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Heißer Sommer: Droht uns jetzt eine Wanzenplage?

Der diesjährige Sommer hat für viel Freude und Outdoor-Vergnügen gesorgt. Doch mittlerweile zeigt sich auch, welche Probleme Hitze und Trockenheit gebracht haben. Ein buchstäblich klitzekleines: die Stinkwanze. Denn jetzt wollen die ekligen Tiere massenweise in unseren Häusern und Wohnungen überwintern.

Wanzenplage in Deutschland: Stinkwanzen und auch Bettwanzen kommen durch kleinste Ritzen und Fensterspalten und breiten sich in unseren Wohnungen aus.

Wanzenplage in Deutschland: Stinkwanzen und auch Bettwanzen kommen durch kleinste Ritzen und Fensterspalten und breiten sich in unseren Wohnungen aus.

Solange der Sommer kein Ende findet, sind auch unsere Fenster noch recht häufig gekippt. Und schon kommen sie herein, die kleinen Krabbelviecher. Das warme Klima hat eine regelrechte Wanzenplage ausgelöst, warnen Experten. "Dieses Jahr gibt es etwa doppelt so viele Wanzen wie üblich", sagt Entomologe Carl Wurst vom NABU Baden-Württemberg. Manch einer hat es geradezu mit einer Invasion zu tun, wie Fotoeinsendungen unserer Zuschauer zeigen: Die Tiere belagern in ganz Deutschland Balkone, Terrassen und Wohnzimmer. Zu Dutzenden, manchmal Hunderten sitzen sie an Fenstern und Wänden. Sie purzeln aus Wischmops und Vorhängen, kriechen aus Rockfalten und Hosentaschen. Vor allem die marmorierte Baumwanze belagert aktuell die Häuser, da sie mehr Wärme braucht als die heimischen Verwandten. Während Stinkwanzen, wie die verschiedenen Baum- und Gartenwanzen,  zwar eklig aber völlig harmlos sind, können die deutlich kleineren  Bettwanzen durchaus stechen, Hautreaktionen und Allergien auslösen und sogar Krankheitserreger übertragen. Professionelle Schädlingsbekämpfer haben derzeit allerhand zu tun, vor allem im Kampf gegen Bettwanzen. Ein untrügliches Zeichen für Wanzenbefall seien die Kotspuren: Kleine schwarze Punkte auf Tapeten oder Bettrahmen.

Stinkwanzen machen ihrem Namen alle Ehre

Was also gegen den Wanzenbefall tun? Draufhauen sollte man tunlichst nicht, denn wenn sie sich bedroht fühlen, sondern die Baumwanzen ihr übel riechendes Sekret ab - der Grund für ihren Namen "Stinkwanze". In Staubsauger einsaugen kann den gleichen Effekt haben. Noch dazu stinkt anschließend der ganze Raum und man muss wieder lüften - ein Teufelskreis. 

Trotzdem könne man den Wanzen beikommen, sagt der Insektenexperte Carl Wurst.

Seine Tipps:

  • Fenster und Türen möglichst geschlossen halten, vor allem nachts - oder Fliegengitter einsetzen.
     
  • Einen dünnen Strumpf über die Staubsaugerdüse stülpen und die Tiere mit sanftem Sog ansaugen, Strumpf auf Links ziehen und draußen in etwas Entfernung ausschütteln.
     
  • Einzelne Wanzen auf ein Stück Papier krabbeln lassen und rausbringen. Falls nötig ein Glas zur Abdeckung dazu nehmen.
     
  • Bei starker Belagerung von draußen entsprechende Sprays für die Hauswand auftragen. Das hält Wanzen ab.
     
  • Wer es mit einer ganzen Invasion zu tun hat, sollte professionelle Schädlingsbekämpfer zur Hilfe holen. Herkömmliche Insektizide helfen kaum.
     
  • Bei Bettwanzen immer Beratung hinzuziehen, denn sie sind schwer auszurotten und meist mit der ganzen Verwandschaft eingezogen; sie verstecken sich in Matratzen und Ritzen. Da hilft oft nur das Auseinandermontieren der Möbel.

Steckbrief Bettwanze und Tipps vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband (PDF)
Steckbrief der Birkenwanze und Tipps vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband (PDF)