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sternTV-Bericht: Wie Greenpeace Geschäfte mit Lidl macht

Auslöser war die Berichterstattung über eine Greenpeace-Studie, in der Lidl am besten abgeschnitten hatte: Zuschauer wiesen stern TV auf eine möglicherweise besondere Geschäftsbeziehung zwischen dem Discounter und den Umweltschützern hin.

Von Sönke Wiese

Seit einem knappen Jahr hat Lidl das relativ teure Greenpeace-Magazin (4,90 Euro) im Sortiment. Zwar sind die Hefte offenbar echte Ladenhüter, trotzdem ist der Deal für die Umweltschützer ein lukratives Geschäft. Dabei gibt es noch mehr Merkwürdigkeiten, wie stern TV aufgedeckt hat.

Über die "schöne Auflagenausweitung" hat man sich sehr gefreut bei der Greenpeace Media GmbH, die das Magazin herausgibt. Seit dem Sommer 2006 legt der Discounter das Ökoblatt in seinen Läden aus - anfangs sogar direkt an den Kassen in speziellen Fächern auf Augenhöhe. "Für eine solch prominente Platzierung ihres Produkts würden Lidl-Lieferanten normalerweise fast alles tun - außer Mord", schrieb das Manager-Magazin. Greenpeace bekam den Platz gratis.

Und nicht nur das: Lidl bezieht die Zeitschrift direkt beim Verlag, nicht über einen Pressegrossisten. Das sonst übliche Rückgaberecht für nicht verkaufte Hefte gilt in diesem Fall nicht. Im Klartext: Die bei Lidl ausliegenden Exemplare hat Greenpeace bereits verkauft - an Lidl. Das dürften ein paar Hunderttausend Euro zusätzliche Einnahmen für den Verlag sein.

Hefte direkt für den Müll produziert

Wenn die Hefte die Kunden nicht interessieren, ist das das Problem des Discounters. Er muss sie an Mitarbeiter verschenken - oder entsorgen. Das geschieht offensichtlich mit dem Großteil der Auflage. Mehrere Angestellte des Discounters schätzten gegenüber stern TV, dass zwischen 80 und 98 Prozent nicht verkauft werden. So fanden auch Kamerateams in den Papiercontainern eines Lidl-Zentrallagers Hunderte der Hefte.

Ein Ökoblatt, das direkt für den Müll produziert wird? Jochen Schildt, Chefredakteur des Greenpeace- Magazins, sieht darin keinen Frevel: "Das Recyclen von Recyclingpapier als Sünde zu bezeichnen, geht mir ein bisschen weit."

Er freut sich über den "schönen" Auflagenrausch. Laut Manager-Magazin lieferte Greenpeace 2006 seit dem Sommer pro Ausgabe 150.000 Exemplare an Lidl - alle vom Discounter bezahlt. Das wäre mehr als die Hälfte der Gesamtauflage der Zeitschrift. Betrug die Druckauflage Anfang 2006 ca. 120.000 Stück, waren es im letzten Quartal des Jahres über 260.000 - ein bemerkenswerter Aufstieg.

Lidl nun Musterknabe in Greenpeace-Studien

Bemerkenswert finden kritische Köpfe auch den Aufstieg Lidls in den Pestizid-Studien der Umweltschützer. 2005 war der Discounter klares Schlusslicht: Kein anderer getesteter Supermarkt hatte mehr belastetes Obst und Gemüse im Sortiment. 2007 hat sich das Blatt komplett gewendet: Lidl geht als Vorbild aus der Pestizid-Untersuchung von Greenpeace hervor - mit dem am wenigsten verseuchten Obst und Gemüse. Auch stern TV berichtete darüber.

Nach den für Lidl katastrophalen Ergebnissen habe man sich zusammengesetzt, bestätigte Manfred Krautter von Greenpeace gegenüber Günther Jauch. Chefredakteur Jochen Schildt sagt, er sei damals auf Lidl zugegangen und habe vorgeschlagen, das Greenpeace-Magazin ins Sortiment aufzunehmen. Etwas Anrüchiges daran sieht er nicht.

Dagegen bezeichnete die links-alternative Taz, die unter ihren Lesern viele Umweltschützer hat, den Lidl-Coup als "modernen Ablasshandel". In einem Kommentar mahnte die Tageszeitung, dass die unabhängige Blattlinie des Greenpeace-Magazins nicht durch den Spezial-Deal gefährdet werden dürfe.

Sogar Lidl-Angestellte sind über gute Ergebnisse verwundert

Von einer Kooperation mit Lidl könne keine Rede sein, sagt Greenpeace-Sprecherin Svenja Koch. Die guten Ergebnisse Lidls in der letzten Studie führt die Umweltschutzorganisation auf die "Pestizidbremse" zurück, die der Discounter gezogen habe. Die Prüfung der Supermarkt-Proben jedenfalls würde unabhängig in einem Labor vorgenommen. In die Live-Sendung zu Günther Jauch wollte kein Vertreter von Greenpeace oder Lidl kommen.

Lidl-Mitarbeiter indes wundert selber der Aufstieg ihres Arbeitgebers in den Greenpeace-Studien. "Plötzlich sind wir supertoll", sagt eine Angestellte zu stern TV. "Warum haben wir jetzt das beste Obst? Wir haben unsere Zulieferer nicht gewechselt."

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.