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stern TV-Versicherungs-Check: So lassen sich mit neuen Policen hunderte Euro sparen

Für viele Autofahrer könnte sich ein Versicherungswechsel lohnen, wie stern TV im Versicherungscheck herausfand. Allein mit der Kfz-Versicherung lassen sich mehrere Hundert Euro sparen. Was eine kritische Prüfung aller Policen bringt, zeigt unser Experte.

Welcher Versicherungswechsel lohnt sich? Eine Aufstellung zeigt es.

Welcher Versicherungswechsel lohnt sich? Eine Aufstellung zeigt es.

Krankheit, Unfall, Reise, Hausrat, Gebäude, Zahnersatz, Auto, Handy, kaputte E-Geräte, Diebstahl … Die Deutschen sind für beinahe jeden Schaden und Problemfall versichert. Im Durchschnitt hat jeder Bundesbürger sechs Versicherungen abgeschlossen - und die meisten fühlen sich auch ganz wohl dabei. Die Policen werden sorgfältig abgeheftet, eine Einzugsermächtigung erteilt und dann kommen die Ordner meist jahrelang nicht mehr zum Vorschein. Dabei stecken in diesem Schatz zum Teil mehrere Hundert Euro, die man pro Jahr sparen könnte. Fast überall gäbe es noch etwas rauszuholen, sagt Versicherungsexperte Thorsten Rudnik: "Dass jemand optimal versichert ist, also die richtigen Verträge zu möglichst günstigen Konditionen hat, das findet man recht selten."

Deshalb hat stern TV gemeinsam mit Thorsten Rudnik mehrere Familien in Deutschland besucht und ihre Versicherungsverträge überprüft. "Dass da so viel bei rumkommt, da bin ich wirklich total positiv überrascht!", staunte Sascha Fingerhuth nach der Analyse. Er ist Kraftfahrer im öffentlichen Dienst, seine Frau Nicole ist Hausmeisterin im Rathaus Bonn. Das Paar hat zwei Kinder im Alter von 15 und 18 Jahren. Das Thema Versicherungsoptimierung war bei der Familie immer mal im Gespräch, doch aus Bequemlichkeit habe man bisher keine Alternativen geprüft, sagt Sascha Fingerhuth, der mit seiner Frau seit 22 Jahren denselben Versicherungsvertreter hat. "Das verstehe ich", sagt Rudnik. "Aber Sie müssen sich überlegen, wie viel Ihnen diese Bequemlichkeit wert ist."

Sparpotenzial von knapp 700 Euro

Eine erste Durchsicht zeigt, dass die Fingerhuths gut versichert sind, doch eine der wichtigsten Versicherungen fehlt: Die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie und eine Risikolebensversicherung seien gerade für einen Familienvater unverzichtbar, so Thorsten Rudnik. Für verzichtbar hielt er dagegen die Rechtsschutz-, Krankenzusatz- und eine Lebensversicherung der Fingerhuths. "Die meisten Versicherungen, die die Deutschen haben, sind Lebensversicherungen. Das sind nicht die richtigen Verträge. Bei Versicherungen geht es erstmal um die Absicherung von Risiken – also Haftpflicht, Hausrat, Gebäude. Aber vor allem auch um die Absicherung der eigene Arbeitskraft. Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung, das sind wichtige Verträge. Gerade diese besten in vielen Haushalten aber nicht", erklärt der Versicherungsexperte.

Thorsten Rudnik war bis vor drei Jahren im Vorstand beim Bund der Versicherten und arbeitet jetzt für die Verbraucherzentrale und auf Honorarbasis. Ein kompletter Versicherungs-Check koste – je nach Aufwand – etwa 200 Euro, sagt er. Doch dieses Geld sei schnell wieder reingeholt. Nicole und Sascha Fingerhuth beispielsweise könnten durch ein paar Änderungen an ihren bestehenden Versicherungen bis zu 766 Euro im Jahr sparen. Das fand Thorsten Rudnik heraus, indem er die bisherigen Versicherungspolicen der Familie mit denen anderer Anbieter verglich. Verbraucher könnten dazu die Vergleichsportale im Internet nutzen, so der Experten. Dann allerdings mehrere parallel, um auch wirklich alle Versicherungsanbieter abzufragen. Danach gilt es, für sich persönlich abzuwägen: "Bei Vergleichsportalen kann man sich zumindest einen groben Überblick verschaffen. Man gibt seine Daten ein und es wird zeitgleich geprüft, ob es ein günstigeres Angebot gibt. Aber man sollte nicht nur versuchen Geld zu sparen, sondern auch den gleichen Versicherungsschutz beibehalten, sonst zahlt man im Schadensfall wieder drauf. Auch sind auf diesen Portalen nicht alle Versicherer vertreten, da es keine Verbraucher- sondern Maklerportale sind."

Bei der Haftpflichtversicherung der Fingerhuths wären die Ersparnisse bescheiden: Die Familie könnte hier 27 Euro sparen. Bei der Hausratversicherung wären es nur knapp 8 Euro – dafür würde Sascha Fingerhuth seine Versicherung nicht wechseln, sagt er. Bei den Kfz-Versicherungen aber zeigte sich, dass sie statt 761 Euro für eine vergleichbare Versicherung nur 508 Euro im Jahr zahlen müssten. Und bei der Autoversicherung der 18-jährigen Tochter statt 775 Euro nur 344 Euro: knapp 700 Euro mögliche Ersparnis allein bei den Kfz-Versicherungen.

Welche Versicherungen brauche ich?

Unverzichtbar   Wichtig         Verzichtbar    Überflüssig    
alle Haftpflicht-versicherungen für den privaten und betrieblichen BereichUnfallversicherung für die KinderKrankenzusatzversicherungenSterbegeldversicherung
Risiko-Lebens-versicherungprivate Pflege-Zusatz-versicherungRechtsschutz-versicherungInsassen-Unfall-versicherung
private UnfallversicherungKfz-Kasko-versicherung (bei teuren Fahrzeugen)Reiserücktritts-versicherungweitere Sach-versicherungen für Glas, Fahrrad, Reisegepäck
private Kranken-tagegeld-versicherungHausrat-versicherungLebens-versicherungHandy, Brillen, Garantie-verlängerung
Wohngebäude-versicherung


Priorität auf die existenzbedrohenden Risiken legen

Die Fingerhuths sind kein Einzelfall, wie Thorsten Rudnik aus jahrelanger Erfahrung weiß. Auch bei den Versicherungen von Jolanta Biberstein aus Düsseldorf und ihrem 12-jährigen Sohn konnte der Experte 322 Euro mögliche Ersparnis finden. Zwar gab es für ihre Hausrat- und Haftpflicht keine günstigere Alternative, bei ihrer Kfz-Versicherung hingegen könnte Jolanta Biberstein 120 Euro sparen, wenn sie zu einer anderen wechselt. Und die Rechtsschutzversicherung für 46 Euro sei laut Rudnik ohnehin überflüssig. Die Unfallversicherung sorgte bei der alleinerziehenden Mutter für das größte Erstaunen: nur noch 41 Euro statt bisher 197 Euro pro Jahr.  Mit dieser Ersparnis solle sich die Frau möglichst eine Risikolebensversicherung einrichten, die ihren Sohn absichert, rät der Versicherungsexperte.

Bei der dritten Familie im stern TV-Test waren es vor allem überflüssige Versicherungen, die die Schmitts aus Niederkassel kündigen und dadurch sparen könnten: eine Zahnzusatzversicherung etwa, und eine der überflüssigen Glasversicherungen. Damit könnten Oliver und Anna Schmitt insgesamt über 700 Euro im Jahr anderweitig anlegen und nur im Fall der Fälle auf dieses Geld zurückgreifen. "Solche Glasversicherungen, genauso wie Handy- oder Brillen-Versicherungen, sind nur für geringe Schadenssummen ausgelegt. Und das bei immer weiter laufenden Kosten", sagt Thorsten Rudnik. "Das Geld kann man besser auf ein Sparbuch einzahlen, um – wenn etwas passiert – es davon zu bezahlen. Auch so kann man Geld einsparen."

Wann man eine Police genau kündigen kann, hängt vom Vertrag ab. Die Kfz-Versicherungen verlängern sich meistens zum jahresbeginn, so dass dafür die Kündigung bis nächste Woche zum 30. November bei der Versicherung auf dem Tisch liegen müsste.

So sollten Sie Ihren Versicherungsschutz angehen

Herr Rudnik, was sind die wichtigsten Schritte zum richtigen Versicherungsschutz?

Thorsten Rudnik: Stellen Sie eine Rangliste der Risiken auf. Existenzbedrohende Risiken müssen immer zuerst und in voller Höhe abgesichert werden. Hierzu gehören alle Haftpflichtrisiken, die Absicherung der eigenen Arbeitskraft bei Krankheit oder Unfall und ein ausreichender Hinterbliebenenschutz. Besteht hier guter Schutz, sollten auch teure Vermögenswerte wie das Haus, Inventar oder das Auto versichert werden. Viele Versicherungen, die nur kleine Risiken abdecken, sind entbehrlich.

Warum sind eine Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherungso wichtig? Etwa auch für Angestellte?

Die Risiko-Lebensversicherung ist ganz wichtig, gerade wenn man Kinder hat. Man sollte die Risiko LV aber nicht mit einem Sparvertrag kombinieren. Auch sehr wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Und dies gilt irrtümlicherweise nicht nur für Selbstständige. Bei einer Berufsunfähigkeit ist immer die eigene Existenz und die der Familie bedroht, da der Staat uns für diesen Fall völlig ungenügend mit der Erwerbsminderungsrente absichert. Deshalb gilt das auch für Angestellte.

Auch das Thema "Pflege" wird ja immer wichtiger. Was raten Sie in diesem Zusammenhang?

Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollte man sich auch mit diesem Thema beschäftigen. Die privaten Krankenversicherer bieten verschiedene Tarife an. Zu empfehlen sind die Pflegetagegeldversicherungen. Wichtig: Eine Pflegeversicherung sollte nicht nur die Pflegestufe 3 versichern, sondern in allen Pflegestufen und auch bei Demenz leisten. Für bereits erkrankte Personen kommt auch der staatlich geförderte sogenannte "Pflege-Bahr" in Betracht.

Beliebt sind auch Sterbegeldversicherungen? Wie stehen Sie dazu?

Sterbegeldversicherung gehören zu den Top 5 der überflüssigen Versicherungen. Um Beerdigungskosten abzusichern, schließt man besser frühzeitig eine kleine Risiko-Lebensversicherung ab und spart parallel die nötige Summe auf dem Sparbuch an. Bei Sterbegeldversicherungen bekommen Angehörige meist weniger raus, als einbezahlt wurde.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.