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Horrorbetrieb in Sachsen-Anhalt: Versäumnisse beim Veterinäramt: Wie lange werden solche unhaltbaren Zustände noch geduldet?

Tote Milchkühe und Kälber liegen über Tage und Wochen zwischen ihren lebenden Artgenossen – und niemanden scheint das zu interessieren: Die Zustände in einem Milchviehbetrieb in Sachsen-Anhalt machen fassungslos.

Die Berichte über Missstände in der Nutztierhaltung scheinen sich endlos zu wiederholen. Immer wieder wird offenbar, wie wenig ein Tierleben in manchen Zuchtbetrieben wert ist. Dass dies jedoch auch in der Milchviehhaltung der Fall ist, scheint wie eine neue Dimension. In dem Betrieb Geven & Rabelink in Demker bei Stendal (Sachsen-Anhalt) sind Tierschützer der Soko Tierschutz e.V. Hinweisen auf massive Verstöße gegen die Tierschutzbestimmungen nachgegangen. Was sie entdeckten war ein Horrorbetrieb: Die Aktivisten fanden auf dem Gelände insgesamt 17 Kadaver toter Kühe und Kälber, die teils mitten im laufenden Betrieb verwesten – und was offensichtlich weder den Hofbetreiber noch das zuständige Veterinäramt interessierte.

Die Aufnahmen zeigen, dass die toten Tiere über Tage, teils über Wochen, zwischen ihren lebenden Artgenossen liegen, während die noch lebenden Kühe täglich zum Melken abgeholt werden. Mitarbeiter gehen mehrfach an toten Tieren vorbei, ohne sich darum zu kümmern. Ein Mitarbeiter entfernt Dreck. Um eine Kuh, die zum Zeitpunkt der Aufnahme seit mindesten 10 Tagen dort lag, kümmert er sich nicht. "Das ist ein Bild, das überhaupt nicht vorstellbar sein darf in einem Kuhstall", sagt die Tierärztin Ophelia Nick, der stern TV die Aufnahmen zur Einordnung vorgelegt hat. Ophelia Nick ist selbst Landwirtin und im Tierschutz engagiert. Sie weiß, dass in jedem Betrieb auch mal Tiere sterben: "Aber dann wird innerhalb von 24 Stunden der Abdecker bestellt, der das Tier abholt." Im Tierhaltungsgesetz steht dazu: Wer Nutztiere hält, hat sicherzustellen, dass das Befinden der Tiere mindestens einmal täglich durch die direkte Inaugenscheinnahme von einer (…) verantwortlichen Person überprüft wird und dabei vorgefundene tote Tiere entfernt werden.

Auch an anderen Stellen werden Vorschriften nicht eingehalten, andernfalls hätten die Videoaufnahmen der Soko Tierschutz folgende Szene nicht festhalten können: Als eine trächtige Kuh in den Ställen, anstatt in einer vorgeschriebenen Spezialbox, kalbt, landet das Jungtier auf dem Stallboden. Das Kalb kann noch nicht eigenständig aufstehen. Der Kotschieber, ein maschinenbetriebener Balken, erfasst das Kalb und schiebt es auf dem Stallboden vor sich her. Laut Ophelia Nick hätte eine hoch trächtige Kuh nicht in diesem Stall stehen dürfen, so etwas dürfe nicht passieren.

Das Bildmaterial zeigt auch, wie Mitarbeiter des Betriebs mindestens einer Kuh gegen den Kopf treten, um sie zum Aufstehen zu zwingen. Und wie sie die Tiere malträtieren. Die Kühe sind verletzt. Hinter den Ställen finden sich Skelette von Kälbern, die bereits mumifiziert sind.

Erste amtliche Kontrolle nach sechs Tagen – Veterinäramt will keine toten Tiere vorgefunden haben

Unmittelbar nach Sichtung der ersten längeren Aufnahmen, die insgesamt über einen Zeitraum von einem Monat zwischen dem 25. März und dem 08. April 2018 entstanden, hat Friedrich Mülln von der Soko Tierschutz das zuständig Veterinäramt verständigt und auf eine "besondere Dringlichkeit" hingewiesen. Gemeint war damit unter anderem die Kuh, die mitten im Stall verwesend neben ihren lebenden Boxnachbarinnen lag. Die Soko Tierschutz dokumentierte, dass der Tierkadaver letztlich über 18 Tage dort nicht entfernt wurde. Trotz mehrerer Anrufe an verschiedenen Tagen beim Veterinäramt wurde auf dem Hof sechs Tage lang nichts unternommen. Das Veterinäramt bestätigte auf Nachfrage von stern TV schriftlich: Es wurde am 9. April eine Anlasskontrolle in dem Betrieb durchgeführt. Sowohl die Außenbereiche als auch die Ställe wurden von der amtlichen Tierärztin abgegangen. Auf dem gesamten Betriebsgelände wurden keine toten Rinder oder gar skelettierte Teile vorgefunden.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Verstöße

Auch der Hofbetreiber hat auf Anfrage alle einzelnen Vorwürfe abgestritten. Unter anderem träfe es nicht zu, dass tote Rinder wochenlang zwischen lebenden lagen oder tragende Kühe ihre Kälber in Bereichen der Kotschieber bekommen würden. Die Bilder der Tierschützer dokumentieren klar etwas anderes. Wohl auch aus diesem Grund ist die Staatsanwaltschaft Stendal bereits im Vorfeld der stern TV-Berichterstattung aktiv geworden und hat Ermittlungen gegen den Milchbetrieb in Demker eingeleitet. Zu klären bleibt zudem, warum das Veterinäramt über Tage versäumt hat zu Handeln – und von Tierkadavern nichts wissen will.

"Wir fordern unabhängige, überregionale Behörden, die Kontrollen durchführen. Unser jetziges System versagt"

Live bei stern TV berichtete Tierschützer Friedrich Mülln davon, was in unserem Beitrag nicht zu sehen war, die Soko Tierschutz aber ebenfalls dokumentierte. Er erhob schwere Vorwürfe gegen einen Milchviehbetrieb in Sachsen-Anhalt erhoben: "Kühe werden erbarmungslos aus dem Stall geschliffen und dabei verletzt, Leute packen Kälber an einem Bein und schleifen sie hinter sich her, Tiere werden mit dem blanken Messer getrieben!“

Die Überwachung von Viehbetrieben durch Veterinärämter sei derzeit nicht ausreichend, kritisierte auch Tierärztin und Landwirtin Ophelia Nick: "Wir beobachten immer wieder, dass die amtlichen Behörden nicht auf Grundlage der Gesetze handeln. Und das müssen sie", so die Grünen-Politikerin und Mitbegründerin des Vereins Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft. "Aber in manchen Fällen, etwa wenn ein Betrieb aufgrund der Gewerbesteuereinnahmen für die Region wichtig ist, geraten die Behören auch unter Druck, wenn sie handeln wollen. Und das darf nicht sein. Deshalb fordern wir unabhängige, überregionale Behörden, die diese Kontrollen durchführen. Das System, das wir jetzt haben, versagt. Und das ist unerträglich." Laut Friedrich Mülln habe der Tierschutzverein im aktuellen Fall "Geven & Rabelink" sowohl gegen den Milchviehbetrieb als auch gegen das Veterinäramt Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen, über den Fortgang wird stern TV weiter berichten.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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