HOME

Wo sind meine Eltern?: Ein Adoptivkind auf Spurensuche

Ihr Ziel sind die Slums von Manila, ein Kinderheim und das Krankenhaus, in dem sie als Kleinkind ausgesetzt wurde: Weil die 25-jährige Nina sich seit Jahren mit der Frage nach ihrer "wahren Identität" quält, ist sie auf die Philippinen gereist, um ihre leibliche Familie zu finden - eine Suche mit vielen Rückschlägen beginnt.

Eigentlich fehlt es Nina an nichts: Weil die leiblichen Eltern Nina als Kleinkind auf den Philippinen ausgesetzt haben und sie ständig krank und zudem unterernährt ist, kommt sie nach Deutschland - zu Sonja und Joachim Schmidt. Das Ehepaar will mit der Adoption etwas Gutes tun. Sie wollen Nina eine gute Zukunft geben.

Doch das Mädchen wird nicht glücklich in der neuen Heimat: Die Frage nach ihrer "wahren Identität" treibt Nina um, quält sie. Wer bin ich wirklich? Wo komme ich her? Und warum haben meine Eltern mich verlassen? Verzweifelt versucht Nina seit vielen Jahren, ihren Platz im Leben zu finden. Schon als kleines Mädchen merkt sie, dass sie anders ist und hat das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Daran ändern auch die Liebesbeweise ihrer Eltern nichts.

Ständige Sehnsucht

Weil sie die Sehnsucht nach ihrer "wirklichen Heimat" nicht loslässt und die Fragen nach ihrer Identität immer bohrender werden, ist Nina ständig unzufrieden - ohne selbst genau zu wissen warum. Ihre Wut lässt sie an den Adoptiveltern aus.

Seit der Pubertät gibt es ständig Streit, die Familie droht zu zerbrechen. Um endlich zur Ruhe zu kommen und ihren Platz im Leben zu finden, fasst Nina dann einen Entschluss: Gemeinsam mit ihrem Adoptivvater und einem stern TV-Team reist sie auf die Philippinen, um nach ihren Wurzeln zu suchen.

Die erste Station ihrer Suche ist ein Krankenhaus in Manila. Dorthin ist Nina - geboren 1983 als Felicita - mit einer Hirnhautentzündung gebracht worden, als sie ein Jahr alt war. Von ihrer Familie fehlt seitdem jede Spur. Die Krankenschwester, die Nina damals pflegte, kann sich tatsächlich noch an das Mädchen erinnern. Sie hat sogar noch Baby-Fotos von Nina.

Traurige Nachricht

Doch dann ein Rückschlag: In dem Dorf, in dem ihre Eltern eine Zeit gelebt haben, erfährt Nina, dass ihre Mutter gestorben ist. Nur ein Gemeinschaftsgrab erinnert an sie. Jetzt bleibt Nina nur noch eine Hoffnung: Sie muss ihren leiblichen Vater finden, um zu erfahren, warum sie ausgesetzt wurde.

Verfolgen Sie online die Suche - und erfahren Sie mehr über Ninas Schicksal. Wichtige Informationen über Auslandsadoptionen finden Sie außerdem links in der Spalte.

Welche Möglichkeiten gibt es, Kinder im Ausland zu adoptieren?

Wer ein Kind adoptieren möchte, sollte das unbedingt über eine staatlich zugelassene Adoptionsstelle oder über die zentralen Adoptionsvermittlungsstellen der Landesjugendämter tun. Eine Liste mit allen zugelassenen Auslandsvermittlungsstellen hat die Bundeszentralstelle für Auslandsadoptionen zusammengestellt.

Eine Adoption ohne Einschaltung einer zugelassenen Vermittlungsstelle - egal ob im In- oder Ausland - ist nicht erlaubt; zumindest dann nicht, wenn die Länder dem "Haager Adoptionsübereinkommen" zugestimmt haben. Dieses Abkommen wurde im Mai 1993 "zum Schutz der Kinder" verabschiedet, um wirklich nur die Kinder ins Ausland zu vermitteln, die in ihrem Land keine Chance hätten (Adoption als letzter Schritt einer möglichen Hilfe) und um dem internationalen Kinderhandel entgegenzuwirken. Anerkannte Organisationen warnen daher auch vor Adoptionen von Kindern aus Nicht-Vertragsländern.

Detailierte Informationen zu den rechtlichen Voraussetzungen bei Auslandsadoptionen hat die Bundeszentralstelle für Auslandsadoptionen.

Vermittelt das Kinderhilfswerk "terre des hommes" Adoptionen im Ausland?

Nein. "terre des hommes" hat die Adoptionsvermittlung im Ausland inzwischen eingestellt, kümmert sich aber noch intensiv um die zwischen 1967 und 1997 nach Deutschland vermittelten Kinder und ihre Adoptivfamilien.

Heute konzentriert sich "terre des hommes" darauf, mit mehreren hundert Projekten weltweit die Lebenssituation von Kindern und deren Familien zu verbessern.

Wichtige Informationen zur Arbeit der Kinderhilfsorganisation gibt es unter: www.tdh.de Dort gibt es auch Informationen darüber,warum der Verein die Adoptionsvermittlung im Ausland eingestellt hat

Was verbirgt sich hinter dem "Haager Adoptionsübereinkommen"?

Hintergrund des 1993 verabschiedeten Abkommens war die zunehmende Nachfrage nach Adoptivkindern in vielen Ländern, die immer öfter nicht erfüllt werden konnte. Das hatte vor 1993 dazu geführt, dass adoptionswillige Ehepaare zunehmend Kinder im Ausland adoptiert haben - aus Verzweiflung auch mit der Hilfe illegaler Vermittler.

Um sicherzustellen, dass die grenzüberschreitende Adoption dem Wohl des Kindes dient und um der Entführung von Kindern und dem internationalen Kinderhandel entgegenzuwirken, wurde schließlich das "Haager Übereinkommen" zum Schutz von Kindern und für eine bessere Zusammenarbeit bei internationalen Adoptionen geschlossen. Deutschland ist dem Vertrag 2002 beigetreten.

Wichte Informationen zum dem Abkommen gibt es unter: www.bundesjustizamt.de

Woran erkenne ich, ob eine Vermittlungsorganisation seriös ist?

Die Stellen, die Adoptionen im Ausland ermöglichen und durchführen, müssen staatlich anerkannt sein.

Eine Liste mit allen zugelassenen Auslandsvermittlungsstellen hat die Bundeszentralstelle für Auslandsadoptionen zusammengestellt.

Wer kommt für eine Adoption (im Ausland) in Frage?

Wer ein Kind adoptieren möchte, muss mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepaaren gilt diese Altersgrenze für mindestens einen der beiden. Der zweite Partner muss mindestens 21 sein.

Wer verheiratet ist, kann grundsätzlich nur gemeinschaftlich ein Kind adoptieren. Unverheiratete dagegen können ein Kind nur alleine annehmen. Das gilt auch für Personen, die in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften leben: Sie können gemeinschaftlich nicht adoptieren.

Welche Probleme können bei den adoptierten Kindern auftreten?

In der ersten Zeit kommt es häufig zu Anpassungsproblemen, wie etwa:
- Sprachproblemen
- Essensproblemen
- Schlafproblemen
- Schwierigkeiten im Hinblick auf die Akzeptanz der Familie oder einzelner Familienmitglieder

Ein großer Teil solcher Probleme sind aber meistens nur Eingewöhnungs- und Übergangsschwierigkeiten.

Besonders in der Pubertät beginnen dann aber bei vielen Adoptivkindern Identitätsprobleme - denn ab dann setzen sich die Jugendlichen oft intensiv mit ihrer Herkunft auseinander.

In der Folge kommt es daher möglicherweise zu:
- Verhaltensauffälligkeiten
- Schwierigkeiten in der Familie und im gesellschaftlichen Umfeld
- der Ablösung vom Elternhaus
- einem geringen Selbstwertgefühl
- häufigen Fragen nach der Herkunft und den Gründen, die zu ihrer Aussetzung oder Adoptionsfreigabe geführt haben.