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Erotikmarkt-Boom: Gut, befriedigend ... oder schädlich? Warum auch Sexspielzeuge gewissen Tests unterzogen werden sollten

Bestsellerlisten, Kinoerfolge und ein boomender Onlinehandel zeigen deutlich, dass Sex und Liebespraktiken die gesellschaftliche Tabuzone längst verlassen haben. Erotikartikel halten in Millionen Schlafzimmern Einzug. Aber sind die Spielzeuge für Erwachsene auch sicher und unschädlich? 

Vibratoren, Liebeskugeln, Penisringe: Sind Sextoys wie diese gesundheitlich schädlich?

Vibratoren, Liebeskugeln, Penisringe: Sind Sextoys wie diese gesundheitlich schädlich?

Viele, die es ausprobiert haben, berichten gerne: Erotikspielzeuge bereichern das Sexleben. Etwa jede zweite Frau und jeder dritte Mann besitzt heutzutage ein Sextoy. Und so überrascht es nicht, dass der Handel mit Vibratoren, Liebeskugeln, Penisringen und anderen Toys boomt. Sie sind so vielfältig wie die Bedürfnisse nur sein können – allerdings auch, was die verwendeten Materialien angeht. Immerhin lässt man die ja ziemlich nah an sich heran. Zwar können sich Interessierte über Funktion und Spaßfaktor per Internetbewertungen informieren, über die verwendeten Materialien und mögliche Schadstoffbelastungen erfahren sie im Prinzip aber nichts. Deshalb hat die Stiftung Warentest nun 18 unterschiedliche Intimspielzeuge im Labor auf Schadstoffe geprüft. 

"Bei der Auswahl unserer Testprodukte haben wir uns daran orientiert, welche Modelle besonders häufig verkauft werden", sagt Testexpertin Anne Kliem. Darunter sind aber eben auch die Sextoys, die im Test durchgefallen sind: "In den fünf Modellen, die wir mit mangelhaft bewerten mussten, haben wir gesundheitsschädliche Substanzen nachgewiesen. Zum Beispiel Stoffe, die im Verdacht stehen Krebs zu erregen, Substanzen die die Fruchtbarkeit schädigen können oder auch Umweltschadstoffe. Und von solchen Produkten raten wir ab", so Anne Kliem von der Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest: Sextoys im Labor: So prüften die Warentester
Stiftung Warentest Sextoys

Zwölf Vibratoren, drei Penisringe und drei Liebeskugeln untersuchte die Stiftung Warentest im Labor auf Schadstoffe.

Fünf Testverlierer: "Mangelhaft" wegen Schadstoffbelastung

Ein Auflege-Vibrator von Big Teeze Toys in Form einer Badeente war stark mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet. Diese stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Solche PAK waren auch das Problem bei den Liebeskugeln Joyballs Secret des Herstellers Joydivision.

Ein Vibrator mit Saugnapf von Doc Johnson wies im Material Phenol auf, das genetische Defekte verursachen könnte. Und ein als Paarvibrator verkauftes Gerät von We-Vibe gab am Ladekontakt bedenklich hohe Mengen Nickel ab - für Allergiker ein Problem. Zudem steht auch Nickel Verdacht, ab gewissen Grenzwerten krebserregend zu sein. Gerade im Intimbereich sei ein intensiver Kontakt mit Schleimhäuten gegeben, die diese Stoffe sehr stark aufnehmen, sagt Warentest. Am unauffälligsten erwies sich übrigens Silikon im Test.

Auch das Material des Umschnallvibrators von Pipedream war labortechnisch in Ordnung; da die mitgelieferte Maske aber sehr stark mit giftigen kurzkettigen Chlorparaffinen und dem Weichmacher DEHP (kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen) belastet war, erhielt das Produkt ebenfalls ein "mangelhaft".

Die detaillierten Ergebnisse finden Sie in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/sextoys

Live in der Sendung sprach Steffen Hallaschka mit Anne Klim von der Stiftung Warentest und IT-Experte Tobias Schrödel über die getesteten Toys und was an den "mangelhaft" bewerteten speziell so problematisch ist:

Wie sicher sind Sextoys mit App-Steuerung?

Auf dem Vormarsch sind auch Erotikspielzeuge mit smarten Funktionen wie einer Kamera oder einer App-Steuerung. Der bereits erwähnte Paarvibrator von We-Vibe war das einzige smarte Gerät im Test der Stiftung: "Bei dem haben wir auch überprüft, welche Daten der Vibrator an den Anbieter schickt. Zumindest in diesem Punkt können wir Entwarnung geben", sagt Anne Kliem. "Ganz allgemein empfehlen wir aber, darauf zu verzichten solche intimen Daten von sich zu produzieren, weil es in der Vergangenheit immer wieder doch schwerwiegende Sicherheitslücken bei smarten Sextoys gab." Genau darauf verweist auch IT-Experte Tobias Schrödel. Ein anderes Modell dieses Kameravibrators – kabellos und mit eigenem Wlan – war  nämlich mit einem Standardpasswort versehen. Wer das nicht geändert hat, muss damit rechnen, dass sich auch Fremde über die entsprechende App Zugriff auf die Kameraaufnahmen verschafft. "Der Vibrator wurde monatelang so verkauft", warnt Schrödel. "Wer die App dieses Vibrators inzwischen upgedatet hat, ist nicht mehr angreifbar. Es gilt also auch bei smarten Sextoys: Alles, was vom Hersteller als aktuelles Update angeboten wird, bitte installieren!" Wer mit smarten Toys spielt, solle darauf achten, dass er die richtigen hat. Denn sonst schaue im schlimmsten Fall der Nachbar zu. Tobias Schrödel warnt vor allem vor neuartigen Geräten von Herstellern, die auf dem deutschen Markt noch nicht lange etabliert sind.

Darauf sollten Sie bei Erotikspielzeugen achten

Schadstoffe meiden: Die Stiftung Warentest hat in fünf der im Labor geprüften Produkte Schadstoffe gefunden, u.a. bestimmte Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend gelten. Oder auch Phenol, das im Verdacht steht Gendefekte zu everursachen. Deshalb bekamen der Vibrator "The Realistic Cock" von Doc Johnson (Phenol) und die "Joyballs Secret" von Joydivision ein "mangelhaft".  Unbelastet hingegen war bei allen das verwendete Silikon. Insgesamt schnitten Vibrator, Penisring und Liebeskugeln der Firma You2Toys allesamt (sehr) gut ab.

Kein Kontakt untereinander: Gemeint ist der Kontakt der Sextoys untereinander: Spielzeuge unterschiedlicher Materialien – z.B. verschiedene Kunststoffe – könnten sich chemisch angreifen  und sollten deshalb getrennt gelagert werden. Auch der Kontakt mit bestimmten Gleitmitteln, Ölen und scharfen Desinfektionsmitteln kann chemische Reaktionen auslösen und das Material angreifen, warnt die Stiftung. Deshalb werden wasserbasierte Gleitgele empfohlen, die auch für Kondome geeignet sind.

Auf Hygiene achten: "Bei Sexspielzeug ist Hygiene äußerst wichtig", betont Anne Kliem von der Stiftung Warentest. "Vor und nach jedem Gebrauch sollten sie wirklich gründlich gereinigt werden, insbesondere auf Rillen und in Ritzen. Weil sich da Keime einnisten können." Dafür reicht in der Regel warmes Wasser und eine milde Seife, sowie ein kleiner Schwamm. Erotikspielzeuge mit Batteriebetrieb und/oder Kabel sollten an den entsprechenden Stellen vor Nässe geschützt werden.

Verschiedene Spiele, verschiedene Toys: Wer Intimspielzeuge sowohl vaginal als auch anal einsetzt, sollte dafür verschiedene Toys benutzen, um eine Keimübertragung zwischen den Schleimhäuten zu verhindern.

Werbebotschaften hinterfragen: Hersteller von Liebeskugeln, die in der Vagina getragen werden, werben gerne mit einem Trainingseffekt für den Beckenboden. Dafür gebe es aber keine wissenschaftlichen belege, so Stiftung Warentest. Als alleiniges Training könne man davon kaum einen Effekt erwarten.

Penisringe passend wählen: Wer sich von einem besonders engen Penisring einen verstärkten Effekt erhofft, riskiert einen Blutstau, Schmerzen und schlimmstenfalls bleibende Schäden. Das sollte "Mann" nicht unterschätzen. Orientierungshilfe für die passende Größe eines solchen Rings ist ein Maßband (kostenloser Download), das man auch zu Ermittlung der Kondomgröße verwendet.

Die Digitalisierung macht es möglich: Einige Sexspielzeuge lassen sich  inzwischen per App bedienen.

Die Digitalisierung macht es möglich: Einige Sexspielzeuge lassen sich  inzwischen per App bedienen.

Smarte Spielzeuge: Schutz vor Spionage: Erotikspielzeuge, die über das Smartphone per App angesteuert werden können, kommen immer mehr in Mode. Bei vielen lässt sich das Bluetooth-Signal nicht ausschalten, es sendet durchgehend. "Deshalb sollte man darauf achten, dass bei den Funkteilen die Reichweite z. B. auf 10 Meter limitiert ist", sagt IT-Sicherheitsexperte Tobias Schrödel. Zudem haben die Geräte in der dazugehörigen App zunächst alle den gleichen Namen. Um eine "Verwechslung" (durch Nachbarn) zu verhindern, sei es wichtig, seinem Gerät innerhalb der App umgehend einen individuellen Namen zu geben. Ansonsten seien die Intimspielgeräte auf dem deutschen Markt recht gut geschützt, ehemalige Sicherheitslücken seien geschlossen worden, so Schrödel. Allerdings: "Wir werden derzeit von digitalen Geräten, von smarten Toys, insbesondere aus dem asiatischen Raum überschwemmt." Von neuen Herstellern, die hierzulande noch nicht etabliert sind, rät Schrödel daher ab. "Grundsätzlich ist zu sagen: Alles, was ein Standardpasswort hat, das nicht geändert werden muss oder kann, ist kritisch."

Für ältere Geräte mit smarten Funktionen empfiehlt sich unbedingt ein Update, um mögliche Lücken zu schließen.

Kamerabilder nur umsichtig abspeichern: Wer ein Sextoy mit Kamerafunktion nutzt – und die Bilder anschließend auf einem anderen Gerät speichern will, sollte dies sehr umsichtig tun. "Wir empfehlen ganz allgemein lieber darauf zu verzichten, solche intimen Daten von sich zu produzieren", warnt Anne Kliem von Stiftung Warentest. Dort im Test: Der Vibrator "Siime" der Firma Svakom. "Der Svakom filmt mit einer Kamera in den Intimbereich während er vibriert. Die Datenübertragung auf den PC läuft über Kabel und ist nicht angreifbar. Risiken birgt das Speichern der Daten auf dem PC oder in einer Cloud". Denn sind die Daten einmal im Netz gelandet… Deshalb beim Speichern die Videodateien zumindest mit einem Passwort verschlüsseln.


Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.