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stern tv - RTL: Mercedes S-Klasse: Panne bei Crash-Test

Panne bei Mercedes-Benz: Zusammenstoß bei einem Crash-Test mit der neuen S-Klasse. stern TV filmte die Karambolage.

Die neue S-Klasse wird mit Slogans wie "Unsere Vision: das unfallfreie Fahren" beworben. Das Bremssystem BAS plus / Distronic plus, das knapp 2700 Euro extra kostet, soll helfen, Auffahrunfälle zu vermeiden. Mit Hilfe von Radargeräten kann es Hindernisse rechtzeitig orten, wenn sie für den Fahrer in Dunkelheit oder Nebel noch nicht sichtbar sind.

Wie dieses Sicherheitssystem funktioniert, wollte Mercedes-Benz vergangene Woche einem stern TV-Kamerateam in einer Crash-Test-Halle demonstrieren. Doch die Aktion endete unerwartet in einem Zusammenstoß.

Der Test-Ablauf

Als Testfahrer stellte sich Michael Specht, Chefreporter der "Autobild", zur Verfügung. Mit einer Geschwindigkeit von 55 km/h fuhr er in einen künstlichen Nebel, in dem - nicht sichtbar - stehende Fahrzeuge einen Stau simulierten. Das Sicherheitssystem der S-Klasse sollte ein Alarmsignal geben, damit Specht rechtzeitig bremsen und einen Auffahrunfall vermeiden konnte.

Es kam anders: Specht bremste zwar, prallte aber mit der S-Klasse auf das Stauende. Hatte BAS plus / Distronic plus nicht rechtzeitig Alarm gegeben? Erklärung von Specht nach der Unfallfahrt: Das System habe funktioniert, nur habe er nicht schnell genug reagiert und ein wenig zu spät gebremst.

Brett auf dem Boden

Bei mehreren Wiederholungen des Versuchs mit einem anderen Fahrzeug klappte der Test: Die S-Klasse stoppte vor dem Stauende. Die Mikrophone von stern TV allerdings, die in dem Wagen installiert waren, hatten keinen Warnton aufgenommen. Dafür fingen die Kameras in der Halle ein anderes Detail ein: Auf dem Boden lag ein Brett. Specht bremste jedes Mal just in dem Moment, in dem er über dieses Brett fuhr.

Der Bitte des stern TV-Redakteurs, bei einer Fahrt mit im Wagen sitzen zu dürfen, wurde zunächst entsprochen, dann wurde die Anfrage plötzlich abgelehnt. Zuvor hatten die Mikrophone an Spechts Hemd ein Gespräch aufgenommen: Darin äußerte der Autobild-Reporter die Besorgnis, dass stern TV merken könne, dass es gar kein akustisches Signal gebe.

Störfaktor Metall

Im Studio bei Günther Jauch erklärte Ulrich Mellinghoff, Leiter Aktive Sicherheit bei DaimlerChrysler, den missglückten Sicherheitstest. Die Radargeräte des Bremssystems hätten lediglich in der Halle nicht einwandfrei funktioniert, weil im Boden und an den Wänden viel Metall enthalten sei. Nur in 40 Prozent der Fälle hätte das System Alarm gegeben. Daher hätte das Brett als zusätzliches "mechanisches" Bremssignal gedient, damit der Testfahrer nicht gefährdet würde.

Dass man stern TV nicht vorher eingeweiht hatte, bedauerte Mellinghoff. Er betonte aber, das System würde im Straßenverkehr einwandfrei funktionieren.

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