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Schwierige Titelverteidigung: Wie Erdogan-Kritiker Ünsal Arik vor seinem großen Boxkampf eingeschüchtert werden sollte

Nach seinem Auftritt bei stern TV vergangene Woche wurde der Erdogan-Kritiker Ünsal Arik im Internet angefeindet und bedroht wie selten zuvor. Ist der Boxer wirklich in Gefahr? stern TV hat ihn am Sonntag zu seinem Europameisterschaftskampf in Braunschweig begleitet.

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"Die Anfeindungen, diese Bedrohungen und Beleidigungen über die sozialen Medien sind für mich nichts Neues. Aber diesmal war es so extrem, wie noch nie", erzählt Profiboxer Ünsal Arik kurz vor seinem großen Kampf in Braunschweig am vergangenen Sonntag. Dort sollte er seinen Europameistertitel verteidigen.  Dem Deutsch-Türken fiel es sichtlich schwer, sich auf den Sport zu konzentrieren. Nach den Konfrontationen beim Erdogan-Besuch in wurde Arik in sozialen Netzwerken von Erdogan-Anhängern massiv beschimpft und bedroht. Unter anderem hieß es, es würde bei seinem nächsten Boxkampf etwas Schlimmes passieren. Komm her! Wir sind hier Braunschweig und wir haben eine kleine Überraschung für dich! schrieb man ihm unter anderem. "Das geht nicht spurlos an einem vorbei", so Arik. "Aber ich habe mir den Weg ausgesucht und muss damit dann jetzt auch umgehen."

Zum Kampf in waren knapp 1.500 Zuschauer gekommen. Ob aggressive Erdogan-Anhänger darunter waren? Ünsal Arik wusste nicht, was passieren würde. Die Anspannung war groß, dass es zu Zwischenfällen kommen könnte. Vor Ort waren mehrere Streifenwagen.

"Als hätte ich nicht schon genug Feinde"

Um 20 Uhr stand Ünsal Arik für den Einlauf bereit. Einige buhten ihn aus. Doch der Veranstalter hatte die Sicherheitslage im Griff. Im Ring war der Deutsch-Türke dann voll fokussiert. Bereits in der dritten Runde schlägt er seinen Gegner aus Georgien K.O.

Ünsal Arik bleibt Box-Europameister in seiner Gewichtsklasse. Der Boxer erlebte aber auch emotional schwierige Situationen an diesem Tag, etwa eine wilde Diskussion mit dem Veranstalter. Trotz seines Sieges sagt er: "Man hat einfach versucht, mir Steine in den Weg zu legen – als hätte ich nicht schon genug Feinde, was meine scheiß Politik betrifft!"