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Skrupellose Welpenmafia: Gequälte Hündinnen, kranke Welpen: Insider spricht über den illegalen Handel mit Hundebabys

Unzählige Welpen, die über Kleinanzeigen angeboten werden, kommen aus unsäglichen Vermehrerstationen aus Osteuropa. Wer ein solches Tier kauft, unterstützt die so genannte Welpenmafia und fördert somit das Leid der Hunde. Der Kronzeuge in einem aktuellen Prozess hat stern TV gezeigt, wie das Geschäft abläuft.

Sie werden als Welpen aus privater Hand oder aus einer Liebhaberzucht angeboten, tatsächlich aber stammen viele der im Internet inserierten Hundebabys aus dubiosen "Vermehrerstationen" in Osteuropa. Ohne dass die Käufer das meist ahnen können. Die Welpen werden nach kurzer Zeit schwerkrank, wurden meist viel zu früh von den Muttertieren getrennt und anschließend mit gefälschten Papieren verkauft. Die geprellten Käufer bleiben auf Kummer und Tierarztkosten sitzen – und haben unwissentlich den skrupellosen Handel und das unsägliche Vermehren der Hunde unterstützt.

Andreas K. war selbst anderthalb Jahre lang als illegaler Hundehändler tätig. Der gebürtige Pole, der als Teenager nach Deutschland kam, verkaufte Hundewelpen aus Polen in Deutschland, die angeblich von deutschen Züchtern kommen sollten. Später lieferte es die Hundebabys aus den Zuchtstationen einfach weiter. Einige Züchter in Deutschland würden auch Welpen von Vermehrern zukaufen, weil die Nachfrage groß und das Geschäft lukrativ sei, so der Insider. Die Hundevermehrer in Polen hätten die Welpen für 200 bis 250 Euro abgegeben. "Am Ende ging es nur ums Geld, dass er sie alle wegbekommt." Verkauft worden seien sie dann für 700-800 Euro, so Andreas K., dessen wahre Identität geheim bleiben muss.

Insider lässt Hundehändler-Ring in Deutschland auffliegen

Heute bereut er, bei diesem Betrug mitgemacht zu haben. "Ich hatte einen Vorfall, dass mir Welpen gestorben sind. Sie hatten das Parvovirose-Virus. Ich hatte einen Wurf von zehn, drei konnte ich retten. Meine Tochter hat damals gesagt: 'Papa, du hast immer versprochen, dass niemals ein Tier leiden wird.' Und das war für mich ein Wendepunkt", erzählt Andreas K. Als er damals aussteigen wollte, wurde er massiv bedroht: 'Wir schlachten dich ab, auf brutalste Art und Weise. Das kostet nichts, dich umzubringen', habe es geheißen. Der 42-Jährige wandte sich an die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und an die Polizei. Mittlerweile hilft er bei den Ermittlungen und dient als Kronzeuge in einem aktuellen Prozess gegen illegalen Welpenhandel. Um die Hundehändler zu überführen, musste er sie eine Zeit lang noch mit Welpen beliefern.

Genau vor einem Jahr erfolgte dann der Zugriff bei einer vermeintlichen Züchterin in Bayern und einem Züchter aus Kreuztal bei Siegen (stern TV berichtete). Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" war beim Zugriff auf dem Hof dabei, da sie bereits jahrelang auf den Kreuztaler Hundehändler aufmerksam gemacht hatte. Hunderte Anzeigen von betrogenen Welpenkäufern hatten nichts bewirken können; erst durch den Kronzeugen Andreas K. wurde die Polizei aktiv. Damals wurden 106 Hunde beschlagnahmt, darunter 30 Welpen. Ein Großteil davon war laut Staatsanwaltschaft erst kurz zuvor aus Polen geliefert worden. Die Beweise – wie "Welpen-Bestellungen" und heimliche Videoaufnahmen – hatte die Polizei von Andreas K. 

Der Kreuztaler Hundehändler konnte trotz der schlimmen Zustände auf seinem Hof drei Jahrzehnte lang Hunde aus Osteuropa verkaufen. Laut unserem Insider seien auch Mitarbeiter des zuständigen Veterinäramts eingeweiht gewesen. "Der wusste schon vorher, wann die zum Kontrollieren kommen", so Andreas K. "Die haben alle mitgearbeitet. Das ist ja ein kompletter Ring."

Derzeit sind das Kreuztaler Hundehändlerehepaar und dessen Tochter wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs angeklagt. Die Tierärztin wurde wegen Beihilfe angeklagt, sie hatte für die nötigen Impfpässe der Welpen gesorgt. Auch gegen einen Mitarbeiter des Veterinäramts wird ermittelt.

stern TV fahndet nach illegalen Hundevermehrern

Auch Andreas K. wird nicht straffrei davonkommen, immerhin war er anderthalb Jahre an dem Geschäft beteiligt. Das wisse und akzeptiere er. "Aber ich weiß, dass ich mich am Ende richtig entschieden habe und den dreckigen Weg nicht weiter gegangen bin." Er wolle mit seinen Aussagen bei stern TV und vor Gericht aufzeigen, dass billige Welpen hierzulande fast immer aus Vermehrerstationen aus Osteuropa stammen. Und wie ungehindert das Geschäft immer weitergeht. Zusammen mit stern TV und Tierschützerin Birgitt Thiesmann ist der 42-Jährige deshalb noch einmal nach Polen gefahren. Zuvor hatten er und Thiesmann auf polnischen Internetseiten nach verdächtigen Inseraten gesucht – und zahlreiche gefunden. Beliebt scheinen Labradore und französische Bulldoggen, sowie einige kleine Rassen. "Die Händler wissen natürlich, dass das lukrative Weihnachtsgeschäft ansteht. Und jedes Jahr wird dann produziert, produziert, produziert. Die Allerärmsten, nämlich die Welpenmütter, sind die so genannten Vermehrer-Hündinnen. Die Welpen selbst werden im Alter von vier bis sechs Wochen von ihnen getrennt und schon angeboten", ärgert sich Birgitt Thiesmann.

So läuft der Welpenhandel ab

Der Händler kennt verschiedene Züchter, die jederzeit Mengen von Welpen liefern können. Muttertiere werden unter unvorstellbaren Bedingungen gehalten – mit nur einem Ziel: Vermehrung. "Das können Keller sein, das können Schuppen sein, das können Ställe sein, es gibt kein vernünftiges Futter, es gibt kein frisches Wasser, es gibt keine medizinische Hilfe, die Tiere liegen in ihrem eigenen Dreck", weiß Tierschützerin Birgitt Thiesmann.

Hat der Welpenhändler einen Auftrag, verabredet er sich mit den Züchtern und ihren infrage kommenden Tieren, um die Hunde einzusammeln. Dann wird eine Auswahl getroffen: "Die Tiere, die am gesündesten aussehen und den fittesten Eindruck machen, werden mit Impfpässen ausgestattet, die in der Regel gefälscht sind", so Birgitt Thiesmann. "Das heißt, die Tiere sind nicht geimpft."

Dann werden die Welpen in Transporter verladen und in das Bestimmungsland gebracht. Die Transporte dauern oft Stunden oder sogar Tage. Für die sehr jungen Tiere ist das eine Tortur. Noch dazu haben sie oft Würmer, Milben oder andere Parasiten und leiden an psychischen Störungen und/oder tödlichen Krankheiten wie Parvovirose oder Staupe, sagt die Expertin. 

Sobald die Grenzen passiert wurden,  kann das Geschäft abgeschlossen werden. In Westeuropa haben Rassewelpen einen besonders hohen Marktwert, die Gewinnmarge ist hoch. Selbst bei einer bereits einkalkulierten Sterberate unter den Hundebabys. In vielen Fällen werden die Welpen Zwischenhändlern oder Privatinteressenten vorgezeigt und unter gefälschten Angaben verkauft. Worauf Sie als potenzieller Kunde achten und wann Sie Verdacht schöpfen sollten, erklärt diese Checkliste für den Welpenkauf.

Hundevermehrern das Handwerk legen

200 Kilometer hinter der deutschen Grenze trafen wir auf eine typische Vermehrerstation für Hundewelpen. Im Internet hatte der Besitzer eigentlich nur mit französischen Bulldoggen geworben. Doch: "Erzählt hat er mir von 15 Rassen, und von jeder hat er zwei, drei Hündinnen und Welpen", so Andreas K. "Also 100 Hunde hat der bestimmt." Vom Schäferhund über Labradore und Retriever bis zum Weimaraner, vom Berner Sennenhund bis zum Jack Russel hatte der Vermehrer dort zum Verkauf. Mit versteckter Kamera gaben wir uns mit Andrea K. als Zwischenhändler als Interessenten aus und ließen uns französische Bulldoggen zeigen. Die Welpen waren erst fünf Wochen alt – Andreas K. hätte sie trotzdem sofort mitnehmen können. Für 200 Euro pro Welpe, wenn er alle 15 nähme.

Die Elterntiere leben auf dem Hof in dreckigen Zwingern, die verschreckten, eingeschüchterten Welpen holte der Hundevermehrer aus der Scheune – Zutritt verboten! "Wie die mit den Hunden umgehen! Da sieht man einfach schon, dass es nur ums Geld geht. Die Hunde haben gezittert. Aber es geht nur darum, zu produzieren – und weg damit. Wenn man das sieht, wie die Tiere leiden. Das tut schon richtig weh", sagt Birgitt Thiesmann.

Die Welpen dort seien vor allem für den deutschen Markt bestimmt. "Das sind die Hunde, die einfach per Mausklick bestellt werden. Wer das mitmacht, der unterstützt dieses Geschäft." Dennoch gibt es auch in Polen engagierte Tierschützer, die den Hundevermehrern und der Welpenmafia das Handwerk legen wollen. Für die Festnahme eines Vermehrers hat Gregor Bielawski gesorgt. "Ohne ihn wüssten wir gar nicht, was hinter den Kulissen passiert, woher die Hunde kommen, die unter falschen Angaben inseriert werden." In den letzten 10 Jahren hat der polnische Tierschützer 4000 Tiere gerettet, 2500 davon aus Vermehrerstationen.

Um den Welpenhandel aus Osteuropa einzudämmen, wollen die Tierschützer von "Vier Pfoten" aber auch Kleinanzeigenanbieter, insbesondere Ebay stärker in die Pflicht nehmen: "Ebay bietet illegalen Händlern eine Plattform. Bis jetzt kann sich jeder dort anmelden, hundertfach eine E-Mail-Adresse und einen Account anlegen, und man kann nie herausfinden, wer wirklich dahintersteckt", beklagt Birgitt Thiesmann. Jeder könne so ganz einfach an einen Hund eines solchen Vermehrers geraten, so die Tierschützerin. Das Foto einer der winzigen französischen Bulldoggen aus Polen hatte sie zu Demonstrationszwecken kurzzeitig bei Ebay eingestellt: Innerhalb von zwei Stunden bekam sie 15 Anfragen dazu!


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