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Weltmeisterin im Kunstturnen: So will Pauline Schäfer auch bei den Europameisterschaften durchstarten

Im Oktober letzten Jahres überraschte Pauline Schäfer mit ihrem Sensationserfalg auf dem Schwebebalken – und wurde Weltmeisterin im Kunstturnen. Kurz darauf war sie bei stern TV zu Gast. Nun, wenige Tage vor der EM, haben wir sie erneut eingeladen.

Turnweltmeisterin Pauline Schäfer kann überall eine gute Figur machen.

Turnweltmeisterin Pauline Schäfer kann überall eine gute Figur machen.

Auf fünf Metern Länge und nur zehn Zentimetern Landefläche sprang und grätschte , vollführte Handstände und Salti. Ihre Glanzleistung wurde mit der Goldmedaille belohnt. Die hatte sich die 20-jährige Saarländerin nach Jahren harten Trainings redlich verdient. Und es war das erste WM-Gold einer unserer Kunstturnerinnen seit 30 Jahren.

Trotz eingeschränkten Trainings wegen einer Rückenverletzung hatte Pauline Schäfer im Oktober bei der Weltmeisterschaft in mit einer routinierten und nahezu perfekten Performance alle überrascht. 2015 holte sie die Bronze-Medaille, nun endlich: WM-Gold. "Das ist einfach die Belohnung für die ganzen harten Trainingsstunden, für die ganzen Strapazen. Und es macht mich unglaublich stolz, jetzt da zu sein, wo ich bin."

Es gab immer nur eins: Turnen!

Aufgewachsen ist Pauline im Saarland. Seit ihrem fünften Lebensjahr gibt es für sie eigentlich nur eins: Turnen! "Es ist eine wahnsinnig kreative Sportart, es wird nie langweilig", sagt sie. Mit gerade mal 15 Jahren ging sie schon ihren eigenen Weg  – nach auf das Sportinternat, wo sich fortan Gabriele Frehse um ihre turnerische Ausbildung kümmerte: "Sie ist eine der elegantesten Turnerinnen auf der Welt, eine absolute Perfektionistin", lobt die Trainerin.

Für ihren Erfolg trainiert Pauline Schäfer bis zu acht Stunden täglich am Olympiastützpunkt in Chemnitz. Gerade jetzt, wenige Tage vor den Europameisterschaften in Glasgow und Berlin, wo sie wieder nach ganz vorne möchte. "Es ist nicht damit getan, dass man es zehn Mal geübt hat. Man muss es hunderte bis tausende Male machen, bis die Routine drin ist und es letztendlich auch im Wettkampf klappt", so die Profi-Turnerin. Mittlerweile bekommt Pauline Schäfer mentale Unterstützung von ihrer jüngeren Schwester, die seit vier Jahren ebenfalls am Olympiazentrum in Chemnitz trainiert. "Helene ist ein wichtiger Teil in meinem Leben. Wir wissen beide, was es bedeutet, hier jeden Tag in der Halle zu stehen. Und deswegen ist das etwas Besonderes, das wir das zusammen machen können."

"Ich träume von einer Olympiamedaille"

Die 21-Jährige hofft, dass es für sie noch lange im weitergeht. Dennoch macht sie nebenbei am Abendgymnasium ihr Abitur, worauf sie später "zurückgreifen kann", sagt sie. "Ich muss mich beruflich gesehen auch absichern." Ihr Zeitmanagement sei derzeit ihre Hautschwierigkeit, sagt Pauline Schäfer – die es trotzdem nicht anders kennt. Schon als Fünfjährige wurde ihr Talent entdeckt und gefördert. Nach dem Schulunterricht hängte sie schon als Grundschülerin noch vier Stunden Training hinten dran.

Der Ehrgeiz der Weltmeisterin ist ungebrochen. Mit der Goldmedaille am ist ihr größter Traum in Erfüllung gegangen – ihr vorerst größter Traum: "Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich einmal so erfolgreich werde. Aber natürlich träume ich noch von einer Olympiamedaille. Bis 2020 versuche ich noch mal an mir zu arbeiten, damit es auch für Olympia reicht!"

Für alle, die den großartigen Weltmeisterschafts-Moment verpasst haben, zeigte Pauline Schäfer im Herbst eine eindrucksvolle Kür auf dem Schwebebalken live im stern TV-Studio. Jetzt müssen wir ihr nur für die Europameisterschaft alle Daumen drücken.