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Einbruch in Köthener Tierpark: Das sagt Karin Ritter zu den Tierquälerei-Vorwürfen gegen Sohn Christopher

Die Söhne von Karin Ritter aus Köthen sind berühmt-berüchtigt. Immer wieder werden sie straffällig, aus ihrer rechtsextremen Haltung machen sie keinen Hehl. Nun soll Christopher Ritter in den Köthener Tierpark eingebrochen und Tiere entwendet haben. Das sorgt erneut für Ärger.

Familienoberhaupt Karin Ritter (64) in der Kötherner Wohnung in der Adolf-Kolping-Straße, die die Stadt ihr vor fünf Monaten zugeteilt hatte.

Fremdenhass, Gewaltbereitschaft, Drogen und Alkohol – all das wiederholt sich bei Familie Ritter scheinbar endlos. Vor allem die drei Söhne von Familienoberhaupt Karin Ritter, René, Norman und Christopher, machen immer wieder von sich Reden. Mehrfach wurden sie für Straftaten verurteilt und saßen im Gefängnis. Die katastrophale Entwicklung der Ritter-Söhne begleitet die stern TV-Zuschauer schon 25 Jahre. Und trotz allen Bemühens seitens Behörden und der Stadt hat sich nie etwas an den Verhältnissen geändert. 

Karin Ritter: "Die haben die Tiere in meine Wohnung geschmissen"

Erst im Herbst vergangenen Jahres wurden Karin Ritter und der Rest der in der Köthener Obdachlosenunterkunft in der Augustenstraße lebenden Familie zwangsumgesiedelt - was wieder für Ärger sorgte. Nun wird Christopher Ritter vorgeworfen, zusammen mit anderen Tätern in den Köthener Tierpark eingebrochen zu sein, Mitarbeiter bedroht und Tiere mitgenommen zu haben. Die Köthener Zeitung berichtete zuerst über den Fall: Neben Kaninchen wurden Meerschweinchen und  Chinchillas gestohlen. Dazu zwei Papageien, heißt es.

stern TV ist erneut nach Köthen gefahren, um Karin Ritter und ihren Sohn zu treffen und mehr über den mutmaßlichen Diebstahl zu erfahren. War er es wirklich? Die 64-jährige Karin Ritter ist sichtlich aufgebracht. Sie sagt, Christopher habe die Tat mit einem Komplizen begangen und die "haben die Tiere hier reingeschmissen in meine Wohnung und ich habe gesagt 'Raus! Die bleiben hier drinne nicht, Drecksviecher!'", so die Hartz IV-Empfängerin. "Die sollen sie wegsperren, all beide!"

Seit dem mutmaßlichen Tierpark-Einbruch ihres Sohnes bekommt Karin Ritter über Facebook und telefonisch Drohungen. Christopher selbst ist über Tage in der verwahrlosten Unterkunft nicht anzutreffen. In seine Wohnung wurde angeblich sogar eingebrochen, sagt die 64-Jährige: "Da waren am Sonnabend drei Mann da, die aggressiv waren. Die sind hier ins Haus reingerannt, haben Fotos gemacht und ich hab's noch Knallen hören. Und dann haben wir gesehen, dass die Tür kaputt ist." Sie vermutet einen Racheakt dahinter. "Und wenn ich ganz ehrlich bin: Jasmin war auch dabei, beim Tierpark!", bricht es aus Karin Ritter heraus. "Die waren zwei Mal hinternander drinne, einmal nachmittags und einmal abends." Enkelin Jasmin Ritter, die bei der 64-Jährigen in der Obdachlosenunterkunft wohnt, soll beim zweiten Einbruch beteiligt gewesen sein. "Die Chinchillas waren in einem Rucksack", sagt sie selbst. Ihre Teilnahme sei aber nur unter der Bedingung passiert, dass niemand sie im Nachhinein "anscheißt". Bislang habe davon niemand gewusst, die Polizei also auch nicht.

Haustierverbot in der Zwangsunterkunft

Die Ritters waren schon immer von vielen Tieren umgeben, hauptsächlich Katzen, Hühner, Karnickel, aber auch Exoten wie einen Gecko, den Norman in einem Terrarium hielt. 2007 zeigte Norman Ritter uns den Haushund der Familie, mit dem er allerdings nicht gerade zimperlich umging. Als wir 2012 zu Besuch waren, hatte Norman gerade einen Hahn getötet, dem habe er "einfach das Genick umgedreht". Und von den Katzenbabys, die Karin Ritter 2016 bei sich in der Wohnung hatte, fehlte beim nächsten Besuch jede Spur. Was war passiert? "Er hat ne Katze totgeschlagen. Und hat Lügen verbreitet, ich hätte kleine Katzenbabys totgemacht“, sagt Karin Ritter. Sie meint damit Sohn Norman.

Mit dem Zwangsumzug in die Zwischenunterkunft in der Adolph-Kolping-Straße gab es für Familie Ritter auch ein Haustierverbot. Besonders Norman Ritter machte das damals im Herbst wütend: Er musste sein Aquarium dort zurücklassen. Das galt auch für Christophers Springmaus. Karin Ritters Enkelin Jasmin hatte sich kurz zuvor einen Hund zugelegt – und auch er musste weg. Die Ritters leben nun ohne Haustiere. Norman Ritter sitzt aktuell wegen einer Schlägerei im Gefängnis. "Da war ein Obdachloser, und die haben eine Schlägerei angefangen. Der Norman hatte drei Mal das Nasenbein gebrochen", erzählt die Mutter. "Aber der Norman ist leider ins Gericht reingegangen und hatte 2,5 Promille gehabt. Und da hat die Richterin den Haftbefehl fertig gemacht". Mit Sohn Christopher wolle sie nichts mehr zu tun haben, sagt Karin Ritter, doch " Norman ist was anderes. Weil der die Leberzirrhose hat. Und wir wissen ja nicht, ob man den nochmal wiedersieht, wenn der jetzt so lange weg ist."

Gewalt, Fremdenhass und verpasste Chancen: Das wurde aus den Söhnen der Familie Ritter