HOME

Vollwaschmittel im Test: Wie Ihre Wäsche richtig sauber wird – und mit welchem Mittel

Pulver oder Gel, mit Weichspüler oder ohne, aus der Tüte oder dem Karton - beim Wäschewaschen haben viele Hausfrauen und -männer ihre ganz eigene Philosophie. Wesentlich dabei: Welches Waschmittel ist das beste und warum? stern TV hat Antworten.

Das Angebot an Vollwaschmitteln ist riesig, aber leisten alle auch das, was sie versprechen?

Das Angebot an Vollwaschmitteln ist riesig, aber leisten alle auch das, was sie versprechen?

Eine Information dürfen wir vorweg nehmen: Bei Vollwaschmitteln schneiden Pulver durchweg besser ab, als Gelkissen. Das hat der neueste Test der Stiftung Warentest wieder bewiesen: 23 Produkte – von Discountern, Drogeriemärkten und bekannten Marken – standen für das aktuelle Heft auf dem Prüfstand und wurden an der Schmutzwäsche normaler Haushalte und an 33 speziellen Fleckenarten angewendet. Dabei konnten Discounterprodukte durchaus strahlen. Dabei konnten Discounterprodukte durchaus strahlen, alle bekamen die Note "Gut". Und bei weißer Wäsche machen die Pulver durch ihren Bleicheanteil eben den besseren Job und verhindern gleichzeitig, dass sich in den Fasern der gelöste Schmutz wieder absetzt. "Vollwaschmittel sind die Spezialisten für weiße Wäsche", sagt Cecilia Meusel von der Stiftung Warentest. Auch die geprüften Gelkissen seien ausdrücklich für weiße Wäsche, doch aufgrund der wasserlöslichen Folienverpackung könne sich keine Bleiche einbinden lassen. "Bleiche wiederum hellt auf, wirkt gegen unangenehme Gerüche und hilft auch farbige Flecken zu entfernen. Genau das ist dann für die Gelkissen eine größere Schwierigkeit." Absoluter Testverlierer der Stiftung Warentest ist das teuerste Produkt im Test: Die 3in1 Pods von Lenor. Gesamturteil: mangelhaft.

Testergebnisse im Detail: Diese günstigsten Vollwaschmittel konnten überzeugen
Edeka  Gut&Günstig  Ultra Vollwaschmittel  Preis pro Wäsche : 13 Cent  Waschwirkung: 2,2 (Gut)  Textilschonung: 3,4 (Befriedigend)  Besonderheiten: Sehr gut (1,5) bei Umwelteigenschaften  Gesamtnote: 2,0 (Gut)   

Edeka

Gut&Günstig

Ultra Vollwaschmittel

Preis pro Wäsche : 13 Cent

Waschwirkung: 2,2 (Gut)
Textilschonung: 3,4 (Befriedigend)

Besonderheiten: Sehr gut (1,5) bei Umwelteigenschaften

Gesamtnote: 2,0 (Gut)
 

Der gesamte Test Vollwaschmittel mit allen Produkten ist in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift "test" und unter www.test.de/waschmittel  abrufbar.

Günstige Tütenwaschpulver allesamt "Gut"

In der Waschleistung haben diese günstigen Pulver besonders überzeugt: Edeka Gut & Günstig Ultra, Netto Bravil Aktiv Plus, dm Denkmit, Rossmann Domol und die Tandil-Vollwaschmittel von Aldi (Nord und Süd). Die Stiftung schränkt jedoch ein, dass die in großen Vorratskartons verkauften namentlich gleichen Produkte oft eine schlechtere Waschleistung aufwiesen. "Das liegt daran, dass diese Pulver aus den großen Kartons nach anderen, für die Hersteller oft günstigeren Rezepturen hergestellt werden", erklärt Cecilia Meusel. "Das bedeutet nichts anderes, als dass sie weniger effektive Inhaltsstoffe enthalten, oft auch geringere Mengen an fettlösenden Tensiden und Schmutz knackenden Enzymen."

Gleiches gilt für die bekannten Markenprodukte Ariel und Persil: Während die in den Tüten verpackten Produkte eine gute Waschleistung zeigten (jeweils 2,2) und laut Meusel vor allem bei der 60-Grad-Wäsche starke Leistungen zeigten, schnitten die gleichen Waschmittel in den Vorratskartons nur mit "befriedigend" ab. Einzige Ausnahme: Das Aldi Vollwaschmittel Tandil konnte sowohl im Vorratspack als auch in den Tüten abgefüllt überzeugen. Nur "ausreichend" und damit Testverlierer sind die Pulver von Frosch und Spee Megapearls.

Fazit: Bei Vollwaschmitteln für weiße Wäsche darf ruhig der Geldbeutel entscheiden. Bei den günstigen Testsiegern kostet eine Waschladung im Schnitt nur 13 Cent, während die Markenprodukte teils mehr als das Doppelte kosten. Tipp: Um das Lieblingsprodukt unter den günstigen zu finden, einfach alle durchprobieren. Denn auch der Duft spielt für manchen ja eine Rolle.

Schon gewusst? Die wichtigsten Tipps beim Waschen
"Richtig" waschen

Wer von den Textilien lange etwas haben will, wäscht sie umsichtig. Heißt: die eingenähten Pflegehinweise beachten, Weißes mit bleichehaltigem Pulver-Vollwaschmittel waschen, Farbiges mit Colorwaschmittel ohne Bleiche, Sortierung nach Weiß, Hell/Gemustert, Dunkel. Bei Fein- und Wollwäsche die Trommel nicht ganz voll machen, je nach Empfindlichkeit, Wert oder "Lieblingsstücken" Schleuderzahl reduzieren. Eine Übersicht über alle Pflegesymbole und was sie bedeuten finden Sie hier (PDF).

Wolle und Seide anders waschen

Wolle, Seide und andere Tierfasertextilien sollten nicht mit Voll- oder Colorwaschmittel gewaschen werden. Grund sind die dort enthaltenen Enzyme namens Proteasen, die Eiweiße angreifen und ausreinigen sollen. Bei Tierhaaren oder Seide würden auch die Fasern von den Enzymen angegriffen und dadurch verfilzen oder unansehnlich werden. Besser ist dafür ein PH-neutrales Wollwaschmittel. Kleidungsstücke nicht Schleudern! Nach dem Waschen Seidentextilien zum Trocknen auf breite Bügel hängen, Wolle in einem Duschtuch 'aufrollen', um die Nässe abzunehmen und liegend trocknen.

Flecken immer sofort behandeln

Bei richtigen Flecken gilt es möglichst umgehend zu reagieren. Eiweißhaltige wie Kakao, Schokolade oder Blut sollten schnell mit kaltem Wasser und etwas Spüli ausgewaschen werden. Dasselbe gilt für fetthaltige Flecken, die aber warm ausgewaschen werden. Danach wie gewohnt in der Maschine mitwaschen. Bereits eingetrocknete Flecken und Krusten kann man versuchen mit einem Frotteetuch erst auszurubbeln, dann mit einem ganz normalen Vollwaschmittel, bei farbigen Textilien mit einem Colorwaschmittel einzuweichen. Vorwasch- oder Fleckensprays sind meist überflüssig. "Ein Fleckensalz beispielsweise enthält im Grunde dieselben Inhaltsstoffe wie ein gutes Vollwaschmittel", sagt Cecilia Meusel.

Gegen Grauschleier hilft nur Pulver

Pulverförmige Vollwaschmittel sind für weiße Wäsche bestens geeignet, da sie Bleiche und andere Enthärtersysteme enthalten, die sich in flüssigen Waschmitteln nicht "einbauen" lassen. Da Flüssigwaschmittel nicht ganz so effektiv reinigen, bleibt immer eine gewisser Schmutzrest in den Fasern zurück – zunächst nicht sichtbar, weil das Waschmittel einen optischen Aufheller enthält. Aber irgendwann brechen die Schmutzreste durch: der Grauschleier wird sichtbar. Wer Weißes nur mit Pulver wäscht, das das Problem viel weniger.

Nur Pulver bekämpft Gerüche - heiß gewaschen

Das gilt nicht nur für Textilien mit zum Beispiel Schweißgeruch. Cecilia Meusel sagt: "Unangenehme Gerüche in der Waschmaschine entstehen durch Bakterien unten im 'Sumpf'. Das passiert aber nur, wenn man ausschließlich bei niedrigen Temperaturen wäscht und ohne bleichmittelhaltige Vollwaschmittel. Ich empfehle mindestens einmal im Monat bei 60 oder besser noch 90 Grad zu waschen. Bei Hygienewäsche wie Geschirrhandtüchern, farbechten Handtüchern oder Unterwäsche sollte man das sowieso zwischendurch tun."

Helle Streifen auf dunkler Wäsche: Was tun?

Bei den hellen Streifen kann es sich um Ablagerungen von im Waschmittel enthaltenen Wasserenthärter handeln, oder um Abrieb an Knickfalten. Die Waschmittelrückstände sind unbedenklich und lassen sich ausschütteln oder ausbürsten. Die Streifen vermeiden Sie am besten, indem Sie: weniger Wäsche in die Trommel stecken (nicht stopfen), Wäsche auf Links drehen, Colorwaschmittel verwenden, Schonwaschprogramm wählen, Waschmitteldosierung prüfen, zusätzlichen Spülgang einschalten, Umdrehungszahl im Schleudergang reduzieren oder gar nicht Schleudern.

Brettharte Frotteetücher: das hilft

Nach dem Trocknen auf der Leine in geschlossenen Räumen fühlen sich insbesondere Frotteetücher meist hart und rau an. Das liegt an der sog. Trockenstarre, da die Fasern und Schlingen beim Waschen in extreme Unordnung gebracht und dann so fixiert werden. Zu viel Waschmittel und schlechte Spülung mit "hartem" Wasser kann das verstärken. Die Trockenstarre löst sich umso besser, je mehr Luftzug Handtücher beim Trocknen bekommen. Vorher am besten kräftig ausschlagen und recken.

Durch Zugabe eines Weichspülers in das letzte Spülbad lässt sich die Trockenstarre ebenfalls mindern. Kommt die Wäsche in einen Wäschetrockner, kriegt sie einen besonders flauschigen Griff.


Viele weitere Tipps und Antworten finden Sie unter www.test.de und unter www.forum-waschen.de

Die meisten Deutschen haben natürlich trotzdem mehr als ein Waschmittel im Schrank. Allein schon, weil sich nicht jedes Kleidungsstück und jede Farbe mit Vollwaschmittel-Pulvern reinigen lässt. stern TV-Reporter Tristan Söhngen hat in den Waschküchen unserer Zuschauer gestöbert und sich zeigen lassen, welche unterschiedlichen Philosophien und besonderen Tricks sie dort haben. Dass man bei weitem nicht so viele Mittel braucht, wie die meisten im Schrank haben, hat stern TV bereits im Rahmen eines Tests berichtet.