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Zu dick für die Kanalisation: Wie Tierretter Michael Sehr diese Ratte aus ihrer misslichen Lage befreite

Michael Sehr ist von Beruf Tierretter – und erlebt Hunde, Katzen und andere Tiere in so mancher Notlage. Am Wochenende kam er einer Ratte zur Hilfe. Das stößt bei vielen auf Unverständnis. Aber warum?

Für ihn sei es ein Einsatz, wie jeder andere gewesen, sagt Michael Sehr. Der hauptberufliche Tierretter versteht nicht, warum über die Rettung einer Ratte so viel diskutiert wird. "Wir werden als Tierretter gerufen, nicht als Schädlingsbekämpfer."

Am Sonntag war Michael Sehr in Benseim-Auerbach zur Hilfe gerufen worden, weil eine Wanderratte in einem Loch eines Gullydeckels feststeckte und sich nicht mehr alleine befreien konnte. Anwohner hatten das Tier entdeckt und die Berufstierrettung Rhein Neckar verständigt. Für das pummelige Tierchen eine missliche Lage, es ging weder vor noch zurück. Doch alleine konnte Michael Sehr dem verängstigten Nager nicht helfen – er brauchte Hilfe und Spezialgeräte für den Deckel zur Kanalisation. Kollegen der freiwilligen Feuerwehr halfen dabei, den Gullydeckel herauszunehmen. Mit einem "Drehgriff" konnte der erfahrene Tierretter Sehr die Ratte dann aus der Klemme befreien. Das unversehrte aber verschreckte Tier entfloh sogleich – zurück in die Kanalisation. Hoffentlich speckt der Nager vor dem nächsten Versuch, durch eine Gullyöffnung zu schlüpfen, noch ein bisschen ab. Für die Berufstierretter Rhein Neckar steht jedoch fest: Wenn es sein müsste, würden sie die Ratte wieder retten.