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stern tv - RTL: Neurodermitis: Hilft die neue Lichttherapie auch Kleinkindern?

Es kratzt, es juckt – und in vielen Fällen wissen die Eltern bald nicht mehr weiter: Neurodermitis, eine schlimme Diagnose gerade bei Kleinkindern. Wenn andere Therapien nicht anschlagen, hilft oft nur der Einsatz von Cortison.

Vor zwei Wochen berichtete stern TV erstmals über Erfolge einer neuen Lichttherapie. Nun wollen viele Eltern wissen: Hilft diese Behandlungsmethode auch bei Kleinkindern? Bei stern TV äußern sich Mediziner und Betroffene zu den Möglichkeiten der Lichttherapie.

Die wichtigsten Informationen

Wie die neuartige Lichttherapie funktioniert: In der Spalte links erhalten Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Auf der Homepage der OptoMed Lichtklinik von Dr. Wilkens finden Sie viele weitere Informationen über die Behandlungsmethode:
Internet: www.lichtklinik.de
E-Mail: info@lichtklinik.de
Telefon: 0211 - 61 85 218
Fax: 0800 -­ 67 866 33

Hier finden Sie den Bundesverband Neurodermitiskranker:
Internet: www.neurodermitis.net
E-Mail: info@neurodermitis.net
Telefon: 06742 - 87130
Fax: 06742 - 2795

Was ist Neurodermitis?

Die Krankheit entsteht im Knochenmark und ist eine sogenannte Systemerkrankung des ganzen Körpers. Die Haut ist der Endpunkt. Dort treten Ekzeme auf, die meisten Erkrankten leiden unter unerträglichem Juckreiz und kratzen sich die Stellen auf. Den Juckreiz lösen falsch programmierte Zellen aus, die aus dem Knochmark und anderen Immunorganen stammen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass Neurodermitis zumindest zum Teil genetisch disponiert ist; die Krankheit gilt als unheilbar, lediglich die Symptome können behandelt werden.

Wie funktioniert die Lichttherapie?

Die Behandlungsmethode beeinflusst das Knochenmark im Körperinneren: Das Licht trifft (nur) die entzündeten Zellen der Haut und tötet sie ab. Diese abgetöteten Zellen werden von den Fresszellen des Körpers zum Lymphknoten abtransportiert. Von dort erhält dann das Knochenmark das Signal, nicht mehr Neurodermitis auslösende Zellen zu produzieren. Der Nachschub aus dem Knochenmark kommt zum Erliegen, die Haut erholt sich und wird schließlich ganz gesund.

Gibt es Nebenwirkungen, ist die Behandlung schmerzhaft?

Nein, denn das Licht enthält keine ultraviolette Strahlung. Das Therapiegerät ist ein sogenannter Random-Laser, bei dem die Blauanteile 80-mal so intensiv sind wie im Sonnenlicht. Für die normalen, gesunden Zellen ist dieses Licht durchsichtig, es trifft nur die durch die Entzündung rot eingefärbten Zellen. Die Therapie ist vollkommen unschädlich. Außerdem ist die Behandlung mit keinerlei Schmerzen verbunden, lediglich ein leichtes Kribbeln tritt auf.

Wie lange dauert die Therapie, bis Erfolge eintreten?

Bei den meisten Patienten tritt eine deutliche Besserung nach zwei Wochen - acht Sitzungen - auf. Bei leichten Fällen kommt es nach drei bis vier Wochen zur Abheilung. Bei schweren Fällen kann es bis zu drei Monate dauern, in Einzelfällen noch länger. In der Regel muss die Behandlung nicht dauerhaft durchgeführt werden; ist die Haut einmal gesund, bleibt sie es. Nur in Einzelfällen muss die Therapie wiederholt werden.

Gegen welche anderen Krankheiten hilft die Behandlung noch?

Bei Schuppenflechte, Hand- und Fußekzemen, Psoriasis, Akne, krankhaftem Haarausfall und Sklerodermie wurden ebenfalls Erfolge verzeichnet. Nebenbei soll die Lichttherapie auch gegen Pilzbefall und Bakterien helfen.

Wie teuer ist die Therapie, übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Eine Sitzung kostet 130 Euro. Private Krankenkassen übernehmen die Behandlung gewöhnlich auf Antrag. Einige BKKs zahlen ebenfalls. Nur wenige gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten - und dann auch nur unter komplizierten Sonderregelungen.

In welchen Städten kann man sich behandeln lassen?

Eine Ganzkörperbehandlung ist zur Zeit nur in Düsseldorf in der OptoMed LichtKlinik von Dr. Jan Henrik Wilkens möglich. Dort steht das einzige dazu geeignete Gerät. Aber ab Mitte April wird es in Berlin und ab Mitte des Jahres in München weitere Geräte geben. Für die Behandlung von Kleinkindern zuhause ist ein kleines, mobiles Gerät entwickelt worden, das ausgeliehen werden kann.

Hand- und Fußekzeme können bereits in vielen Städten von Hamburg bis Zürich therapiert werden. Die genauen Standorte finden Sie hier: www.lichtklinik.de/standorte