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Kostenfalle Ticketbörse: Warum sich Verbraucher von "Viagogo" abgezockt fühlen

Wer im Internet Karten für Konzerte oder Veranstaltungen sucht, stößt unvermeidlich auf Viagogo. Doch die Ticketplattform ist keine offizielle Vorverkaufsstelle, sondern ein Schwarzmarkt, der Kunden über exorbitante Gebühren abzockt.

Bei der Suche nach Karten für Konzerte oder Veranstaltungen landen viele Verbraucher schnell auf der Internetseite von "Viagogo".

Bei der Suche nach Karten für Konzerte oder Veranstaltungen landen viele Verbraucher schnell auf der Internetseite von "Viagogo".

Ob über Google, Bing oder Yahoo – wer im Internet nach Karten für Konzerte oder Veranstaltungen sucht, stößt unvermeidlich auf die Homepage von Viagogo. Doch der Schein trügt: Viagogo ist keine offizielle Vorverkaufsstelle, sondern eine Plattform für den so genannten sekundären Ticketmarkt, auch "Schwarzmarkt" bzw. Marktplatz genannt. Der Weiterverkauf von Eintrittskarten ist zwar nicht verboten, doch der Zweck der Plattform muss für den Verbraucher erkennbar sein, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern: "Wir haben Viagogo abgemahnt, weil es unserer Ansicht nach irreführend ist, welche Rolle Viagogo in dem ganzen Vertragsverhältnis einnimmt." Es werde nicht deutlich, wer tatsächlich der Verkäufer ist und woher die Eintrittskarten kommen.

"Ich halte Viagogo für eine Abzockerei"

Welche Funktion Viagogo hat, war auch Kim Galek nicht klar, als er via Google auf die Plattform stieß. Der 33-Jährige Hamburger ist ein großer Fan der deutschen Rockband "Böhse Onkelz" und wollte Karten für ihr Konzert im Dezember in seiner Stadt kaufen. "Ich dachte, dass das ein ganz normaler Tickethändler ist und habe mir nichts weiter dabei gedacht, weil es ja viele verschiedene gibt, die ganz normale Tickets verkaufen." Kim Galek kaufte über Viagogo vier Tickets je 120 Euro – ein stolzer Preis, den er jedoch zähneknirschend bezahlte – nichts ahnend, dass er sie auf einer Schwarzmarktbörse erstand. "Ich habe damit gerechnet, dass diese 120 Euro ein normaler Ticketpreis sind, weil ich mich vorher nicht weiter umgeguckt habe, sondern sehr schnell auf dieser Seite gelandet bin."

Das böse Erwachen kam, als Kim Galek die Karten erhielt: Offiziell kosten sie nur 67,90 Euro pro Stück. Doch das war noch nicht alles:

Bei Viagogo kostete eine Karte 120,84 Euro, für vier Tickets also 483,36 Euro. Dazu erhob Viagogo eine Buchungsgebühr von 104,83 Euro und eine Liefergebühr von 12,95 Euro, sowie die Mehrwertsteuer in Höhe von 19,92 Euro. Kim Galek hatte also insgesamt 621,06 Euro für seine vier Tickets zu bezahlen, obwohl diese offiziell nur 271,60 Euro kosten würden. Er bezahlte bei Viagogo also weit mehr als das Doppelte! "Ich halte Viagogo für eine Abzockerei", so Galek. "Man wird nicht darauf hingewiesen, dass man mehr zahlt, als es eigentlich wert ist. Und ich bin schwer enttäuscht, dass man so einfach auf so einer Homepage über den Tisch gezogen wird."

Das Unternehmen Viagogo agiert international – und macht international negative Schlagzeilen. In den sozialen Netzwerken machen sich frustrierte Kunden aus aller Welt Luft und laut den Verbraucherzentralen liegen auch hierzulande Beschwerden aus mehreren Bundesländern vor. Grund dazu hätte auch die Studentin Frauke Hermeier, die für Konzertkarten des Hollywood-Komponisten Hans Zimmer im Juni in Wien überteuerte Preise bezahlte. Der Normalpreis für eine Karte beträgt 91,60 Euro; bei Viagogo kostete sie 129,96 Euro pro Stück. Frauke Hermeier bezahlte für drei Tickets 389,88 Euro zuzüglich der enormen Gebühren für Buchung, Lieferung und Steuern. Am Ende hatte die Studentin ebenfalls fast das Doppelte des normalen Wertes zu bezahlen, nämlich 526,45 Euro - anstatt 274,80 Euro. Es sei zwar deklariert gewesen, dass Extrakosten anfallen, aber nicht in welchem Verhältnis, erzählt Frauke Hermeier. "Auf was man sich eingelassen hat, hat man erst dann erfahren, als man in der E-Mail mit der Rechnung die tatsächliche Abbuchung von der Kreditkarte gesehen hat."

Kostenkennzeichnung nicht transparent


stern TV hat sich den Kaufprozess auf der Plattform genauer angesehen und zwei Elton John-Tickets für ein Konzert in Köln geordert. Der normale Verkaufspreis beträgt 90,75 Euro. Der (angeblich sogar reduzierte) Viagogo-Preis: 291,61 Euro pro Stück!

Im ersten Schritt erscheint nur der Hinweis, dass weitere Kosten für "Buchung, Abwicklung und Mehrwertsteuer" anfallen, jedoch nicht, in welcher Höhe. Selbst im nächsten Schritt, bei der Angabe der eigenen Kontaktdaten, wird noch nicht der Endpreis ausgewiesen. Lediglich der Vermerk, wie viel man angeblich spart. Erst im dritten Schritt, bei der Angabe der Lieferadresse, erscheinen links die Gebühren. In diesem Fall 196,95 Euro für die Buchung und 6,48 Euro für den Versand.

 

Diese Kennzeichnung ist für Tatjana Halm nicht ausreichend: "Wenn es Beschwerden darüber gibt, dass Vermittlungsgebühren nicht gesehen worden sind, dann spricht das dafür, dass sie nicht ausreichend gekennzeichnet werden, dass sie nicht transparent genug waren", so die Verbraucherschützerin. "Das ist ein Verstoß, mindestens gegen die 'Button-Lösung', die ja besagt, dass im Vorfeld alle Kosten, auch alle zusätzlichen Kosten ausreichend transparent vorangestellt werden müssen, damit man dann genau weiß, welchen Gesamtbetrag man zahlen muss."

Viagogo setzt zudem alles daran, dass Kunden den Hinweis auf die Gebühren übersehen, indem permanent darauf hingewiesen wird: Andere Kunden könnten schneller sein, die gewünschten Tickets könnten teurer werden oder gar ausverkauft sein – ohne das klar wird, ob das überhaupt stimmt. Tatjana Halm kritisiert diesen zusätzlich erzeugten Druck auf den Kunden: "Der Käufer steht dadurch erst Recht unter Druck, eine schnelle Entscheidung zu treffen."

Etwa im Fall von Alexandra Wirtz, die für ihren Sohn als Weihnachtsgeschenk Karten für die Show des Comedian Luke Mockridge besorgen wollte. "Es blinkte immer auf, es gibt nur noch wenige Restkarten, oder das Konzert ist bald ausverkauft", erzählt die 49-Jährige. "Ich hatte ja nur die Karten für meinen Sohn im Kopf und wollte die unbedingt haben. Klar hat mich das unter Druck gesetzt." Inklusive der Gebühren bezahlte sie bei Viagogo für zwei Karten 174,93 Euro – fast das Dreifache, denn der Normalpreis hätte nur 66,20 Euro betragen. Alexandra Wirtz merkte ebenfalls erst als sie die Karten in den Händen hielt, dass sie so viel zu viel bezahlt hatte. "Als ich den Umschlag geöffnet habe und dann den Originalpreis auf der Karte von 33,10 Euro sah, war ich richtig sauer!" Auch sie wusste nicht, dass sie auf eine Plattform für Schwarzmarkt-Tickets hereingefallen war.

stern TV hat Viagogo nach der Recherche um eine Stellungnahme gebeten, doch das Unternehmen hat bis heute nicht reagiert. Ebenso wenig, wie auf die vielen Beschwerden von irregeleiteten Ticketkäufern. Wer die eigentlichen Verkäufer der Tickets sind, bleibt übrigens auch völlig unklar.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.