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Strafbefehl gegen MPI-Mitarbeiter: Die folgenreiche Berichterstattung über Affen-Versuche am Max-Planck-Institut

Das Amtsgericht Tübingen hat gegen drei Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik Strafbefehl erlassen. stern TV hatte mehrfach über die Affen-Versuche in dem Tübinger Institut berichtet. Erstmals 2014, als ein Undercover-Mitarbeiter der Soko Tierschutz aufdeckte, wie man die Tiere dort für die Wissenschaft leiden ließ.

Im September 2014 zeigte stern TV Bilder aus den Versuchslaboren des Max-Planck-Instituts in Tübingen, die ein Tierschützer mit versteckter Kamera aufgenommen hatte.

Im September 2014 zeigte stern TV Bilder aus den Versuchslaboren des Max-Planck-Instituts in Tübingen, die ein Tierschützer mit versteckter Kamera aufgenommen hatte.

Mehr als drei Jahre liegt es zurück, dass stern TV erstmals darüber berichtete, wie und mit welchen Methoden im Tübinger für biologische Kybernetik an Affen geforscht wurde. Die erschütternden Bilder sorgten bei Zuschauern wie in der Öffentlichkeit für Entsetzen: Affen mit Implantaten im Kopf; Tiere, die betäubt in Primatenstühle gesetzt wurden und Affen, die stereotypes Verhalten zeigten. Den Tieren dort ging es nicht gut. So viel wurde klar.

Tierschützer Friedrich Mülln hatte der stern TV-Redaktion Fotos, Dokumente und mehr als 100 Stunden Videomaterial übergeben, die der Tierschützer "Pawel" als Undercover-Mitarbeiter im Tübinger Max-Planck-Institut gesammelt hatte. Der stern TV-Bericht über die Tierversuche zog weite Kreise: Es wurde gegen Mitarbeiter und Beteiligte ermittelt. Auch die Tierschützer mussten sich Angriffen und Kritik stellen. Doch schließlich wurden die Affen-Versuche in im vergangenen Jahr ganz eingestellt. 

Strafbefehle gegen Institutsleiter und zwei Mitarbeiter

Nun hat das Amtsgericht Tübingen gegen drei verantwortliche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik wegen Tiermisshandlung erlassen, die eine Geldstrafe nach sich ziehen sollen. Die Staatsanwaltschaft legt den Mitarbeitern zur Last, von 2013 bis 2015 bei drei Affen die Versuche wissentlich zu spät beendet und den Tieren dadurch länger andauernde Leiden zugefügt zu haben. Die Äffin Stella ist eine der Affen, die zu lange gelitten haben sollen. Damy und Tina sind die beiden anderen. Das Schicksal dieser Tiere ging den stern TV-Zuschauern besonders nahe.

Einer der Beschuldigten ist Nikos Logotetis, der Instituts-Leiter, der sich damals noch als Opfer einer Kampagne radikaler Tierversuchsgegner sah und alle Vorwürfe zurückgewiesen hatte. Auch jetzt haben Logothetis und seine beiden Mitarbeiter Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Die Max-Planck-Gesellschaft hat dem Leiter des Tübinger Instituts inzwischen jedoch untersagt, bis zum Abschluss des Verfahrens Tierversuche durchzuführen oder zu leiten. 

Leiden für die Wissenschaft: Undercover-Aufnahmen sorgen für Ende der Affen-Versuche

Was stern TV seit 2014 über die Affen-Versuche am Max-Planck-Institut in Tübingen berichtet hat: