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Zehn Tage bei Scientology: "Meine Persönlichkeit ist im Arsch"

"Tun Sie es nicht", warnte ein Sektenexperte. "Genauso wenig würde ich Ihnen raten, testweise Heroin zu spritzen." Trotzdem wagte der Journalist Philipp Mattheis den Selbstversuch: zehn Tage bei Scientology. Die Gehirnwäsche wirkte auch bei ihm.

Von Philipp Mattheis

1. Tag: Der Einstieg

Vor dem Dianetik-Zentrum an der Münchner Freiheit wirbt ein Schild: "Heute kostenloser Stresstest". In der Eingangshalle steht ein Bionade-Automat. Mir ist mulmig. Ein junger Mann mustert mich aufmerksam und kommt dann auf mich zu. Er heißt Markus*. Ich gebe mir und Scientology zehn Tage Zeit.

In der Aula stehen mehrere kleine Tische mit Stühlen. Darauf das "E-Meter", ein Apparat mit Zeigern und zwei Aluminium-Dioden an den Enden. Das "E-Meter" reagiert auf elektrische Impulse an der Hautoberfläche. Damit können Scientologen im Unbewussten gespeicherte Erlebnisse aufspüren. Markus bittet mich, an irgendwas zu denken. Der Zeiger schlägt aus. "An was denkst du?", fragt er. An die Scheidung meiner Eltern.

Ich setze mich auf eine zerschlissene Ledercouch, und Markus legt eine DVD ein. Es folgt ein 45 Minuten langes Interview mit L. Ron Hubbard, Science-Fiction-Autor und legendärer Gründer der Sekte. Hubbard sitzt vor einem Gemälde mit Mohnblumen und erzählt: Scientology mache Menschen effizienter und glücklicher. Scientologen würden nicht mehr krank, denn alle Krankheiten hätten psychische Wurzeln. Scientologen seien außerdem fleißig, hilfsbereit und stressresistent. Wären da nicht die Hollywood-Ikonen Tom Cruise und John Travolta, Scientology wäre die spießigste Sekte der Welt.

Dann kommt Sonja zu mir. Sie sieht gut aus. Mit großen Augen mustert sie mich. Alle Menschen hier haben einen sehr eindringlichen Blick. Wir vereinbaren einen Termin für ein "Auditing". Ich soll bis dahin keinen Alkohol trinken und keine Aspirin nehmen. Das mache meinen Geistkörper unnötig schwer.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie man angeblich "clear" wird – das nervenaufreibende erste "Auditing" bei Scientology ...

2. Tag: Das Auditing

Katholiken haben die Beichte, Buddhisten meditieren, Atheisten gehen zur Psychoanalyse. Und Scientologen machen "Auditing" – eine Mischung aus allen dreien. Sonja stellt mich Sigrid vor, meiner "Auditorin". Sie führt mich in den zweiten Stock. Wir betreten eine winzige Zelle mit zwei Stühlen und einem Tisch. Sigrid verschließt die Tür von innen. Ich bin ein "Pre-Clear". Auditing macht "clear". Dann schließe ich die Augen. Mein Puls steigt. Sigrid fordert mich auf, an eine wichtige Situation in meinem Leben zu denken. Ich entscheide mich für meine Führerscheinprüfung.

"Gehe zum Anfang des Geschehnisses zurück und hole alle Informationen, die du kontaktieren kannst", sagt sie. Ich erzähle von meiner Führerscheinprüfung. Nach zehn Minuten bin ich fertig. Sigrid sagt danke und: "Gehe nun zum Anfang des Geschehnisses zurück und hole alle zusätzlichen Informationen, die du kontaktieren kannst." Ich erzähle die Geschichte noch einmal: Berganfahrt, Autobahn, rückwärts einparken. Nach 15 Minuten habe ich den roten Lappen in der Hand. Sigrid sagt danke und: "Gehe nun zum Anfang des Geschehnisses zurück und ..."

Man kann eine Geschichte dreimal erzählen. Man kann eine Geschichte auch viermal erzählen. Spätestens beim sechsten Mal fühlt man sich debil. Sigrid zermürbt mich. Beim siebten Mal erzähle ich auch, wie ich von meinem Heimatdorf mit dem Bus zur Prüfung gefahren bin. Beim achten Mal, wie wir die Sitze des Schulbusses, der 1997 schon längst ausrangiert gehört hätte, angekokelt haben. Ich rieche den Gestank wieder. Sigrid ist eine Maschine: "Gehe nun zum Anfang ..."

Zwei Stunden später darf ich meine Augen wieder öffnen – meine Führerscheinprüfung ist "gecleared". Die Dinge im Zimmer wirken plötzlich eigenartig intensiv: Die weiße Wand ist noch weißer, Sigrids Augen noch blauer und mein Mund vom vielen Reden noch trockener. Ich fühle mich befreit. Weil ich die zwei Stunden überstanden habe? Oder weil ich dem Clear ein Stück näher gekommen bin?

Zum Abschied gibt mir Sonja den "Oxford-Persönlichkeitstest" und bittet mich, ihn bis morgen auszufüllen. 200 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren: Haben Sie das Gefühl, dass Menschen hinter ihrem Rücken schlecht über Sie reden? Sind Sie oft gestresst? Leiden Sie unter nervösen Ticks? In letzter Zeit zucken die Muskeln meines rechten Auges so eigenartig.

Auf der nächsten Seite: Ein "Thetan" aus dem Jahr 1683 taucht auf, und einem Ritter wird ein Bein abgehackt ...

3. Tag: Der Persönlichkeitstest

Dass ich nicht ganz normal bin, habe ich zum ersten Mal in der siebten Klasse vermutet, als ich den achten Verweis innerhalb von drei Monaten kassierte. Jetzt habe ich es schwarz auf weiß: Meine Persönlichkeit ist im Arsch. Fast alle meine Eigenschaften sind im "nicht annehmbaren Zustand". Sonja starrt mich an. "So kann es doch nicht weitergehen. Du bist orientierungslos, unsicher und du verschwendest deine Energie. Du lebst nicht effizient."

Sonja arbeitet seit zehn Jahren bei Scientology. Sie hat Menschen Lesen und Schreiben beigebracht, Drogenabhängige kuriert und Ehen gerettet. Sie verunsichert mich. "Nun schau nicht so traurig", sagt sie. "Wir können dir helfen!" Ich lächle, Sonja strahlt. Mit dem Kommunikations-Trainings-Kurs werde ich in nur acht Kursstunden besser mit meinen Mitmenschen auskommen und meine Schüchternheit überwinden. "Weißt du, was das Beste ist?" Ich zucke mit den Schultern. "Der Kurs kostet nur 37,90 Euro!" Mein Training wird am Dienstag beginnen.

4. Tag: Der Aussteiger

Wilfried Handl leitete Scientology Österreich, und er war "clear". Wir treffen uns am Münchner Hauptbahnhof, er ist auf dem Weg nach Kempten zu einer Podiumsdiskussion über Scientology. Er sieht jünger aus als 55, der Krebs hat Handls Körper zerfressen. Die Hoden, die Bauchhöhle, die Lunge, 2004 folgt ein Gehirntumor. Er zeigt mir einen langen Schnitt auf seinem Hinterkopf. Er hat seine Frau und zwei seiner Söhne an die Sekte verloren. Der Krebs hat ihn gerettet.

"Auf der Stufe, die ich erreicht hatte, hätte ich laut Scientology eigentlich keinen Krebs mehr bekommen dürfen." Zum ersten Mal nach 28 Jahren hatte Handl im Krankenhaus Zeit zum Nachdenken. Denn Scientologen haben keine Zeit. Sie arbeiten im Zentrum für etwa 40 Euro pro Woche. Deswegen brauchen sie Zweitjobs. 28 Jahre hat Handl 16 Stunden am Tag gearbeitet. Dann stieg er aus und wurde 2004 von Scientology zur "unterdrückerischen Person" erklärt. Kein Mitglied darf seitdem mehr Kontakt zu ihm haben. Handl blickt mir in die Augen. "Immer Blickkontakt zu halten, lernen Scientologen relativ schnell. Sie erhalten Macht über Menschen. Es beginnt harmlos mit Kursen über Psychologie und Kommunikation. Am Ende zahlen Sie mehrere Tausend Euro für den nächsten Kurs, weil Sie eine noch höhere Stufe erreichen wollen. Und dann beginnt der Druck."

Als wir im Zug nach Kempten sitzen, macht Handl eine Art Spiel mit mir. "Denken Sie bitte nicht nach, antworten Sie einfach auf meine Fragen." So muss Handl früher gewesen sein: einnehmend und hypnotisierend. "Welchen Beruf hatten Sie im Jahr 1683?" – "Tischler", sage ich. "Können Sie sich an ein schlimmes Erlebnis damals erinnern?" Ein paar Sekunden und ein paar Fragen später bin ich im 13. Jahrhundert. Ich bin Söldner und kämpfe auf einem Schlachtfeld in Norditalien. Meinem Nachbarn hackt ein kaiserlicher Ritter das Bein ab. "Sehen Sie, es funktioniert ganz einfach. Sie waren gerade auf dem Weg, ihre Reinkarnationen zu identifizieren. Scientologen sind in diesem Denken gefangen. Um ihre wahre Identität zu finden, den 'Thetan', geben Sie immer mehr Geld für immer noch teurere Kurse aus."

Auf der nächste Seite: Die Gehirnwäsche beginnt zu wirken ...

7. Tag: Der Thetan

Ich bin der einzige Kursteilnehmer. In der Nacht habe ich geträumt, ich sei ein Tischler im 17. Jahrhundert. Mein Kollege schnitt sich während der Arbeit den Daumen ab. Alles war voller Blut. Jetzt liegt vor mir ein Scientology-Bilderbuch, aus dem ich lerne, dass ein Mensch aus sterblichem Körper, dem Verstand und dem Thetan besteht. Der Thetan ist unsterblich und wandert nach dem Tod eines Menschen in einen anderen Körper. Ich habe schon verrücktere Sachen gelesen. Die christliche Trinitätslehre ist da wesentlich kryptischer.

8. Tag: Die Hemmungen

Mein neuer Kursleiter sieht aus wie eine Eule. Er trägt ein braunes Hemd, dessen Stoff an eine Raufasertapete erinnert. Ich soll einen "Kommunikationszyklus" üben: Aufnahmebereitschaft des Gegenübers feststellen, Frage stellen, Antwort bestätigen. Ich muss durch das Haus gehen und Scientologen ansprechen. Überall freundliche Gesichter und nette Antworten. Ich baue Hemmungen ab. Am Abend sitze ich in einer Kneipe. Als sich die Frau am Nebentisch einen Lugana bestellt, sage ich zu ihr, dass Lugana der beste Weißwein auf der Karte ist: Er ist trocken und hat wenig Säure. Sie lächelt, wir unterhalten uns eine halbe Stunde lang. Das letzte Mal habe ich eine wildfremde Frau auf dem Oktoberfest angesprochen. Nach drei Maß Bier.

10. Tag: Der Ausstieg

Ich habe den Kurs nicht beendet. Am zehnten Tag kam die erste SMS: Sonja möchte mit mir meinen Stundenplan verifizieren. Ich habe nicht geantwortet. Ich habe Abmachungen mit mir selbst getroffen, an die ich mich halte.

Heute hat mir mein Mitbewohner gesagt, dass ich glücklicher aussehe. Ich hätte so ein Leuchten in den Augen. Ich habe ihm tief in die Augen gesehen und dann seinen Daumen betrachtet. Wir kennen uns schon sehr lange. 1683 waren unsere Thetane beide Tischler.

*Namen geändert

Buchtitel gesucht. Die Rückkehr ...
Der Titel des zweiten Bandes lautet "Die Rückkehr des <xyz>" Autor ist ein irischer Schriftsteller. Es geht um einen Mönch mit einem Sprachfehler. Als das Kloster von Dämonen angegriffen wird, kann er die Abwehr-Gebete, wegen seines Sprachfehlers, nicht so deutlich sprechen, wie seine Mönchsbrüder und der Geist einer Hexe geht deshalb auf ihn über. Seine Mönchsbrüder wollen ihn, um zumindest seine Seele zu retten, nun auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Mit dem Geist der Hexe und etwas Flug-Salbe gelingt ihm aber die Flucht, auf einem Besen durch die Luft reitend. Zufällig belauscht er das Gespräch einer Frau, in die er sich verliebt hat und von der er sich ebenfalls geliebt fühlt. Dabei findet er heraus, dass sie ihn nicht als Mann liebt, sondern dass sie ihn für einen solchen Trottel hält, dass er ohne ihre mütterliche Fürsorge nicht lebenstüchtig sei und dass sie sich deshalb verantwortlich fühlt ihn mit ihrer Mutterliebe zu umsorgen. Tief verletzt hängt er seine Versuche, ein guter Mensch zu sein an den Nagel, will nun böse werden und schließt zu diesem Zweck einen Packt mit dem Teufel. Um den Packt zu besiegeln muss er ein mit Blut unterschriebenes Pergament mit dem Vertragstext verschlucken. Bei der anschließenden Überfahrt nach Frankreich wird er jedoch seekrank und kotzt sich seine Seele aus dem Leib. Dabei geht auch das Pergament mit dem Teufelspackt mit über Bord. Dadurch ist er an den Packt mit dem Teufel nicht mehr gebunden, plant aber weiterhin, mit Hilfe des Teufels ein böser Mensch zu werden. Dabei stellt er sich aber jedesmal so dusselig an, dass immer etwas Gutes dabei heraus kommt. Trotz der tiefen Verletzung durch die Frau, die er liebt, kann er sie doch nicht vergessen und schmachtet ihr auch weiterhin nach. Bei einem Hexenmeister lernt er einen Liebestrank zu brauen. Was er dann auch tut. Der Trank muss sehr lange ziehen. Während also der Trank auch während einer Abwesenheit weiter zieht, dringt eine Kuh in die Höhle ein, in der der Trank gebraut wird und säuft den Trank aus. Als der Mönch in die Höhle zurück kehrt, verliebt sich die Kuh augenblicklich in ihn und weicht ihm von da an nicht mehr von der Seite. Wie heißt der Mönch, der Held dieser Geschichte, und auch titel-gebend ist. Und wer ist der irische Autor?
Gerneralvollmacht und Insichgeschäft
Wir sind 3 Kinder und 2 haben Generalvollmacht. Unser Bruder hat Vorkaufsrecht eingetragen für die Elterliche Wohnung. Unsere Mutter ist im Mai 2016 gestorben, meinem Bruder war der Vater zu stressig im Haus also kam er 4 Tage nach Mutter s Tod ins Pflegeheim. Ich fragte meinen Bruder der in dem Haus wohnt wo auch die Eltern lebten was nun mit der Wohnung geschieht. Mein Bruder erklärte die bleibt leer es kommen keine Fremden ins Haus. Ich ging mit meiner Vollmacht zum Notar und fragte nach da in der Vollmacht geschrieben war den Besitz ordentlich verwalten. Ich bekam vom Notar die Auskunft vermieten oder verkaufen und wir benötigen einen Gutachter. Mein Bruder bekam 3 Wochen später von dem selben Notar die gleiche Information. Ein paar Tage später schickte mir mein Bruder eine Mail, er möchte die Wohnung kaufen, schickte mir ein leeres Dokument mit das ich unterschreiben soll und zu diesem Betrag geht dann die Wohnung an ihn über. Er wollte ein Gutachten bei der Gemeinde erstellen lassen wo seine ganzen Freunde im Ausschuss sitzen. Ich hab das natürlich nicht unterschrieben und wir holten (der andere Bruder und ich ) einen Gutachter. Die Wohnung mit 93 qm, riesigem Garten, Stellplatz, 2 Fam. Haus zentrale Lage mit S-Bahn-Anbindung wurde geschätzt auf 139.000 Euro. Also kam der nächste Kaufvertrag meines Bruders zu dem Wert.Mit dem Wert waren wir ebenso nicht einverstanden, warum verkauft man eine Wohnung zum Gutachterwert wenn man auf dem freien Markt einen total anderen Preis erzielt ! WIr setzten die Wohnung in Immoscout und hatten eine feste Kaufzusage für 218.000 Euro ! Hatten von unserem Bruder einen Termin gesetzt bekommen zum 30.11.16 sollen wir nachweisen wie wir einen Preis um die 200.000 erzielen wollen. Wir hatten unserem Bruder die Kaufzusage vor dem gesetzten Termin gesendet und boten ihm an die Wohnung für 200.000 Euro zu kaufen. Noch vor Ablauf und nach unserem Angebot kam von der Gegenseite .. tut uns leid die Wohnung ist seit 15.11.16 vermietet auf 3 Jahre ohne Kündigungsrecht von beiden Seiten, somit ist der Verkauf nicht mehr möglich ..... so nun kam der Hammer, das Schloss wurde ausgetauscht und ich kam weder in den Garten noch ins Haus. Wir haben Klage gestellt ! Bis der Termin auf dem Gericht endlich kam, wurde von unserem Bruder 3 x verschoben kam die Hiobsbotschaft bei dem Termin.. unser Bruder fuht im April 17 zu einem Notar, 100 km von unserem Wohnort und verkaufte sich die Wohnung mit seiner Vollmacht selbst zum Preis von 160.000 Euro... . ...58.000 Euro weniger als wir auf dem freien Markt bekommen hätten und natürlich steckt er ab diesem Termin die Miete ein. Wir haben Klage beim Landgericht gestellt...und jetzt kommt der Witz.. er kommt damit wahrscheinlich durch .. Wertgutachten waren 139.0000 Euro, wir hätten 218.000 Euro bekommen Differenz 58.000 Euro und er darf bis 30 % abweichen ! Was ist das denn für ein Gesetz .. Im Testament stand alles zu gleichen Teilen und wir sollen das Vorkaufsrecht unseres Bruders beachten.... 1, 16.08.17 starb Vater ! Rechtzeitig die Wohnung aus dem Erbe geholt ! Weiss jemand einen Rat ?