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sternTV macht den Abhörtest: Lauschangriff im Zentrum der Macht

Aufgerüttelt durch den NSA-Skandal fragen sich viele Privatnutzer: Kann man überhaupt sicher telefonieren? Und wie schütze ich mein Schmartphone? sternTV klärt über wichtige Fragen auf.

Viele Politiker sind entsetzt, Bürger verunsichert: Schon seit mehr als zehn Jahren hört der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) offenbar das Handy von Angela Merkel ab. "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht, und zwar gegenüber niemandem, das gilt für jeden Bürger und jede Bürgerin Deutschlands", sagt die Bundeskanzlerin selbst.

Wahrscheinlich wurde sie von Spionen aus der unmittelbaren Nachbarschaft ausspioniert. Die US-Botschaft liegt ganz in der Nähe des Kanzleramtes. Für die Amerikaner ein vermeintlich idealer Standort, wie IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel sagt: "Eine räumliche Nähe zu dem Abhörobjekt macht deswegen Sinn, weil ich mit entsprechenden Richt-Funkantennen Daten abfangen und dann mit einem Rechner entschlüsseln könnte." Denn: Jedes Handy sendet schwach verschlüsselte Signale in alle Richtungen. Über eine Mobilfunkantenne werden diese Signale an eine Vermittlungsstelle weitergeleitet. Diese Stelle ortet, wo das Ziel-Handy eingebucht ist. Dann wird sekundenschnell die Verbindung aufgebaut. Experten können sich mit der richtigen Technik problemlos in fremde Gespräche hacken und Gesprächsprotokolle einsehen. "Man kann jedes Gespräch knacken. Es ist nur eine Frage der Zeit und des Geldes", sagen die IT-Forscher Linus Neumann und Luca Melette, die seit Jahren auf die Sicherheitslücken bei Mobilfunknetzen aufmerksam machen. Für einen Lauschangriff reichen vielfach ein Laptop mit einer kostenlosen Software aus dem Internet und ein paar alte Handys.

Kleiner Aufwand, kleiner Lauschangriff – großer Aufwand ...

sternTV hat eine solche Spionage-Station für rund 150 Euro ausprobiert – direkt zwischen Reichstag und Kanzleramt. Obwohl das Thema in aller Munde ist, fragt niemand, was die Reporter in ihrem Minibus machen. "Wir können hier alles abhören, quasi wie ein Radio laufen lassen", sagt Linus Neumann. Da das illegal ist, zeigen Testpersonen, was möglich ist: "Stehe hier vorm Bundestag." - "Bin schockiert", lautet die Mobilfunk-Unterhaltung der zwei Probanden. Zeitgleich zeichnet der Computer das Gespräch auf. Die Entschlüsselung dauert nur wenige Minuten. Beim SMS-Test dasselbe Ergebnis: Die von einer Testperson verschickte Kurznachricht taucht wenig später auf dem Computerdisplay auf. Mit geringem Aufwand hat sternTV einen kleinen Lauschangriff demonstriert. Da wundert es kaum, was mit etwas mehr Aufwand möglich ist. Und wenn die Bundeskanzlerin sich schon nicht gegen das Abhören von Telefonaten und das Mitlesen von SMS schützen kann, wie sicher sind dann unsere herkömmlichen Smartphones?

In Deutschland sei das Abhören allein staatlichen Behörden erlaubt, sagt Rechtsanwalt Udo Vetter. Für alle anderen gilt das Telekommunikationsgeheimnis. Für eine Telefonüberwachung sei allerdings schon ein strafrechtlicher Anfangsverdacht ausreichend. "Die gilt in begrenztem Umfang auch für die Strafvorbeugung", sagt Vetter. Provider wie Vodafone oder die Telekom seien verpflichtet, sogenannte Schnittstellen zu unterhalten und Ermittlungsbehörden damit zu unterstützen. Allerdings würde jeder, der abgehört wurde, davon erfahren: "Wenn der Ermittlungserfolg nicht mehr gefährdet ist, dann ist die Staatsanwaltschaft dazu verpflichtet, dem Besitzer mitzuteilen, dass sein Handy abgehört wurde. Auch für den Fall, dass sich keine Verdachtsmomente ergeben haben. Dies ist im Gesetz auch so geregelt", sagt Anwalt Udo Vetter.

Wer unbefugt Telefon- oder Skype-Gespräche mithört, mache sich dagegen strafbar. Denn dann wird die Vertraulichkeit des Wortes und des Telefongeheimnisses verletzt. Auch wer in fremder Leute Handys schnüffelt, würde sich genau genommen strafbar machen, sobald ein Passwort oder Code genau das verhindern sollte. "Wenn eine Zugangshürde überwunden wird, ist dies ein Fall für den Hackerparagraphen und kann mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden", sagt Vetter.

In früheren Tests hat sternTV bereits gezeigt, wie leicht Smartphones unter anderem über offene Wlan-Netze ausspioniert werden können. Einige Tipps, wie Sie Ihr Smartphone durch Einstellungen und bestimmte Apps gegen Angriffe von außen schützen können, hat TV hier für Sie zusammengestellt.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.