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Therapie: Informationen zum Thema Essstörungen

Nach Schätzungen von Experten leiden in Deutschland ca. 1 Million Menschen unter Essstörungen - unter Bulimie, Magersucht oder Esssucht. Viele Betroffene berichten, dass sich 90 Prozent ihres Denkens und Tuns nur um das Essen drehen.

Nach Schätzungen von Experten leiden in Deutschland ca. 1 Million Menschen unter Essstörungen - unter Bulimie, Magersucht oder Esssucht. Viele Betroffene berichten, dass sich 90 Prozent ihres Denkens und Tuns nur um das Essen drehen.

Informationen zur Magersucht


Magersüchtige essen nur sehr wenig, hungern und haben große Angst vor kalorienreichen Speisen. Oft findet das Essen nur noch heimlich statt, um zu verschleiern, wie wenig gegessen wird. Magersüchtige haben oft extremes Untergewicht. Bei einem BMI (Body-Mass-Index = Gewicht in kg geteilt durch [(Körpergröße in m) x (Körpergröße in m)]) von ungefähr 10 ist der Zustand bereits sehr kritisch bis lebensbedrohlich. Ein BMI von 18 oder darüber gilt als normalgewichtig. Magersüchtige empfinden Stolz, wenn sie abnehmen, und ihr Essverhalten rigide kontrollieren können. Betroffen sind meist junge Mädchen oder Frauen, aber auch zunehmend junge Männer vom Teenageralter bis ca. zum Alter von 30 Jahren, danach sinkt die Zahl der Erkrankungen. Der Einstieg in die Essstörung passiert häufig durch eine Diät. Die Betroffenen selbst erkennen oft nicht oder erst spät, dass sie ein gestörtes Essverhalten haben. Hilfe für den Weg aus der Krankheit kann eine ambulante Therapie, in schweren Fällen besser die Therapie in einer Klinik sein. 10 - 20 Prozent der Magersüchtigen sterben an der Krankheit.

Informationen zur Bulimie


Ess-Brech-Sucht. Die Betroffenen haben unkontrollierbare Essanfälle, verzehren dabei oft sehr große Mengen, die unmittelbar danach wieder erbrochen werden. Bulimie bleibt oft lange unbemerkt, weil die Betroffenen heimlich essen und erbrechen. Ess-Brech-Süchtige magern nicht zwangsläufig ab, sondern sind oft normalgewichtig. Bulimie kann aber auch in Kombination mit Magersucht auftreten - dann sind die Betroffenen untergewichtig. Bei der Bulimie handelt es sich um eine psychosomatische Erkrankung. Bulimie kann extrem schädliche Folgen für den Körper haben, wie zum Beispiel Zahnschäden durch die Magensäure, Organschäden, Osteoporose, Herz- und Kreislaufprobleme, Gefahr eines Kreislaufkollaps. Hilfe sollte durch eine ambulante oder stationäre Therapie erfolgen.

Informationen zur Esssucht/psychisch bedingter Fettsucht (Adipositas)


Die Betroffenen essen übermäßig, ohne gegensteuernde Maßnahmen wie Erbrechen oder Abführmittel zu benutzen. Meist stecken hinter dem gestörten Essverhalten andere Probleme. Betroffene sollten mit Hilfe einer ambulanten oder stationären Therapie versuchen, ihr Essverhalten zu normalisieren und Problembewältigung auf anderem Wege lernen.

Der Weg zur Therapie


Wer eine Essstörung hat, verspürt oft einen extremen Leidensdruck. Dennoch ist der Schritt, sich für eine Therapie zu entscheiden, oft schwierig. Andererseits ist es für die Betroffenen kaum möglich, ohne professionelle Hilfe einen Weg aus der Krankheit zu finden. Erste Kontaktpersonen für die Betroffenen können Hausärzte, lokale Beratungsstellen oder Psychotherapeuten sein. In den meisten Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Therapie.

Forschung


Forscher versuchen herauszufinden, ob Magersucht auch biologische Ursachen hat. Die Beantwortung dieser Frage kann langfristig Chancen für bessere Prävention und Therapie bieten. Im Rahmen dieser Studie sucht die Klinik Roseneck Menschen, die an Magersucht erkrankt sind oder waren und einen Verwandten haben, der ebenfalls magersüchtig ist oder war. Die Teilnahme an der Studie wird finanziell entschädigt. Für weitere Informationen: Klinik Roseneck, Tel. 08051-682420.

Im Web


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