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"Wünschewagen" für todkranke Menschen: Mein letzter Wunsch: Eine Begegnung mit Elefanten

Tabea König ist erst 28 Jahre alt und hat Krebs im Endstadium. Mit Hilfe ihres Mannes und dem "Wünschewagen" soll ihr noch ein Lebenstraum erfüllt werden. Tabea König möchte Elefanten begenen.

Tabea König und ihr Mann Patrick beim Treffen mit Elefanten.

Tabea König und ihr Mann Patrick beim Treffen mit Elefanten.

Für Tabea König sollte ein Lebenstraum in Erfüllung gehen: Eine Begegnung mit Elefanten. Die 28-Jährige sollte die sanftmütigen Riesen streicheln und füttern dürfen – das hat ihr der "Wünschewagen" ermöglicht, ein Projekt des Arbeiter Samariter Bundes, das sterbenskranken Menschen einen Herzenswunsch erfüllt. Tabea König ist sterbenskrank. Sie hat Krebs im Endstadium. Innerhalb von vier Jahren nach der Diagnose und trotz zehrender Therapien bleiben ihr nur noch wenige Monate oder Wochen, bis sie stirbt. "Mein Leben hat sich jetzt geändert. Aber ich muss es annehmen, wie es ist. Und das mache ich auch", sagt sie selbst.

Heiratsantrag nach Krebsdiagnose

Bis zu ihrer Krebsdiagnose führten Tabea und Patrick König ein sorgenfreies und glückliches Leben: Das Paar reiste viel, ging zusammen zu Fußballspielen des VFB Stuttgart, Tabea war begeisterte Volleyballerin. Doch 2014 spürte die damals 24-Jährige  plötzlich, dass mit ihrem Körper etwas nicht stimmt. Sie konnte einen Knoten in ihrer Brust erstasten und ging damit zu ihrem Gynäkologen. Dort hieß es zunächst, das sei "nicht schlimm", erzählt Tabea König. "Und dann kam die Diagnose, dass es doch bösartig ist." Bereits beim Erstbefund sei klar gewesen: Der Krebs hatte schon gestreut – in Leber und Knochen, sagt Tabeas Mann Patrick.

Es begann ein monatelanger Behandlungsmarathon aus Strahlungs- und Chemotherapie. Tabea König litt, veränderte sich optisch, verlor mehrmals ihre Haare. In dieser schweren Zeit machte Patrick ihr einen Heiratsantrag. "Ich war total baff, dachte 'Doch nicht jetzt'. Aber es gab keinen Gedanken, dass ich 'Nein' sage", erzählt die 28-Jährige. Am Tag der Hochzeit spielte der Krebs keine Rolle. Doch danach ging es Tabea König zunehmend schlechter, die Therapie schlug kaum noch an. Vor einigen Monaten bekam das Ehepaar dann die Hiobsbotschaft: Tabea hat Metastasen im Gehirn. Ihr bleiben nur noch Wochen oder wenige Monate. "Davor habe ich am meisten Angst: Dass es morgen vorbei sein kann. Morgen kann ich im Bett liegen und nicht mehr aufwachen."

"Es lohnt sich, dass man lebt"

Die Hobby-Gärtnerin hat noch einen großen Wunsch: Sie möchte Elefanten treffen, ihnen ein Mal richtig nah sein. Von ihrer Schwester Christiane hat sie einen Gutschein für eine Elefanten-Begegnung im Stuttgarter Zoo geschenkt bekommen, doch die Wartezeit beträgt mehrere Monate. Monate, die Tabea König womöglich nicht mehr hat. Der Wünschewagen des ASB aber kann helfen. "Wir hatten wir schon Angst, dass wir das nicht mehr miterleben können", sagt Patrick König. "Aber das war ja nochmal so wichtig, als sie im Krankenhaus gesagt hat 'Ich will zu den Elefanten!'. Dann haben wir den Wünschewagen mit ins Boot genommen." Die ehrenamtlichen Projektmitarbeiter arrangierten den Besuch der Elefanten und den Transport mit einem Krankenwagen  in den 20 Kilometer entfernten Stuttgarter Zoo. Tabea König ist gerührt und begeistert zugleich, als sie die Tiere sieht – ein großer Moment für die Krebskranke und ihren Mann: "Meine Frau hat so lange drauf hin gefiebert und das wir das jetzt noch erleben können, das ist wirklich schön!" Die Elefanten und der nahe Kontakt zu den sanften Riesen geben Tabea König Kraft. Ein Augenblick des Glücks und der Hoffnung: "Es lohnt sich, dass man lebt", sagt die 28-Jährige. "Es lohnt sich, dass man mit seinen lieben Menschen Zeit verbringt. Und das muss man nutzen. Jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde."


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