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Urteil im Swoboda-Prozess: Frank Swoboda sprach bei stern TV über das Beziehungsdrama bis zur Vergiftung

Jahrelang unterhielten Elke und Frank Swoboda die stern TV-Zuschauer mit ihrem Chaos-Hausbau. Dann wurde bekannt: Elke Swoboda soll versucht haben, Frank mit Tabletten zu vergiften. Nun fiel das Urteil im Prozess gegen sie. Was sagt ihr Mann dazu?

Frank Swoboda nach der Urteils-Verkündung im Gespräch mit stern TV.

Frank Swoboda nach der Urteils-Verkündung im Gespräch mit stern TV.

Plötzlich war aus dem amüsanten Chaos-Hausbau von einst ein echtes Familiendrama geworden: Sieben Jahre nach der letzten stern TV-Berichterstattung ist der Traum von der großen glücklichen Familie im selbst gebauten Eigenheim für die Swobodas noch immer nicht in Erfüllung gegangen. Stattdessen liegt ihr Leben in Scherben.

Frank Swoboda (52) lebt mittlerweile alleine in dem 470-Quadratmeter großen, nie ganz fertig gewordenen Haus. Eingezogen ist die Familie damals als Ehepaar mit vier Kindern. "Letztendlich steh ich mit gar nichts da. Ich hab für die Familie alles getan und die Familie ist jetzt weg", so Frank Swoboda, als stern TV ihn diese Woche in seinem Haus in Nümbrecht besuchte.

Das Leben, wie er es kannte und was die TV-Zuschauer lange Zeit mit Begeisterung begleitet haben, war vor zwei Jahren plötzlich vorbei. Die Familie zerbrach. Elke Swoboda soll im August 2016 versucht haben, ihren Mann mit mindestens einem Medikament zu vergiften. Wollte sie ihren Mann am Ende wirklich umbringen? Darüber rätselte noch vor zwei Wochen alle Welt, als der Vorwurf öffentlich wurde. 

"Im Glas war ein weißer Bodensatz"

Was passierte am 28. August 2016 wirklich? Frank Swoboda kann sich vereinzelt erinnern: "Ich bin Nachmittag von einer Geburtstagsfeier nach Hause gekommen und habe mich mit meiner Frau unterhalten. Sie hat gefragt, willst du auch was trinken? Ich sagte 'Ja, machst du mir einen Saft?'. Und sie ist dann in die Küche gegangen und, hat einen Multivitaminsaft eingegossen." Was Elke Swoboda ihrem Ehemann in den Saft getan hat, lässt sich nicht belegen. Laut ihrer eigenen Aussage sollen es sechs Tabletten eines starken Beruhigungsmittels gewesen sein. Im Blut von Frank Swoboda wurden später allerdings noch andere Medikamente gefunden. "Ich habe den Saft getrunken und wir haben uns unterhalten. Irgendwann war der Saft fast ausgetrunken und im Glas war unten ein weißer Bodensatz, etwa einen halben bis ein Zentimeter", sagt der 52-Jährige. Ihm sei schwindelig geworden, woraufhin er im Wohnzimmer die Kontrolle verloren habe, erzählt er. "Dann kippte der Kopf weg. Ich hatte einen Drehschwindel, konnte nicht geradeaus laufen und bin immer zur rechten Seite gedriftet. Ich bin noch zwei Mal hingefallen, wieder aufgestanden, und merkte dann: Ich kann mich nicht aufrecht halten."

Frank Swoboda schrieb einer Freundin noch, dass es ihm nicht gut gehe. Wenig später sei er auf der Couch eingeschlafen. Auf weitere Nachrichten reagierte er nicht mehr. Die Freundin benachrichtigte einen Bekannten, der zum Haus der Swobodas fuhr und von dort den Notarzt rief. Zwei Tage nach der Tat erwachte Frank Swoboda  im Krankenhaus. Der Polizist ist sich sicher: seine Frau hat aus Eifersucht gehandelt. "Ich denke, sie wollte mich damit abstrafen, bis hin zu töten. Weil sie davon ausgegangen ist, dass ich eine Affäre habe", erzählt der 52-Jährige."Ich hatte zu dem Zeitpunkt eine Freundin, wir haben miteinander geschrieben und waren sehr vertraut miteinander. Aber es war weder meine Geliebte, noch hatte ich eine sexuelle Beziehung zu ihr."

Studiogespräch am 24.10.2018: Das sagt Frank Swoboda zum Beziehungsdrama und dem Vergiftungsversuch seiner Frau

"Für mich war es oft nicht lustig"

Bei einer Untersuchung wurde später festgestellt, dass Frank Swoboda nicht nur ein Beruhigungsmittel im Blut hatte, sondern auch eine große Menge des Schmerzmittels Oxycodon sowie ein Schlafmittel – eine Mischung, die tödlich hätte sein können. Elke Swoboda, gelernte Arzthelferin, bestreitet ihrem Mann mehr als nur das Beruhigungsmittel gegeben zu haben.

Es ist ein Krimi, ein Familiendrama. Dabei hatten die TV-Zuschauer die Swobodas einst als liebevoll-verrückte Großfamilie bei einem ambitionierten Hausbau-Projekt kennengelernt, als stern TV Elke und Frank Swoboda bei ihren chaotischen Renovierungen, Umzügen und Umbauten mit der Kamera begleitete. Es sei eine aufregende Zeit gewesen, sagt Frank Swoboda, der Aufbruch zu etwas Neuem, in das er viel Energie gesteckt habe, um es wahr werden zu lassen. "Viele Sachen sahen im Bericht echt lustig aus. Aber diese kleinen Zoffereien, die waren da schon die Verlängerung des Alltags. Es ist vielleicht ein bisschen überspielt worden und wirkte dann irgendwie komisch.  Aber für mich war es oft nicht lustig."

Der Hausbau brachte das Paar auch finanziell an seine Grenzen. Nach dem letzten Bericht 2011 über das unfertige Haus und den Schuldenberg meldeten sich viele freiwillige Handwerker bei den Swobodas. Somit wurde es für die Familie zumindest bewohnbar. Doch in den Folgejahren sei es Elke Swoboda mental zunehmend schlechter gegangen, erzählt ihr Mann. Sie sei abwesend gewesen, habe am Familienleben nicht mehr teilgenommen. "Sie war zwar da, aber es war eben keine Partnerschaft mehr, keine Ehe", sagt der Familienvater. Frank Swoboda entfernte sich emotional immer weiter von seiner Frau. Was ihre Beziehung einst ausgemacht hatte: verloren. "Wenn ich Sorgen oder Probleme hatte, konnte ich nicht zu ihr gehen, weil sie in ihrer Welt war. Da habe ich meine Probleme mit jemand anders besprochen. Aber der Schluss, den sie daraus gezogen hat, der war falsch. Sie war schon über Jahre eifersüchtig. Es gab kaum eine Kollegin, Heilpraktikerin oder Nachbarin, mit der ich keine Affäre gehabt haben soll."

Die TV-Familie Swoboda gibt es nicht mehr

Im August 2016 passierte dann die Tat. Das Urteil gegen Elke Swoboda fiel am Dienstag (23.10.) vor dem Amtsgericht Waldbröl im Oberbergischen: Die 54-Jährige wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt.

Frank Swoboda hat das Vertrauen in die Beziehung verloren. Der Polizist lebt nun alleine in dem großen Haus. Seine Tatkraft, daran weiterzuarbeiten, sei schon vor längerer Zeit erloschen. Das obere Stockwerk, in dem einst die Kinder ihre Zimmer hatten, gleicht auch heute noch einer Baustelle. Inzwischen sind die Kinder erwachsen geworden. Eine der Töchter zog nach der Trennung mit der Mutter aus. Das jüngste Kind ist den Eltern entglitten und lebt in einer betreuten Einrichtung. Die Familie Swoboda, wie die TV-Zuschauer sie kannten, gibt es nicht mehr.

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