Wohnung, Auto – hab ich alles gehabt."

Für einen Tag zurück ins alte Leben

In dieses alte Leben kehren Günter Adam, Juliane Krähling und andere Obdachlose durch das Fotoprojekt "Repicturing Homeless" für einen Tag zurück. Professionell gestylt, frisiert und neu eingekleidet wird aus dem Arbeitslosen Günter Adam von der Straße binnen Minuten ein gepflegter Mittfünfziger im schicken Freizeit-Look. Er wird mit anderen Fotomodellen als Familienvater am Schachbrett in Szene gesetzt. "Für mich ist das wie eine Zeitreise", sagt der 57-Jährige sichtlich gerührt.

Die Teilnehmer werden alle in verschiedenen Rollen abgelichtet, von ihrem Alltag auf der Straße ist nichts mehr zu erkennen. Die entstandenen Fotos werden über die Bildagentur Getty Images verkauft, häufig nutzen Medien und die Werbung solche Bilder von beruflichen Tätigkeiten. Der Erlös geht direkt an die Obdachlosenhilfe der Caritas in Trier. "Wir wollen die Perspektive verändern, die Wahrnehmung von wohnungslosen Menschen verändern. Sie werden oft einseitig und negativ wahrgenommen, dabei sind sie Menschen wie du und ich und Wohnungslosigkeit kann jeden von uns treffen", erklärt Caritas-Direktor Dr. Bernd Kettern. Durch den Perspektivwechsel wolle man dazu beitragen, dass wohnungslose Menschen nicht mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden."

Juliane Krähling erlebt den Perspektivwechsel bereits, als sie in einer Suite geschminkt wird, denn direkt vor dem Fenster des Hotelzimmers kann sie einen ihrer ehemaligen Schlafplätze sehen. "Unter dem Schild habe ich vier Monate geschlafen. Und jeden Morgen ist die Kehrmaschine 20 Zentimeter neben meinem Kopf vorbeigefahren. Da habe ich mich entmenschlicht gefühlt."  

Am Tag des Fotoshootings werden die Obdachlosen plötzlich mit anderen Augen gesehen – für viele geht damit ein Wunsch in Erfüllung. Juliane Krähling wirkt wie ausgewechselt. "Ich hätte nie gedacht, dass so eine Verwandlung in so kurzer Zeit möglich ist. Ich bin stolz, so auszusehen." Die Teilnehmer haben dadurch nicht nur neues Selbstvertrauen gewonnen, sondern auch neuen Mut und den Ansporn, an diese Erfahrung anzuknüpfen, wie Günter Adam schildert: "Wie ich heute angezogen war, so habe ich früher einmal ausgesehen. Das hat in mir was bewegt: Dass ich wieder so werden will, wie ich früher war. Da glaube ich jetzt ganz fest dran."
 

Juliane Krähling: Einmal in ihrem echten Leben bei ihrem Stammplatz im Park, und einmal als elegante Frau in einer Hotellobby.

Juliane Krähling: Einmal in ihrem echten Leben bei ihrem Stammplatz im Park, und einmal als elegante Frau in einer Hotellobby.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.