9 unterschiedliche Ganzjahresreifen im Vergleich – finden Sie Ihre besten Ganzjahresreifen (M+S) für eine sichere Fahrt zu jeder Jahreszeit – unser Test bzw. Ratgeber 2023
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9 unterschiedliche Ganzjahresreifen im Vergleich – finden Sie Ihre besten Ganzjahresreifen (M+S) für eine sichere Fahrt zu jeder Jahreszeit – unser Test bzw. Ratgeber 2023
Mit Ganzjahresreifen habe ich zwei Werkstattbesuche weniger pro Jahr. Das ist der Grund, weshalb ich schon seit Jahren ausschließlich auf Allwetterreifen setze. In dieser Zeit habe ich viele Reifen von unterschiedlichen Herstellern mit mehreren Autos gefahren. Heute weiß ich, worauf es bei guten Ganzjahresreifen ankommt. Um Autofahrern die Entscheidung beim Reifenkauf zu erleichtern, gebe ich dieses Wissen im folgenden Vergleich weiter.
Meine wichtigsten Kriterien
Felgendurchmesser / Höhen- und Breitenverhältnis
Um die Auswahl schnell einzugrenzen, achte ich zuerst auf den möglichen Felgendurchmesser. Die verglichenen Ganzjahresreifen sind für Felgen zwischen 13 und 21 Zoll erhältlich. Einige Hersteller haben nur durchschnittliche Größen im Angebot. Wer besonders kleine oder große Reifen braucht, sollte genauer hinsehen. Neben dem Durchmesser sollte auch das Höhen- und Breitenverhältnis zu den Felgen beziehungsweise zum Fahrzeug passen. Es wird in Prozent angegeben und sagt aus, wie hoch der Reifen von der Felge bis zur Kontaktfläche ist.
Laufflächenbreite
Beim Reifenkauf gilt es nicht nur den Durchmesser, sondern auch die Breite zu beachten. Wer bereits Felgen hat, muss sich bei der Auswahl danach ausrichten. Wenn es auf die Fahreigenschaften ankommt, bevorzuge ich bei Ganzjahresreifen einen Mittelweg. Breitere Reifen haben eine größere Kontaktfläche und damit mehr Grip auf der Straße. Schmale Reifen erleichtern das Anfahren und Kurvenfahren bei Nässe und Schnee. In meinem Vergleich gibt es Laufflächenbreiten zwischen 155 und 235 Millimetern.
Zugelassene Höchstgeschwindigkeit
Ein Ganzjahresreifen sollte nicht nur zur Felgengröße passen, sondern auch zu den eigenen Fahrgewohnheiten. Dabei ist ein Blick auf die Höchstgeschwindigkeit wichtig. Nicht alle Ganzjahresreifen sind auf Geschwindigkeiten jenseits der 200 Kilometer pro Stunde ausgelegt. Unter den verglichenen Modellen sind zwischen 190 und 270 Kilometer pro Stunde möglich.
Kraftstoffeffizienzklasse
Die Wahl der Reifen hat einen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Motoren müssen mehr Kraft aufbringen, um schwergängige Reifen mit großer Kontaktfläche in Bewegung zu versetzen. Über die Kraftstoffeffizienzklassen lässt sich das leicht einschätzen. Sie funktionieren wie ein Schulnotensystem: Je höher der Buchstabe im Alphabet steht, desto höher ist die Effizienz des Reifens.
Ganzjahresreifen galten viele Jahre lang als eher schlechter Kompromiss, weil sie in kaum einer Disziplin an die Leistungen guter Sommer- und guter Winterreifen heranreichten. Sie hatten auf nasser und trockener Straße einen längeren Bremsweg als viele Sommerreifen und boten auf schneebedeckter Fahrbahn schlechtere Traktion und Seitenführung als die meisten Winterreifen. Doch das hat sich geändert. Dank gewaltiger Fortschritte in der Reifentechnologie können etliche Ganzjahresreifen mittlerweile auch mit guten Sommer- und Winterreifen mithalten und liefern bei jedem Wetter und jeder Fahrbahnbeschaffenheit verblüffend gute Testergebnisse. Mit diesen Reifen erübrigt sich das lästige Aufziehen von Sommerreifen jeden Sommer und auch Winterreifen müssen nicht alle 12 Monate aufgezogen werden. Das spart Zeit und Aufwand.
Der folgende Vergleich stellt 9 Ganzjahresreifen vor und beschreibt ihre Eigenschaften und Besonderheiten. Im anschließenden Ratgeber geht es um einige Unterarten der Ganzjahresreifen und den Aufbau eines Reifens. Es folgen Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema, Hinweise auf wichtige Kaufkriterien sowie Vor- und Nachteile von Ganzjahresreifen gegenüber Sommer- und Winterreifen. Den Abschluss bilden Informationen zu Ganzjahresreifen-Tests von Stiftung Warentest, Öko-Test und weiteren Verbraucherportalen.
9 verschiedene Ganzjahresreifen zwischen 13 und 21 Zoll im großen Vergleich
Wer Ganzjahresreifen für ein sportliches Fahrzeug sucht, sollte einen Blick auf die zugelassene Höchstgeschwindigkeit werfen. Meine Empfehlung für Autos, die Geschwindigkeiten von 250 Kilometern pro Stunde überschreiten: die Ganzjahresreifen von Pirelli. Allerdings bietet der Hersteller sie ausschließlich in der Größe 17 Zoll an.
"Große Ganzjahresreifen für einen geringen Kraftstoffverbrauch"
Bridgestone Weather Control A005 Evo Ganzjahreseifen
Wenn ein geringer Kraftstoffverbrauch im Vordergrund steht, empfehle ich die Ganzjahresreifen von Bridgestone. Sie sind unter den Modellen in meinem Vergleich die einzigen Reifen mit der Kraftstoffeffizienzklasse B. Zudem bietet Bridgestone mit Durchmessern von 15 und 21 Zoll sowie Laufflächen zwischen 175 und 275 Millimetern die größten Reifen in meinem Vergleich an.
Auf der Suche nach Ganzjahresreifen für einen kleinen PKW empfehle ich die Bereifung von Nexen. Mit 13 bis 18 Zoll bietet der Hersteller die kleinsten Reifen in meinem Vergleich an. Der Nachteil: Sie haben die Kraftstoffeffizienzklasse D und haben damit unter den verglichenen Modellen die niedrigste Effizienz.
Der Firestone Multiseason GEN 02 Ganzjahresreifen besteht laut Hersteller aus einem neuen Materialmix, der eine verbesserte Laufleistung und eine längere Lebensdauer im Vergleich zum Vorgängermodell bieten soll. Die optimierten Profilkanten und die verbesserten Lamellen sollen einen guten Grip auf Schnee zeigen. Das Produkt ist mit dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet und darf deshalb bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Blick auf die situative Winterreifenpflicht gefahren werden.
Das vorgestellte Reifenmodell in der Dimension 155/65 R 14 T hat eine Laufflächenbreite von 155 Millimetern, einen Reifenquerschnitt (das ist die Relation zwischen Breite und Höhe eines Reifens) von 65 Prozent und passt auf eine Stahl- oder Alufelge mit einem Durchmesser von 14 Zoll. Der Tragfähigkeitsindex 79 erlaubt ein maximales Gewicht von 437 Kilogramm pro Allwetterreifen. Der Geschwindigkeitsindex T lässt eine Höchstgeschwindigkeit von 190 Kilometer pro Stunde zu.
Was ist ein Ganzjahresreifen? Ein Ganzjahresreifen ist ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen. Mit Blick auf die Sicherheitsaspekte soll er unter allen Witterungsverhältnissen Sicherheit im Straßenverkehr bieten. Für das ganzjährige Fahren auch bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Ganzjahresreifen nur zugelassen, wenn sie mit dem Alpine-Symbol, einem Piktogramm mit Berggipfeln und einer Schneeflocke, gekennzeichnet und somit wintertauglich sind.
Das EU-Reifenlabel gibt Auskunft über die Reifeneigenschaften. Der Ganzjahresreifen von Firestone in der hier vorgestellten Größe hat die Kraftstoffeffizienzklasse E und die Nasshaftungsklasse B. Der Ganzjahresreifen erreichte im genormten Test eine Lautstärke von 71 Dezibel. Der Reifen ist in vielen weiteren Größen erhältlich und eignet sich laut Hersteller für unterschiedliche Fahrzeuge vom Kleinwagen bis hin zur oberen Mittelklasse und für SUV.
Was ist der Tragfähigkeitsindex? Der Tragfähigkeitsindex sagt etwas über das maximal zulässige Gewicht aus, mit dem ein Reifenmodell belastet werden darf. Er ist auch unter den Namen Lastindex oder dem Kürzel LI bekannt. Je höher die Zahl ist, umso mehr Last trägt der Reifen.
Die wichtigsten Eigenschaften der Ganzjahresreifen fasst der Hersteller im folgenden Video in 20 Sekunden zusammen:
Der Continental AllSeasonContact Ganzjahresreifen soll laut Hersteller eine gute Traktion auf schneebedeckten Straßen bieten, ermöglicht durch die adaptive All-Season-Mischung, die wegen ihres hohen Silica-Anteils für die positiven Fahreigenschaften des Reifens bei niedrigen Temperaturen verantwortlich ist. Das flexible All-Season-Profil soll für eine gute Performance im Sommer sorgen. Die offenen Reifenschultern verringern Continental zufolge das Aquaplaning-Risiko. Der Reifen ist mit dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet und hat eine Felgenschutzleiste. Sie soll die Felge bei Randstein-Berührungen vor Beschädigungen schützen.
Was ist der Geschwindigkeitsindex? Jeder Reifen ist mit einem Geschwindigkeitsindex – auch Speedindex genannt – gekennzeichnet. Er wird in Buchstaben angegeben und ist auf dem Reifen aufgedruckt. Die dem Buchstaben zugeordnete zulässige Geschwindigkeit darf nicht überschritten werden. Mehr zum Geschwindigkeitsindex erklärt der ADAC hier.
Der hier vorgestellte Ganzjahresreifen in der Größe 225/45 R 17 V hat eine Laufflächenbreite von 225 Millimetern. Die Höhe der Seitenflanke beläuft sich bei dem Allwetterreifen auf 45 Prozent. Der passende Felgendurchmesser beträgt 17 Zoll. Der Lastindex 94 erlaubt ein Höchstgewicht von 670 Kilogramm pro Reifen, der Geschwindigkeitsindex V eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometer pro Stunde. Der hier vorgestellte Ganzjahresreifen hat die Kraftstoffeffizienzklasse C und die Nasshaftungsklasse B. Der Reifen erreichte im genormten Testbetrieb eine Lautstärke von 72 Dezibel.
Was sind die Kraftstoffeffizienz und die Nasshaftung? Die Kraftstoffeffizienz gibt Auskunft über den Kraftstoffverbrauch. Wenn ein Reifen eher schwergängig über den Boden rollt, muss der Motor des Autos mehr Kraft dafür aufwenden. Das bedeutet einen höheren Kraftstoffverbrauch. Rollt der Reifen leichtgängig, senkt das den Spritverbrauch und steigert die Effizienz. Die Nasshaftung beschreibt die Eigenschaften des Reifens auf nassem Untergrund. Jeder Reifen schwimmt auf nasser Fahrbahn irgendwann auf (Fachbegriff Aquaplaning), dann reißt die Haftung ab, das Fahrzeug lässt sich nicht mehr lenken und abbremsen – es gerät außer Kontrolle. Je höher die Geschwindigkeit ist, bei der ein Reifen aufschwimmt, desto besser ist seine Nasshaftung.
Das folgende Kurzvideo fasst die wichtigsten Eigenschaften der Continental-Ganzjahresreifen zusammen:
Positive Fahreigenschaften bei niedrigen Temperaturen
Mit Felgenschutzleiste ausgestattet
Offene Reifenschultern
All-Season-Profil
Verkauf erfolgt ohne Felge
FAQ
Ist der Continental AllSeasonContact Ganzjahresreifen ein Runflat-Reifen?
Nein, das ist nicht der Fall.
Darf mit diesem Reifen schneller als 240 Kilometer pro Stunde gefahren werden?
Nein, der Reifen hat den Geschwindigkeitsindex V für eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Continental bietet den Reifen auch dem Geschwindigkeitsindex W für bis zu 270 Kilometer pro Stunde an.
Entspricht der Reifen der Winterreifenpflicht Österreichs?
Ja, der Continental AllSeasonContact Ganzjahresreifen hat das Schneeflocken-Symbol und ist deshalb in Österreich mit seinen Wintereigenschaften im Winter zugelassen.
Gilt der Preis für den Reifen mit Felge?
Nein, der Ganzjahresreifen wird ohne Felge verkauft.
3. Michelin CrossClimate+ Ganzjahresreifen – mit abgeschrägten Profilblockkanten
Der Michelin CrossClimate+ Ganzjahresreifen ist nach Herstellerangaben aus einem innovativen Materialmix gefertigt. Das Material soll flexibel sein, um bei jeder Temperatur eine gute Traktion zu bieten. Die 3D-Lamellen sind tief geschnitten und sorgen laut Michelin für ein langlebiges Profil.
Das Profil des Ganzjahresreifens ist in mehrere Blöcke unterteilt, deren Kanten abgeschrägt und versteift sind. Die runden Profilblockkanten erhöhen laut Michelin die Sicherheit auf trockener Fahrbahn. Sie sollen dafür sorgen, dass der Reifen seine Form behält und sich die Bremsleistung auf trockenem Untergrund verbessert.
Der hier vorgestellte Allwetterreifen in der Dimension 2185/55 R15 H hat eine 185 Millimeter breite Lauffläche. Das Verhältnis von Laufflächenbreite zu Seitenwandhöhe beträgt 55 Prozent. Der Alleskönner passt nur auf Felgen mit einem Durchmesser von 15 Zoll. Der Tragfähigkeitsindex 86 lässt eine maximale Tragfähigkeit von 615 Kilogramm pro Reifen zu. Die Höchstgeschwindigkeit ist durch den Speedindex H auf 210 Kilometer pro Stunde begrenzt. Das Profil ist in V-Form gestaltet und laufrichtungsgebunden.
Was ist eine Laufrichtungsbindung? Sie gibt die Montage des Reifens auf der Felge in einer bestimmten Richtung vor. Laufrichtungsgebundene Reifen haben eine Vorder- und eine Rückseite. Die Laufrichtung ist mit einem Schriftzug oder Pfeil auf der Seitenwand des Reifens vermerkt. Falsch herum montierte laufrichtungsgebundene Reifen würden die Fahrsicherheit und positiven Eigenschaften eines solchen Reifens drastisch verringern. Die Laufrichtung ist eine Eigenheit von V-Profilen und selten bei anderen Profilarten anzutreffen. Nähere Informationen zur Laufrichtung sind hier nachzulesen.
Laut EU-Reifenlabel hat der vorgestellte Ganzjahresreifen die Kraftstoffeffizienzklasse C und die Nasshaftungsklasse B. Die Geräuschemission ist mit einem Wert von 69 Dezibel geprüft. Der Allwetter-Reifen ist mit dem Schneeflocken-Symbol versehen und für den Einsatz im Winter zugelassen.
Was bedeuten die Zahlen in der Reifengröße? Die Reifengröße wird durch mehrere Zahlen und Buchstaben auf dem Reifen angegeben. In der Bezeichnung 165/65 R14 83 T steht die Zahl 165 für eine Reifenbreite von 165 Millimetern. Die Zahl 65 steht für die Seitenhöhe im prozentualen Verhältnis zur Reifenbreite. In dem Beispiel sind es 65 Prozent, was einer Seitenhöhe von 107 Millimetern entspricht. Der Buchstabe R steht für die Bauart und bedeutet Radialreifen. Die Zahl 14 gibt den Felgendurchmesser an. Die Zahl 83 bezieht sich auf den Tragfähigkeitsindex und der Buchstabe T gibt Auskunft über den Geschwindigkeitsindex. Mehr zu den Bezeichnungen erläutert der Ratgeber im Anschluss an die Produktbeschreibungen.
Einen Erfahrungsbericht zu den Ganzjahresreifen von Michelin gibt es im folgenden Video:
Der Goodyear Vector 4Seasons G3 Ganzjahresreifen erzielt gemäß Hersteller bessere Ergebnisse im Vergleich zum Vorgängermodell. Die Profilblöcke sollen die Verformung des Reifens unter starker Belastung reduzieren. Das macht sich laut Goodyear durch ein besseres Bremsverhalten und eine verbesserte Bodenhaftung auf trockener Straße bemerkbar.
In der Mitte der Lauffläche befinden sich viele Lamellen. Sie sehen aus wie kleine und gleichmäßige Risse im Profil. Die Lamellen sollen für eine bessere Haftung auf Schnee sorgen, indem sie sich bei Kontakt öffnen.
Der hier vorgestellte Reifen in der Dimension 205/55 R 16 V hat eine 205 Millimeter breite Lauffläche. Das Verhältnis von Laufflächenbreite zu Seitenwandhöhe beträgt 55 Prozent. Der Reifen passt nur auf Felgen mit einem Durchmesser von 16 Zoll. Der Lastindex 91 erlaubt ein Gewicht von 615 Kilogramm pro Reifen. Der Geschwindigkeitsindex V lässt eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometer pro Stunde bei dem Allwetterreifen zu. Der Reifen ist mit dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet.
Was ist das Schneeflocken-Symbol? Das Schneeflocken-Symbol – auch als Alpine-Symbol bezeichnet – gilt seit 2018 als offizielles und rechtlich anerkanntes Kriterium für die Zulassung eines Winter- oder Ganzjahresreifens als Winterreifen. Fehlt das Symbol, darf in Deutschland mit den Reifen nicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte gefahren werden. Andernfalls droht ein Bußgeld, ein Punkt in Flensburg und großer Ärger mit der Kfz-Versicherung im Falle eines Unfalls. In einigen Nachbarländern sind Reifen mit Schneeflocken-Symbol grundsätzlich im Winterhalbjahr vorgeschrieben, unabhängig von den aktuellen Witterungsbedingungen. Die frühere Bezeichnung M+S – Matsch und Schnee – ohne Schneeflockensymbol ist alternativ nur noch für Reifen ausreichend, die vor 2018 produziert wurden. Das Schneeflocken-Symbol ist oft auch mit der Abkürzung 3PMSF – Three-Peak-Mountain-Snow-Flake – vermerkt.
Der laufrichtungsgebundene Reifen vom Reifen-Spezialisten Goodyear hat laut EU-Reifenlabel die Kraftstoffeffizienzklasse C und die Nasshaftungskategorie B. Der Ganzjahresreifen wurde mit einer Geräuschemission von 70 Dezibel geprüft.
Was ist das EU-Reifenlabel? Das EU-Reifenlabel ist eine einheitliche Kategorisierung von Reifen und bietet somit eine gewisse Vergleichsmöglichkeit hinsichtlich einiger Testkriterien. Das Label informiert über die Kraftstoffeffizienz und die Nasshaftung mit Klassifizierungen von A bis G sowie über die Geräuschemission in Dezibel. Über die tatsächlichen sicherheitsrelevanten Leistungen eines Reifens in der Praxis, etwa den Bremsweg oder die Seitenführung, sagt das Label nichts aus. Mehr Informationen zum EU-Reifenlabel gibt der Ratgeber im Anschluss an die Produktbeschreibungen.
Im folgenden Video stellt Goodyear die wichtigsten Eigenschaften seines Ganzjahresreifens vor:
Der hier vorgestellte Pirelli Cinturato All Season+ Ganzjahresreifen in der Dimension 225/45 R 17 W hat eine 225 Millimeter breite Lauffläche mit einem laufrichtungsgebundenen Profil. Die Höhe der Seitenwand macht 45 Prozent der Breite aus. Das Produkt vom Spezialisten Pirelli ist für einen Felgendurchmesser von 17 Zoll geeignet. Der Lastindex 94 erlaubt ein Höchstgewicht von 670 Kilogramm pro Reifen. Nähere Informationen zum Lastindex finden sich hier. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist durch den Speedindex W auf 270 Kilometer pro Stunde begrenzt. Der Ganzjahresreifen ist mit dem 3PMSF-Symbol, der Schneeflocke, gekennzeichnet und hat einen Felgenschutz.
Was ist ein Felgenschutz? Ein Felgenschutz, eine Felgenschutzleiste oder eine Felgenrippe bezeichnen eine zusätzliche Gummischicht an der Seitenwand des Reifens. Dank dieser Erhöhung, die eng an der Felge anliegt, ist der Felgenrand vor Beschädigungen durch den Kontakt mit dem Bordstein besser geschützt. Der Schutz wirkt nur bei niedrigen Geschwindigkeiten wie beispielsweise beim Einparken. Ein hohes Tempo kann der Gummiring nicht abfedern.
Der hier vorgestellte Reifen erreichte im Test eine Lautstärke von 69 Dezibel. Er hat die Kraftstoffeffizienzklasse C und die Nasshaftungsklasse B.
Der Ganzjahresreifen ist mit einer Seal-Inside-Funktion ausgestattet, die laut Pirelli aus einer zusätzlichen Schicht im Reifeninnern besteht. Seal-Inside bedeutet auf Deutsch innen versiegelt. Die Versiegelung soll den Reifen vor einem Druckverlust schützen und bei mindestens 85 Prozent aller schadensbedingten Ursachen wirken.
Innenversiegelung aus Schutz vor Druckverlust
Vergleichsweise leise
Felgenschutz
Schneeflocken-Symbol
Nur für 17-Zoll-Felgen
FAQ
Ist der Pirelli Cinturato All Season+ Ganzjahresreifen in verschiedenen Größen erhältlich?
Ja, der Reifen ist in vielen Dimensionen erhältlich.
Ist die Seal-Inside-Funktion eine Bezeichnung für einen Runflat-Reifen?
Nein, der Pirelli Cinturato All Season+ Ganzjahresreifen ist kein Runflat-Reifen. Die Seal-Inside-Funktion soll nur einen Luftverlust verhindern, macht den Reifen aber nicht so pannensicher wie einen Runflat-Reifen.
Hat der Ganzjahresreifen eine M+S-Kennzeichnung?
Ja, der Ganzjahresreifen hat eine Matsch+Schnee-Kennzeichnung und das 3PMSF-Schneeflocken-Symbol.
Passt die Reifengröße auf einen VW?
Das lässt sich so nicht beantworten. Die Größe eines neu gekauften Reifens muss immer mit einer für das jeweilige Auto zugelassenen Reifengröße übereinstimmen.
6. Bridgestone Weather Control A005 Evo Ganzjahresreifen – mit der Nasshaftung A
Bis 21 Zoll
Kundenbewertung
(413 Amazon-Bewertungen)
Bridgestone Weather Control A005 Evo Ganzjahreseifen
Der hier vorgestellte Bridgestone Weather Control A005 Evo Ganzjahresreifen in der Größe 235/65 R 17 V hat eine Laufflächenbreite von 235 Millimetern. Die Höhe der Seitenflanke beträgt 65 Prozent. Der Ganzjahresreifen passt auf eine Felge mit einem Durchmesser von 17 Zoll. Der Tragfähigkeitsindex 108 erlaubt ein maximales Gewicht von 1.000 Kilogramm pro Reifen. Mit dem Speedindex V ist eine Höchstgeschwindigkeit von 240 Kilometer pro Stunde zulässig.
Mit Nasshaftung A: Hinsichtlich der Nasshaftung wird der hier vorgestellte Ganzjahresreifen von Bridgestone in die Kategorie A eingestuft. Damit weist er die bestmögliche Nasshaftungsklasse auf.
Der Allwetterreifen vom Reifen-Spezialisten Bridgestone hat die Kraftstoffeffizienzklasse B. Die Reifenlautstärke ist mit 71 Dezibel geprüft. Das Schneeflocken-Symbol ist vorhanden, was eine Verwendung unter winterlichen Bedingungen erlaubt. Optional ist dieser Ganzjahresreifen auch als Runflat-Reifen erhältlich. Von Bridgestone wird diese Eigenschaft als DriveGuard-Technik bezeichnet. Mehr dazu ist hier nachzulesen.
Was ist ein Runflat-Reifen? Ein Runflat-Reifen hat eine verstärkte Seitenwand. Sie ist so verstärkt, dass sie im Falle eines Luftverlusts nicht in sich zusammenfällt. Dadurch hat der Reifen Notlaufeigenschaften und der PKW kann in vielen, aber nicht allen Fällen, mit dem platten Reifen bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren. Runflat-Reifen sind ausschließlich für Fahrzeuge mit einem RDKS – Reifendruck-Kontrollsystem – zugelassen. Mehr zum Thema Runflat und RDKS erläutert der Ratgeber im Anschluss an die Produktbeschreibungen.
Im folgenden Video stellt Bridgestone die wichtigsten Eigenschaften seines Ganzjahresreifens vor:
Nein, der hier beschriebene Ganzjahresreifen ist kein Runflat-Reifen. Es gibt jedoch auch eine Runflat-Ausführung des Modells mit Notlaufeigenschaften.
Gibt es den Bridgestone Weather Control A005 Evo Ganzjahresreifen in einer anderen Größe?
Ja, der Reifen ist in vielen Dimensionen verfügbar.
Gilt der Preis für den Reifen samt Felge?
Nein, der Preis gilt für einen Reifen ohne Felge.
Darf der Reifen im Winter gefahren werden?
Ja, der Reifen ist mit dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet und für einen Einsatz im Winter zugelassen.
7. Vredestein Quatrac 5 Ganzjahresreifen – mit asymmetrischem Profildesign
Der hier vorgestellte Vredestein Quatrac 5 Ganzjahresreifen in der Dimension 155/60 R 15 T hat eine 155 Millimeter breite Lauffläche. Die Höhe der Seitenwand beläuft sich auf 60 Prozent. Der Reifen passt nur auf eine Stahl- oder Alufelge mit einem Durchmesser von 15 Zoll. Das erlaubte Höchstgewicht von 375 Kilogramm pro Reifen ist durch den Lastindex 74 festgelegt. Der Geschwindigkeitsindex T lässt ein maximales Tempo von 190 Kilometer pro Stunde zu.
Der Ganzjahresreifen hat ein asymmetrisches Profildesign, das vorwiegend bei Sommerreifen üblich ist. Der Reifen ist nicht laufrichtungsgebunden und lässt sich auf jeder Radposition montieren. Laut Reifenhersteller soll er so länger haltbar sein.
Der Ganzjahresreifen hat die Nasshaftungsklasse C. Das Modell erreichte beim Lautstärketest einen Wert von 68 Dezibel und weist die Kraftstoffeffizienzklasse E auf. Eine Zulassung für den Winterbetrieb ist durch das Alpine-Symbol gegeben.
Was hat es mit den verschiedenen Profildesigns auf sich? Die Profilarten lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen. Das symmetrische Profil ist auf der Innen- und auf der Außenseite gleich aufgebaut. Es eignet sich besonders für kleine Autos im Stadtverkehr und erreicht oft eine gute Laufleistung. Das Profil in V-Form kann vergleichsweise große Mengen Schnee und Wasser verdrängen, weshalb es oft für Winterreifen zum Einsatz kommt. Das asymmetrische Profil ist bei vielen Sommerreifen üblich. Es ist kraftstoffeffizienter als die anderen Arten. Mehr zu den verschiedenen Profilarten erläutert der Ratgeber im Anschluss an die Produktbeschreibungen.
Das folgende Video gibt wichtige Informationen zu Ganzjahresreifen und stellt den Quatrac 5 kurz vor:
Der hier vorgestellte Hankook Kinergy 4S H740 Ganzjahresreifen in der Größe 205/60 R16 H hat eine Laufflächenbreite von 205 Millimetern. Die Seitenwand hat eine Höhe von 60 Prozent. Der Reifen passt nur auf eine 16-Zoll-Felge. Dem Lastindex 91 zufolge beträgt das zugelassene Höchstgewicht 630 Kilogramm pro Reifen. Die maximale erlaubte Geschwindigkeit, die der Reifen mit dem Speedindex H fahren darf, beträgt 210 Kilometer pro Stunde.
Der Reifen ist mit einer Kombination aus Winter- und Sommerlamellen versehen. Die Winterlamellen sollen laut Hersteller eine gute Leistung auf Schnee und Eis bieten. Auf trockener und warmer Straße sollen die Sommerlamellen bei Brems- und Lenkmanövern ausreichend Traktion herstellen.
Das Modell hat dem EU-Reifenlabel zufolge die Kraftstoffeffizienzklasse C und die Nasshaftungsklasse B. Die Lautstärke des Reifens ist mit 71 Dezibel deklariert. Der Kinergy 4S-Ganzjahresreifen ist mit dem M+S-Schriftzug und dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet.
Ganzjahresreifen werden rechtlich wie die Saisonreifen Winterreifen behandelt. Deshalb existiert dieselbe folgende Ausnahme in Bezug auf die Höchstgeschwindigkeit: Während bei Sommerreifen der Geschwindigkeitsindex der Reifen höher sein muss als die Höchstgeschwindigkeit des Autos, ist es bei Ganzjahres- und Winterreifen erlaubt, einen Reifen zu montieren, dessen Speedindex niedriger ist als die Höchstgeschwindigkeit des Autos. Dabei muss sich ein Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers befinden, der über die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens informiert. Beispiel: Das Auto hat eine in den Fahrzeugpapieren eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h, der Ganzjahresreifen den Speedindex T, also 190 km/h. Mit entsprechendem Aufkleber am Armaturenträger ist das erlaubt. Bei fehlendem Aufkleber und/oder Überschreitung der zulässigen Reifen-Höchstgeschwindigkeit drohen rechtliche Folgen.
Mit Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet
Mit Kombination aus Winter- und Sommerlamellen
M+S-Schriftzug vorhanden
Nur für 16-Zoll-Felgen
Maximale Geschwindigkeit 210 km/h
FAQ
Darf mit dem Reifen im Sommer wie im Winter gefahren werden?
Ja, der Hankook Kinergy 4S H740 Ganzjahresreifen ist für alle Jahreszeiten zugelassen.
Gibt es das Modell für eine 15-Zoll-Felge?
Ja, der Reifen ist in diversen Größen erhältlich.
Ist der Hankook Kinergy 4S H740 Ganzjahresreifen laufrichtungsgebunden?
Nein, der Ganzjahresreifen hat keine vorgegebene Laufrichtung.
Ist dieser Reifen ein Runflat-Reifen?
Nein, das ist nicht der Fall.
9. Nexen N’blue 4Season Ganzjahresreifen – mit 3D-Lamellen
Der hier vorgestellte Nexen N’blue 4Season Ganzjahresreifen in der Dimension 165/65 R 14 T hat eine 165 Millimeter breite Lauffläche. Die Seitenwandhöhe beläuft sich auf 65 Prozent. Das Modell passt auf Stahl- oder Alufelgen mit einem Durchmesser von 14 Zoll. Der Tragfähigkeitsindex 79 lässt ein maximales Gewicht von 437 Kilogramm pro Reifen zu. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist durch den Geschwindigkeitsindex T auf 190 Kilometer pro Stunde begrenzt.
Die 3D-Lamellen des Reifens bieten laut Hersteller eine erhöhte Profilblock-Stabilität. Die Lamellen sind in der Tiefe und der Breite abgestuft und sollen so die Formstabilität erhöhen. Das wirkt Nexen zufolge einer Verformung des Reifens entgegen, die bei Bremsmanövern und Kurvenfahrten entsteht. Dadurch soll der Reifen eine bessere Bodenhaftung erreichen und beim Fahren das Handling erleichtern.
Der Reifen hat die Kraftstoffeffizienzklasse E und die Nasshaftungsklasse C. Die geprüfte Reifenlautstärke beträgt 68 Dezibel. Der Reifen hat durch das 3PMSF-Schneeflocken-Symbol eine Winterzulassung.
Was ist die DOT-Nummer? Die DOT-Nummer ist ein wichtiges Kaufkriterium und entscheidend für die Verwendungsdauer eines Reifens. Im Jahr 1980 beschloss das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten von Amerika, dass ein Herstellungsdatum auf jedem Autoreifen angegeben sein muss. Dieser Behörde, dem Department of Transportation, kurz DOT, verdankt die DOT-Nummer ihren Namen. Die DOT-Nummer gibt das Jahr und die Kalenderwoche an, in der der Reifen hergestellt wurde.
Reifen haben eine empfohlene Haltbarkeit von maximal 10 Jahren, denn sie verlieren mit der Zeit die Weichmacher in ihrer Gummimischung – die Reifen härten aus. Ist der Autoreifen zu hart, büßt er seine positiven Eigenschaften ein, insbesondere auf nasser und glatter Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg, die Seitenführung wird schlechter. Hat der Reifen ein Produktionsdatum, das weniger als 3 Jahre zurückliegt, darf er vom Anbieter noch als fabrikneu verkauft werden.
Einen Erfahrungsbericht zu den Ganzjahresreifen von Nexen gibt es im folgenden Video:
Nexen hat dem Verkäufer zufolge Fabriken in Südkorea, China und Tschechien. In welcher Fabrik der vorgestellte Reifen produziert wird, lässt sich nicht sagen.
Gibt es den Nexen N’blue 4Season Ganzjahresreifen in anderen Größen?
Ja, das Modell ist in vielen Größen erhältlich.
Hat der Reifen eine Laufrichtung?
Ja, der Nexen N’blue 4Season Ganzjahresreifen hat eine vorgegebene Laufrichtung. Sie ist auf der Seitenwand vermerkt.
Gibt es den Reifen mit Notlaufeigenschaften?
Nein, dieser Ganzjahresreifen ist nicht als Runflat-Reifen erhältlich.
Ganzjahresreifen sind Autoreifen, die sich das komplette Jahr nutzen lassen und eine Winterzulassung haben. Sie erzielen in den meisten Fällen genügend Traktion und oft ebenso gute Bremswege auf verschneiten Straßen wie Winterreifen. Im Sommer bieten Ganzjahresreifen bessere Eigenschaften im Vergleich zu Winterreifen. Sie nutzen sich auf warmem Asphalt langsamer ab und haben bei warmer Witterung einen kürzeren Bremsweg als Winterreifen.
Die Besonderheit des Ganzjahresreifens liegt in seiner Materialmischung. Vereinfacht ausgedrückt: Der Reifen ist weich genug, um bei kalten Temperaturen und glatten Straßen im Winter genügend Traktion aufzubauen. Für hohe Temperaturen und den warmen Asphalt im Sommer ist er hart genug, um die Bodenhaftung zu behalten – anders als reine Winterreifen. Der größte Vorteil eines Ganzjahresreifens besteht darin, dass er das ganze Jahr auf dem Auto bleiben kann. Das erspart Fahrzeughaltern jährlich zwei zeitaufwändige und Kosten verursachende Werkstattbesuche zum Reifenwechsel.
Was ist der Unterschied zwischen einem Reifen und einem Rad?
Jedes Fahrzeug fährt auf Rädern. Mit dem Ausdruck Rad ist bei Straßenfahrzeugen die Kombination aus einem Reifen und einer Felge gemeint. Der Reifen ist auf der Felge montiert. Die Felge ist am PKW befestigt und trägt den Reifen. Sie besteht aus Stahl oder einer Leichtmetalllegierung. Für Reifen und Felge wird auch der Ausdruck Komplettrad verwendet.
Viele Autobesitzer haben zwei Sätze Kompletträder. Vier Räder sind mit Winterreifen und vier Räder sind mit Sommerreifen bestückt. Im Frühjahr und im Herbst ist ein Radwechsel notwendig. Der Radwechsel ist mit Ganzjahresreifen nicht nötig. Die Kompletträder bleiben auf dem Auto, bis die Reifen ersetzt werden müssen. Das ist spätestens der Fall, wenn die Reifen ihre Mindestprofiltiefe erreicht haben.
Was ist die Mindestprofiltiefe? Durch das Rollen, Beschleunigen, Bremsen und Lenken nutzt sich ein Reifen mit jedem gefahrenen Kilometer ab. Die Abnutzung findet auf der Lauffläche des Reifens – dem Profil – statt und lässt sich nicht verhindern. Verringert sich das Profil, kann der Reifen weniger Schnee, Schneematsch und Wasser ableiten. In Deutschland gilt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Bei montierten Reifen, die diese Profiltiefe unterschreiten, drohen rechtliche Folgen. Nähere Informationen zur Reifenprofiltiefe gibt es hier.
Wie ist ein Ganzjahresreifen aufgebaut?
Im Grundprinzip unterscheiden sich die diversen Ganzjahresreifen im Aufbau kaum voneinander. Einige spezielle Ausführungen wie Runflat-Reifen oder C-Reifen haben einen veränderten Aufbau. Daneben gibt es herstellerspezifische Materialien und Besonderheiten.
Das Material
Ein Ganzjahresreifen ist aus mehreren Schichten unterschiedlicher Materialien aufgebaut. Hauptsächlich kommen Kautschuk, Gummi, Stahl, Textilien und Kunststoff zum Einsatz. Je nach Hersteller und je nach Besonderheit des Reifens unterscheidet sich die Zusammensetzung.
Der Kern
Das Innere des Autoreifens besteht aus mehreren Schichten. Jeder Hersteller hat seine eigene Materialzusammensetzung, aber der Aufbau gewöhnlicher Reifen ist meist gleich. Von innen nach außen ergeben sich folgende Lagen:
Die innere Lage ist eine dünne Isolationsschicht aus Gummi, die dem Luftdruck standhalten muss. So bleibt die Luft im Reifen und gelangt nicht zwischen die Schichten.
Darauf folgt die Karkasse. Sie ist das zweilagige Grundgerüst eines Reifens und besteht aus Gummi, der mit einem Stahl-Kord- oder Textil-Geflecht durchwoben ist. Die Karkasse zieht sich bis in die Seitenwände.
Im inneren Ring der Seitenwand befindet sich der Wulstkern. Er besteht aus einem Drahtgeflecht und sorgt für den Halt des Reifens auf der Felge.
Über der Karkasse liegt der Stahlgürtel. Er besteht aus zwei Lagen von Stahldrähten, die erst quer und dann längs zur Laufrichtung verlaufen. Der Stahlgürtel befindet sich unter der Lauffläche und zieht sich nicht bis in die Seitenwände.
Der Stahlgürtel ist mit einem Nylongewebe abgedeckt, das die darüber liegende Gummischicht des Profils vom Stahl trennt.
Die obere Schicht – die Lauffläche – trägt das strukturierte Gummiprofil.
Das Profil
Das Profil bildet die Kontaktfläche zwischen dem Reifen und der Straße. Es gibt verschiedene Designs und unterschiedliche Gummimischungen. Für Ganzjahresreifen sind mehrere Profildesigns üblich:
Das Profil in V-Form: Es ist für gute Eigenschaften bei Schnee und Nässe bekannt, weshalb die meisten Winterreifen diese Profilart aufweisen. Das V-Profil verdrängt die Schnee- und Wassermassen effektiver als andere Profilarten, doch es verursacht im Vergleich oft einen höheren Kraftstoffverbrauch.
Das asymmetrische Profil: Es hat eine Innen- und eine Außenseite, womit es laufrichtungsgebunden ist. Die Außenseite ist für die Eigenschaften bei Kurvenfahrt verantwortlich. Auf der Innenseite befinden sich Profilblöcke, die beim Bremsen wichtig sind. Diese Profilart kommt oft für Sommerreifen zum Einsatz.
Das symmetrische Profil: Das symmetrische Profil ohne V-Design lässt sich kostengünstig herstellen und hat keine ausgefeilte Profiltechnik. Der Vorteil besteht hauptsächlich in der langen Lebensdauer.
Welche Profilart ist die beste? Die verschiedenen Profilarten haben Vor- und Nachteile. Das Profil in V-Form bietet gute Eigenschaften auf Schnee und nasser Fahrbahn. Das Fahrverhalten auf trockener Straße ist die Stärke des asymmetrischen Profils. Es eignet sich für eine sportliche Fahrweise. Das symmetrische Profil ist kostengünstig und für den Stadtverkehr und eine gemütliche Fahrweise ausreichend. Jeder Autofahrer sollte anhand seines Fahrstils und seines Fahrzeugs entscheiden, welche Profilart für ihn in Frage kommt.
Welche Arten von Autoreifen gibt es?
Autoreifen sind in drei Reifentypen-Kategorien unterteilt. Sommerreifen bestehen aus Materialien, die sich für hohe Temperaturen eignen. Der Winterreifen ist auf niedrige Temperaturen und den Einsatz im Schnee ausgelegt. Der Ganzjahresreifen ist der Kompromiss, weil er eine Winterzulassung hat und trotzdem gute Eigenschaften im Sommer aufweist.
Der Ganzjahresreifen
Der Ganzjahresreifen kombiniert die guten Eigenschaften eines Winter- und eines Sommerreifens. Mit seiner Zulassung für winterliche Witterungen gibt es keine gesetzlichen Beschränkungen für den Ganzjahresbetrieb. Durch das Wegfallen der saisonbedingten Reifenwechsel lässt sich Geld und Zeit sparen. Der Reifen hat eine ausreichende Traktion im Sommer und Winter und eignet sich für nasse, verschneite und trockene Fahrbahnen.
Für Autofahrer, die überwiegend im Stadtverkehr unterwegs sind und für Wenigfahrer mit gelegentlichen Ausflügen in verschneite Regionen sind Ganzjahresreifen ein guter Kompromiss. Für Vielfahrer, Fahrer mit sportlicher Fahrweise oder Bewohner schneereicher Regionen ist ein Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen anstelle eines Ganzjahresreifens eventuell empfehlenswert.
Verglichen mit vielen Sommer- und Winterspezialisten büßen einige Ganzjahresreifen in der Höchstleistung ein. Ihr Bremsweg auf Schnee und Eis ist länger, ihre Traktion geringer als beim Winterreifen. Im Sommer kommen sie nicht an die Leistungen guter Sommerreifen heran. Der Bremsweg und die Haftung sind schlechter, der Kraftstoffverbrauch ist höher, und der Reifen nutzt sich schneller ab. Durch das weiche Profil reagieren manche Ganzjahresreifen verzögert auf Lenkmanöver. Einige der neuesten Ganzjahresreifen erreichen hingegen – laut den Tests mehrerer Autozeitschriften – die Leistungen guter Sommer- und Winterreifen gleichzeitig und haben dadurch keine Nachteile mehr.
Vor- und Nachteile von Ganzjahresreifen
Das ganze Jahr verwendbar
Für den Winter zugelassen
Kurzer Bremsweg beim Bremstest auf nassem und warmem Untergrund
Geringerer Aufwand für Werkstattbesuche
Weniger Kosten durch ersparte Werkstattbesuche
Ausnahmeregelung für den Geschwindigkeitsindex
Manchmal schwammiges Lenkverhalten
Häufig längerer Bremsweg
Oft hohe Lautstärke
Höherer Verschleiß auf warmem Asphalt
Der Winterreifen
Der Winterreifen ist für niedrige Temperaturen konzipiert. Seine weiche Gummimischung und das Profil passen sich dem verschneiten oder vereisten Boden an. Es verdrängt Schnee, Matsch und Wasser effektiv. So generiert der Winterreifen eine gute Bodenhaftung, die er für kurze Bremswege benötigt. Mit dem Alpine-Symbol ist er für den Winter zugelassen. Hinsichtlich des Geschwindigkeitsindex gilt wie beim Ganzjahresreifen die Ausnahmeregelung, dass der Geschwindigkeitsindex des Reifens die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs unterschreiten darf.
Der Nachteil eines Winterreifens sind seine schlechten Eigenschaften auf warmem Asphalt. Er nutzt sich bei sommerlichen Temperaturen deutlich schneller ab als ein Sommer- oder Ganzjahresreifen und seine Bremsleistungen sind auf warmen Untergrund schlechter. Verglichen mit einem Sommerreifen fühlt sich das Einlenken bei hohen Außentemperaturen schwammig an. Der Kraftstoffverbrauch ist oft höher als bei den anderen Reifenarten.
Vor- und Nachteile von Winterreifen
Gute Schnee- und Wasserverdrängung
Gute Traktion im Winter
Kurzer Bremsweg im Winter
Winterzulassung
Ausnahmeregelung für den Geschwindigkeitsindex
Starker Verschleiß im Sommer
Langer Bremsweg auf warmer Fahrbahn
Oft geringe Kraftstoffeffizienz
Schwammiges Fahrverhalten bei hohen Außentemperaturen
Der Sommerreifen
Der Sommerreifen ist für die warme Witterung konzipiert. Durch seine härtere Gummimischung reagiert er präziser auf Lenkbewegungen. Er behält in schnellen Kurvenfahrten seine Form und seine Bodenhaftung. Auf warmem und nassem Asphalt bietet er verglichen mit dem Ganzjahres- und Winterreifen die kürzesten Bremswege. Das Profildesign und der Materialmix erlauben einen geringeren Rollwiderstand und dadurch eine höhere Kraftstoffeffizienz sowie einen höheren Geschwindigkeitsindex.
Seit 2010 gilt in Deutschland eine gesetzliche Winterreifenpflicht. § 2 Abs. 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt vor, dass bei winterlichen Wetterbedingungen – Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte und Reifglätte – nur Fahrzeuge mit Winterreifen auf öffentlichen Straßen erlaubt sind. Die Reifen müssen mit dem 3PMSF-Symbol, der Schneeflocke, gekennzeichnet sein.
Seine positiven Eigenschaften verliert der Sommerreifen mit winterlichen Temperaturen zunehmend. Seine Gummimischung funktioniert in Schnee und Eis nicht. Das verlängert den Bremsweg und verringert die Kontrolle über das Fahrzeug drastisch. Die Kriterien für eine sichere Fahrt sind nicht mehr erfüllt, deshalb ist die Fahrt mit Sommerreifen bei Schnee und Eis untersagt. Auf schneeglatter Fahrbahn bieten Sommerreifen so gut wie keine Seitenführung und keine nennenswerte Bremsleistung mehr. Dazu ein Beispiel: In einem Ganzjahresreifentest der Zeitschrift AUTO BILD ALLRAD, veröffentlicht im Dezember 2020, wurden elf Ganzjahresreifen und im Vergleich dazu ein guter Sommer- und ein guter Winterreifen getestet. In der Disziplin Vollbremsung auf schneeglatter Fahrbahn aus Tempo 50 gab es folgende Ergebnisse: Bremsweg Winterreifen 23,0 Meter, Bremsweg bester Ganzjahresreifen 23,1 Meter, Bremsweg schlechtester Ganzjahresreifen 25,7 Meter, Bremsweg Sommerreifen 57,2 Meter.
Vor- und Nachteile von Sommerreifen
Hohe Kraftstoffeffizienz
Gute Wasserverdrängung
Langlebig
Direktes Lenkverhalten
Stabiles Kurvenverhalten
Höhere Geschwindigkeiten zugelassen
Kurzer Bremsweg auf warmer Fahrbahn
Im Winter nicht zugelassen
Langer Bremsweg auf kalter Fahrbahn
Verringerte Bodenhaftung auf kalter Fahrbahn
Fast keine Haftung auf Schnee und Eis
Mehr zu den Vor- und Nachteilen von Ganzjahresreifen sowie Sommer- und Winterreifen gibt es im folgenden Video:
Neben den Hauptkategorien Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen gibt es verschiedene Unterarten von Reifen. Einige sind für Rennwagen geeignet, andere sind für Oldtimer oder Lkw konzipiert. Zwei Unterarten sind auch als Ganzjahresreifen erhältlich:
C-Reifen: Der C-Reifen – Commercial- oder Cargo-Reifen – hat einen überdurchschnittlich hohen Lastindex. C-Reifen sind für Transporter und kleine Lkw entwickelt, die mehr Gewicht als Pkw-Reifen tragen müssen. Sie sind auch für die meisten Camper, Wohnmobile und einige Vans vorgeschrieben und lassen sich einfach an dem Buchstaben C in der Reifenbezeichnung – hinter dem Felgendurchmesser und vor dem Tragfähigkeitsindex, Beispiel 235/65 R 16 C 115/113 R – erkennen. Der C-Reifen hat einen „doppelten“ Tragfähigkeitsindex. Die erste Zahl gilt für eine normale Bereifung mit zwei Rädern pro Achse, die zweite Zahl gilt für die Doppelbereifung der hinteren Achse mit vier Rädern pro Achse.
Runflat-Reifen: Runflat-Reifen haben speziell verstärkte Seitenwände, die bei einem Luftverlust nicht in sich zusammenfallen. Die als Notlaufeigenschaft bezeichnete Technik findet sich auch in manchen Ganzjahresreifen. Der Fahrer kann bei einem Luftverlust weiter bis in die nächste Werkstatt fahren, ohne den platten Reifen vorher wechseln zu müssen. Eine Montage von Runflat-Reifen ist nur auf Fahrzeuge mit einem RDKS – Reifendruck-Kontrollsystem – zulässig. Ohne RDKS kann es vorkommen, dass der Fahrer den Luftverlust nicht bemerkt. Runflat-Reifen sind anhand verschiedener Bezeichnungen erkennbar. Viele Hersteller benutzen eigene Kürzel wie zum Beispiel RF, ROF, DSST, RSC oder SSR.
Welche Hersteller und Marken bieten gute Ganzjahresreifen an?
Viele Hersteller und Marken bieten gute Ganzjahresreifen an, die im Sommer und im Winter für eine sichere Fahrt sorgen. Jedes Jahr kommen neue Modelle auf den Markt, die von unabhängigen Institutionen auf alle möglichen Kriterien überprüft werden. Die folgenden Unternehmen überzeugen häufig in den Tests:
Bridgestone
Continental
Michelin
Goodyear
Pirelli
Hankook
Worauf ist beim Kauf eines Ganzjahresreifens zu achten?
Wer einen Ganzjahresreifen kaufen will, dem steht ein umfassendes Sortiment zur Verfügung. Folgende Kaufkriterien für Ganzjahresreifen sind zu beachten:
Die Reifengröße
Das wichtigste Kaufkriterium ist die Reifengröße. Sie muss muss mit der Größe der Originalbereifung des Autos oder mit einer in der Zulassungsbescheinigung des Autos angegebenen Reifen- und Felgengröße übereinstimmen.
§ 36 StVZO schreibt vor, dass die Bereifung den Betriebsbedingungen entsprechen muss, die in den Fahrzeugpapieren angegeben sind. Sollte sich auf dem Auto eine andere Reifengröße befinden, kann das ein Bußgeld oder eine Stilllegung des Fahrzeugs zur Folge haben.
Um die richtige Reifengröße auszuwählen, ist es wichtig, die Bezeichnungen für Reifen und Felgen zu verstehen. Das folgende Video fasst die wichtigsten Informationen in unter 5 Minuten zusammen:
Der Tragfähigkeitsindex gibt das maximal zulässige Gewicht pro Reifen an, mit dem der Reifen belastet werden darf. Der Reifen muss einen Lastindex aufweisen, der höher ist als die maximale Achslast geteilt durch zwei. Der Tragfähigkeitsindex ist mit einer zwei- bis dreistelligen Zahl auf der Reifenwand vermerkt. Er steht in der Reifenbezeichnung hinter der Zahl für den Felgendurchmesser.
Der Geschwindigkeitsindex
Der Geschwindigkeitsindex gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit des Reifens vor. Wird sie deutlich oder langanhaltend überschritten, kann der Reifen platzen. Sommerreifen brauchen einen Speedindex, der die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs übertrifft. Für Ganzjahres- und Winterreifen existiert eine Ausnahmeregelung.
Das Schneeflocken-Symbol
Die meisten Ganzjahresreifen sind inzwischen mit dem 3PMSF-Symbol versehen. Nur noch selten gibt es Modelle, die nur mit einem Matsch+Schnee-Schriftzug erhältlich sind. Das M+S-Symbol hat bei Reifen, die vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, übergangsweise eine Winterzulassung bis zum 30. September 2024. Ganzjahresreifen, die nach dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, müssen das Alpine-Symbol mit der Schneeflocke und den Berggipfeln aufweisen, damit sie bei winterlichen Straßenverhältnissen gefahren werden dürfen.
Die Ausnahme gilt nicht für alle EU-Länder. In Italien sind Winter- und Ganzjahresreifen zwischen dem 16. Mai und dem 14. Oktober nur bedingt erlaubt. Der ADAC gibt Auskunft über die Bestimmungen in den Nachbarländern.
Das EU-Reifenlabel
Das EU-Reifenlabel bietet eine einheitliche Vergleichsmöglichkeit. Die Anbieter sind verpflichtet, die Informationen an die Kunden weiterzugeben. Das Label informiert über die Kraftstoffeffizienz, die Nasshaftung und die Geräuschentwicklung eines Reifens. Ein Reifenmodell kann je nach Reifengröße unterschiedliche Bewertungen aufweisen.
Die Kraftstoffeffizienz leitet sich vom Rollwiderstand ab. Ein hoher Rollwiderstand sorgt für eine gute Bodenhaftung, aber er erhöht den Spritverbrauch. Ein geringer Rollwiderstand ist kraftstoffeffizienter, bietet jedoch weniger Traktion.
In der Kategorie Nasshaftung wird das Fahrverhalten des Reifens auf nassem Untergrund bewertet. Mit einer besseren Bewertung verkürzt sich der Bremsweg. Der Unterschied zwischen der Nasshaftung A und der Nasshaftung F kann laut ADAC eine Verlängerung des Bremswegs von bis zu 30 Prozent ausmachen.
Der Wert der Geräuschemission bezieht sich auf die Lautstärke eines Reifens bei einer Geschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde. Die Lautstärke wird außen gemessen, nicht im Innenraum des Autos, es handelt es sich um das Vorbeifahrgeräusch. Mit dem Rollgeräusch soll die Lärmbelästigung durch einen Reifen für Außenstehende klassifiziert werden. Reifen mit einem weicheren Profil gelten meist als laut, da sie sich stärker verformen. Das Profildesign und die Reifenbreite haben ebenfalls einen Einfluss auf die Lautstärke.
Das Produktionsdatum
Das Produktionsdatum – die DOT-Nummer – ist ein wichtiges Kaufkriterium. Der Autoreifen verliert durch Faktoren wie Sonneneinstrahlung und Witterung ebenso wie durch seine natürliche Alterung die im Gummi enthaltenen Weichmacher. Dadurch härtet er aus und büßt positive Eigenschaften ein. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. empfiehlt, Reifen unabhängig vom Restprofil nach spätestens 10 Jahren zu ersetzen. Reifen mit einer DOT-Nummer, die nicht weiter als 3 Jahre zurückliegt, dürfen die Bezeichnung „fabrikneu“ tragen.
Das Produktionsdatum ist mit einer vierstelligen Zahl auf der Seitenwand des Reifens gekennzeichnet. Sie setzt sich aus der Kalenderwoche und dem Herstellungsjahr zusammen. Die erste beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden Ziffern für das Produktionsjahr. Beispiel: Laut der DOT-Nummer 1719 wurde der Reifen in der 17. Kalenderwoche des Jahres 2019 produziert.
Die Notlaufeigenschaft
Die Notlaufeigenschaft ist eine Besonderheit von Runflat-Reifen. Sie sind als Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen erhältlich. Bei einem Druckverlust wie zum Beispiel infolge eines Nagels in der Lauffläche behalten sie ihre Form und ermöglichen eine Weiterfahrt bis zur nächsten Werkstatt. Der Fahrer muss kein Ersatzrad montieren, um weiterfahren zu können. Runflat-Reifen sind nur für Fahrzeuge mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS) geeignet.
Das Reifendruck-Kontrollsystem ist seit 2014 für alle Neuwagen vorgeschrieben. Das System informiert den Fahrer im Display des Armaturenträgers über den Luftdruckverlust eines Reifens. Mit dem richtigen Reifendruck lassen sich dem ADAC zufolge bis zu 0,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer einsparen.
Häufig gestellte Fragen rund um Ganzjahresreifen
Wie sinnvoll sind Ganzjahresreifen?
Der Ganzjahresreifen ist unter bestimmten Bedingungen sinnvoll. Herrschen in der Wohnregion im Winter gemäßigte Temperaturen und ist das Fahrzeug meist auf geräumten Straßen und mit geringen Geschwindigkeiten unterwegs, eignet sich ein Ganzjahresreifen. Je stärker die Extreme von Winter und Sommer ausfallen, desto eher sollte der Fahrer zu spezifischen Reifen für die jeweilige Jahreszeit zurückgreifen.
Wie lange lassen sich Ganzjahresreifen fahren?
Die Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Die Lebensdauer von Ganzjahresreifen hängt ebenso wie die von Sommer- und Winterreifen von der Konstruktion und der Gummimischung des Reifens ab. Auch die Fahrweise und die Einsatzbedingungen spielen eine Rolle, ebenso wie das Gewicht des Autos. Bei schneller Autobahnfahrt nutzen sich Reifen zügiger ab als bei gemächlicher Fahrweise auf der Landstraße. Aber natürlich müssen Allwetterreifen für alle Wetterverhältnisse eher gewechselt werden als Sommer- oder Winterreifen, die jeweils eine Einlagerung zur entsprechenden gegensätzlichen Jahreszeit erhalten. Denn mehr Kilometer auf der Straße zurücklegen führt zu mehr Abrieb des Profils. Aus all den genannten Gründen kann ein Ganzjahresreifen nach 20.000 Kilometern abgefahren sein oder auch 60.000 Kilometer durchhalten.
Was ist besser – Ganzjahresreifen oder Winterreifen?
Ein Ganzjahresreifen kann im Winter gleich gute oder sogar bessere Leistungen liefern als ein Winterreifen. Er kann aber auch schlechter sein. Das hängt immer von der Qualität und Performance des jeweiligen Ganzjahres- und Winterreifens ab. Einen zentralen Vorteil haben jedoch alle Ganzjahresreifen gegenüber allen Winterreifen: Ganzjahresreifen können das ganze Jahr auf dem Auto bleiben, während reine Winterreifen für den Sommer nicht geeignet sind.
Wie teuer sind Ganzjahresreifen?
Der Preis richtet sich nach der Reifengröße, der Marke und der Qualität der Reifen. Günstige Ganzjahresreifen für Kleinwagen sind bereits für einen mittleren zweistelligen Betrag pro Reifen erhältlich. Ganzjahresreifen von Premiummarken in einer Sportwagendimension kosten immer dreistellige Beträge pro Reifen.
Wie tief ist die Mindestprofiltiefe bei Ganzjahresreifen?
In Deutschland gilt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern; unabhängig davon, ob es sich um einen Ganzjahres-, einen Winter- oder einen Sommerreifen handelt. Ab einer Profiltiefe von weniger als 3 Millimetern sollte ein Reifen ersetzt werden.
Die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gilt nicht für den ganzen EU-Raum. Mehrere Länder haben andere Bestimmungen. In Österreich sind Winter- und Ganzjahresreifen nur mit einer Profiltiefe von mehr als 4 Millimetern für den Winter zugelassen. Was in Deutschland erlaubt ist, kann in anderen Ländern rechtliche Folgen haben.
Welches Zubehör gibt es für Ganzjahresreifen?
Auf verschneiten Straßen, die nicht permanent geräumt werden, gilt an einigen Orten eine Schneekettenpflicht. Schneeketten sind in verschiedenen Größen – sie müssen zur Reifengröße passen – erhältlich. Nach einigen Handgriffen sind sie auf den Rädern befestigt. Ein beiliegendes Handbuch – Tipp: Schon zu Hause lesen und die Montage ausprobieren, nicht erst vor Ort – erklärt die einzelnen Schritte zur Montage. Es müssen nur die Antriebsräder mit Schneeketten bestückt sein.
Wo kann ich Ganzjahresreifen kaufen?
Ganzjahresreifen sind im Internet, bei Reifenfachhändlern, Kfz-Betrieben und Autowerkstätten erhältlich. Der Vorteil eines Kaufs vor Ort besteht in der Beratung. Das fachkundige Personal kann Fragen klären und sich den Kundenanliegen widmen. Falls die passende Reifendimension nicht bekannt ist, hilft der Verkäufer weiter. Er kann die Bezeichnungen ablesen und die Reifengröße in Erfahrung bringen. Der Kunde kann die Reifen eventuell im Geschäft begutachten und das Produktionsdatum ablesen. In der Werkstatt vor Ort werden die Reifen gleich montiert.
Beim Kauf im Internet werden die Reifen oft zum Käufer nach Hause geliefert. Er muss sie dann selbst zu einer Werkstatt transportieren, wo sie montiert werden. Dafür sind die Preise der Internetangebote oft günstiger als die von Fachhändlern. Der Käufer profitiert im Internet von einem großen verfügbaren Sortiment und einfachen Preisvergleichsmöglichkeiten. Die DOT-Nummer erhält der Käufer auf Anfrage vom Verkäufer.
Gibt es einen Ganzjahresreifen-Test der Stiftung Warentest?
Die Stiftung Warentest hat bisher keine Ganzjahresreifen in einem Test mit Testsieger geprüft. Interessant ist eine Meldung vom September 2020 der Verbraucherorganisation, in der die Experten über das Reifenwechseln von Winter- und Sommerreifen informieren. Die Stiftung Warentest erläutert die Gesetzgebung in Deutschland und dem EU-Raum und gibt wertvolle Tipps in Bezug auf Reifen. Die Informationen und weitere Tipps finden Interessierte in der Meldung Winterreifen, Sommerreifen gegen eine geringe Gebühr hier. Sobald die Stiftung Warentest einen Ganzjahresreifentest oder einen sonstigen Reifentest veröffentlicht, wird der Ratgeber an dieser Stelle um das Reifentest-Urteil und die Testsieger erweitert.
Hat Öko-Test einen Ganzjahresreifen-Test mit Testsieger durchgeführt?
Öko-Test hat bisher keine Ganzjahresreifen getestet. Interessant für Autofahrer kann ein Beitrag vom Oktober 2019 sein. Öko-Test hat sich mit dem Thema Energiesparen befasst. Der Artikel behandelt die Energieverschwendung und liefert wertvolle Tipps zur Eindämmung. Die Experten beschreiben zum Beispiel, wie ein Autofahrer mit wenig Aufwand viel Kraftstoff sparen kann. Für Interessierte ist der Artikel zum Energiesparen gegen eine geringe Gebühr hier einsehbar.
Haben andere Verbraucherportale einen Ganzjahresreifen-Test mit Vergleichssieger durchgeführt?
Jedes Jahr kommen neue Ganzjahresreifen auf den Markt. Viele Autoclubs, Zeitschriften und unabhängige Institutionen testen regelmäßig die neuesten Reifen und veröffentlichen ihre Test-Berichte mit den Testergebnissen und Urteilen.
Der ADAC hat im Sommer 2020 Ganzjahresreifen in zwei unterschiedlichen Dimensionen getestet. Dabei stellte sich heraus, dass die Höchstleistungen der getesteten Reifen nicht an die der Winter- und Sommerreifen heranreichten. Wer an dem Vergleichstest interessiert ist und sich über den Ganzjahresreifentest informieren möchte, findet die kompletten Testergebnisse des ADAC hier.
Das folgende Video enthält einen Ganzjahresreifen-Test der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung):
Die Achse ist das Bauteil, an dem die Räder eines Autos befestigt sind. Ein gewöhnliches Auto besitzt eine Vorder- und eine Hinterachse, um die Vorder- und Hinterräder zu halten.
Bodenhaftung
Die Bodenhaftung beschreibt die Eigenschaft des Reifens, den Kontakt mit der Fahrbahn zu halten. Sie ist für die Kontrolle über das Fahrzeug wichtig. Wenn das Auto in einer Kurve wegrutscht oder bei nasser Fahrbahn aufschwimmt, fehlt dem Reifen die nötige Haftung.
Bremsweg
Der in Reifentests genannte Bremsweg ist die Strecke, die das Auto bei einer Vollbremsung zurücklegt, bevor es zum Stillstand kommt. Das Reifenprofil und die Reifenmaterialien sind für einen kurzen Bremsweg genauso ausschlaggebend wie die Beschaffenheit der Bremsanlage und das Gewicht eines Fahrzeugs. Je kürzer der Bremsweg ist, desto eher lassen sich Unfälle vermeiden.
Felge
Die Felge ist der Teil des Rades, das an der Achse montiert und auf dem der Reifen befestigt ist. Die Felge besteht aus Stahl oder Leichtmetall. Felgen sind in verschiedenen Größen und Designs erhältlich.
Lamellen
Die Lamellen im Reifenprofil sind die kleinen, gleichmäßigen Einschnitte. Sie sehen aus wie gezackte Risse. Die Lamellen spreizen sich beim Kontakt des Reifens mit der Fahrbahn auseinander und sorgen für gute Bodenhaftung.
Laufflächenbreite
Die Laufflächenbreite bezieht sich auf den Teil des Reifens, der mit der Straße in Kontakt kommt. Die Lauffläche ist mit Gummi überzogen, der mehrere Rillen aufweist. Die Breite und die Rillenstruktur unterscheiden sich von Reifen zu Reifen.
Laufleistung
Die Laufleistung sagt aus, wie viele Kilometer ein Reifen bis zum Erreichen der Mindestprofiltiefe schafft. Dabei spielen neben der Gummimischung und dem Materialmix der Reifen auch Faktoren wie das Fahrzeuggewicht, die Fahrweise, die überwiegend gefahrenen Geschwindigkeiten und der Reifendruck eine Rolle.
Lenkverhalten
Das Lenkverhalten beschreibt die Eigenschaften des Reifens beim Einlenken. Ein sportlich abgestimmter Reifen mit einer flachen Seitenwand reagiert schneller auf Lenkmanöver des Fahrers als ein hochflankiger Reifen. Weiche Reifen mit einer hohen Seitenwand rollen komfortabler ab, setzen aber die Lenkbewegungen mit einer gewissen Verzögerung um.
Profil
Das Profil ist die Gestaltung der Auflagefläche des Reifens. Durch die vielen Rillen und Lamellen im Profil erhält ein Reifen einen Teil seiner positiven Eigenschaften. Es gibt verschiedene Profildesigns, die sich für unterschiedliche Anforderungen eignen.
Profilblock
Der Profilblock macht einen Teil des Profils aus und bezeichnet die Erhebung zwischen den Profilrillen. Die Blöcke verleihen dem Profil das Design und die Eigenschaften.
RDKS
RDKS ist die Abkürzung für Reifendruck-Kontrollsystem. Es überwacht den Reifendruck und meldet dem Fahrer einen Luftverlust. Weitere mögliche Abkürzungen sind TPMS für Tire-Pressure-Monitoring-System oder RDK für Reifendruck-Kontrolle.
Reifenschultern
Die Reifenschultern sind der äußere Bereich des Reifenprofils. An den Schultern treffen die Seitenwand und die Lauffläche zusammen.
Rollwiderstand
Der Rollwiderstand kommt durch die Verformung des Reifens während der Fahrt zustande. Der runde Reifen bewegt sich über den ebenen Boden und passt sich dem Untergrund an. Die Verformung kostet Kraft, die der Motor aus dem Kraftstoff bezieht. Ein hoher Rollwiderstand bedeutet einen guten Halt, aber auch einen höheren Kraftstoffverbrauch.
Seitenflanke
Die Seitenflanke oder Seitenwand bezeichnet die Innen- und Außenseite eines Reifens. Sie ist die Verbindung zwischen der Felge und der Lauffläche.
Traktion
Der Begriff Traktion ist ein anderes Wort für Bodenhaftung und bezeichnet bei Fahrzeugen den Halt auf dem Untergrund. Drehen die Räder durch oder folgt das Auto nicht mehr den Lenkbewegungen, fehlt die Traktion.
Weitere interessante Fragen
Welche Ganzjahresreifen sind die besten?
Ergebnisse aus unserem Ganzjahresreifen Test bzw. Vergleich 2023: