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Pflegeversicherung Vergleich – Jetzt gute Leistungen zu günstigen Beiträgen in der Pflegezusatzversicherung sichern

Das Pflegestärkungsgesetz (PSG11) ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. In diesem Gesetz wurde der Begriff der Pflege neu definiert und dadurch Verbesserungen erzielt, wenngleich im Zuge dieser Pflegereform deutliche Defizite geblieben sind. So bedeuten die Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung lediglich eine Teilkostenlösung. In sehr vielen Fällen müssen die Pflegebedürftigen sogar den größeren Teil ihrer Pflegekosten unverändert selbst aufbringen. Insofern darf nach wie vor und mit Fug und Recht von einer Finanzierungslücke gesprochen werden. Um diese bestmöglich zu schließen, gibt es die Pflegezusatzversicherung, die sich zu einer passgenauen Ergänzung der Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung formen lässt. Die soziale Pflegeversicherung lässt sich also durch eine private Pflegeversicherung sehr gut ergänzen. Mit Pflegezusatzversicherungen haben die erheblichen privaten Zuzahlungen ein Ende. In Bezug auf die Leistungen der Pflegeversicherung und den Beitragssatz der Pflegeversicherung gibt es für jeden ein individuelles Optimum, das durch den Pflegeversicherung Vergleich leicht gefunden werden kann. Diesen Pflegezusatzversicherung Vergleich können Sie völlig kostenlos und unverbindlich auf Basis unseres Rechners direkt online durchführen. Im Folgenden haben wir auf STERN.de alles Wissenswerte zu den Themenfeldern Pflegezusatzversicherung, Leistungen der Pflegeversicherung sowie Beiträge der Pflegeversicherung zusammengetragen.

Was ist eine Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung (PV) gilt nach der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der Rentenversicherung (RV), der Arbeitslosenversicherung und der Berufsunfallversicherung als die „fünfte Säule“ in unserem Sozialversicherungssystem. Immer dann, wenn über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Monaten ein nachgewiesener erhöhter Bedarf an hauswirtschaftlicher oder pflegerischer Versorgung besteht, übernimmt die Pflegeversicherung einen Teil dieser Kosten. Die Pflege kann sowohl im häuslichen Umfeld als auch während einer stationären Behandlung erforderlich sein. Um solche zum Teil plötzlich eintretenden hohen Kosten abfangen zu können, wurde die Pflegeversicherung im Sinne einer Pflichtversicherung am 1. Januar 1995 eingeführt.

Alle Mitglieder einer GKV wurden automatisch mit dem Inkrafttreten der Pflegeversicherungspflicht auch Mitglied der sozialen Pflegeversicherung. Alle Menschen, die privat krankenversichert sind, wurden entsprechend Mitglied einer privaten Pflegeversicherung (PPV). Wer keiner GKV angehört, kann sich sehr wohl freiwillig der gesetzlichen Pflegeversicherung anschließen. Dieses Pflichtversicherungssystem eröffnet einen Schutz für die gesamte Bevölkerung.

Warum wurde die Pflegeversicherung eingeführt?

Private Pflegeversicherung für die finanzielle Sicherheit im PflegefallDie Struktur der Gesellschaft hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert. Während die Menschen früher in größeren Drei- oder gar Viergenerationen-Familienverbänden zusammenlebten, hat sich heute der Single-Haushalt in anonymisierten Großstädten weitgehend durchgesetzt. Wer früher alt und pflegebedürftig wurde, wurde wie selbstverständlich von jüngeren Familienmitgliedern mitversorgt. Heute leiden immer mehr alte Menschen unter totaler Vereinsamung und haben selten ein Familienmitglied oder einen befreundeten Nachbarn, den sie um einen Einkauf oder gar um Mithilfe bei der Körperpflege bitten können. Wenn solche Tätigkeiten beauftragt werden müssen, können die Kosten dafür, je nach Pflegestufe, zu einer ganz erheblichen finanziellen Belastung werden. Da ist der gute alte Sparstrumpf schnell aufgebraucht.

Damit nicht die meisten alten, kranken Menschen bei Pflegebedürftigkeit automatisch in die Sozialhilfe abrutschen, wurde 1995 die Pflegeversicherung im Sinne einer Pflichtversicherung eingeführt. Bereits am 1. April 1995, also drei Monate nach Einführung der Pflegeversicherung, war es Pflegebedürftigen in Deutschland möglich, Leistungen von der gesetzlichen Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen. Neben der ambulanten, häuslichen Pflege übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung seit dem 1. Juli 1996 auch Pflegekosten, die zum Beispiel in Pflegeheimen entstehen.

Wozu braucht man eine Pflegezusatzversicherung?

Dass die gesetzliche Pflegeversicherung sinnvoll ist, ist unumstritten. Aber warum sollte auch noch eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll sein? Eigentlich ist diese Frage schnell beantwortet: Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet eben keine ausreichende Absicherung, wenn ein Mensch zum Pflegefall wird. Bestenfalls deckt diese nur die Hälfte der entstehenden Kosten ab. Wer beispielsweise in Pflegestufe III stationär in einem Pflegeheim gepflegt wird, erhält aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nur 1.550 Euro pro Monat. Je nach Einrichtung und Region kostet eine Unterbringung im Pflegeheim mehr als 3.000 Euro pro Monat. Insofern ist die gesetzliche Pflegeversicherung keine Vollversicherung.

Einen guten Überblick über die tatsächlichen Pflegekosten nach den Regionen aufgeschlüsselt finden Sie zum Beispiel unter diesem Link: www.aok-pflegeheimnavigator.de

Über die Notwendigkeit der privaten Pflegeversicherung

Eine gute Pflege im Alter ist notwendig und sehr teuer, Tendenz stark ansteigend. Wenn die Phase der Pflege fünf Jahre lang dauert, werden dafür neben den Erstattungen durch die gesetzliche Pflegeversicherung um die 100.000 Euro ausgegeben. Wenn entsprechende Ersparnisse nicht vorhanden sind, sind es schließlich die Kinder, die für Ihre Eltern finanziell einstehen müssen. Geregelt wird dies unter anderem auf der Grundlage von Freibeträgen, die in der Düsseldorfer Tabelle unter dem Stichwort „Unterhaltsrichtlinien für Familien“ festgeschrieben sind. Erst dann, wenn es beim Ehepartner beziehungsweise bei den Kindern nichts mehr zu holen gibt, fühlt sich das Sozialamt für den alten, kranken Menschen verantwortlich. Um dem eigenen sozialen Abstieg und dem der Kinder entgegenzuwirken, sollte jeder an den rechtzeitigen Abschluss einer Pflegezusatzversicherung denken. Die rechtliche Grundlage für den Anspruch gegen die eigenen erwachsenen Kinder ergibt aus den §§ 1601 ff. und 1602 BGB. Insbesondere der Erstere regelt die Einstandspflicht der Kinder. Allein eine private Pflegeversicherung kann daher das Vermögen der Kinder sichern.

Eine finanzielle Belastung der Kinder wegen der Pflege ihrer Eltern stellt sich in der Lebenspraxis immer wieder als eine schwerwiegende Belastung des Verhältnisses zwischen Eltern und Kindern heraus. Die Pflegebedürftigen machen sich oftmals große Vorwürfe und der Schwerpunkt der Streitgespräche im Familienkreise dreht sich dann meistens ums Thema Geld, was eine eigentlich intakte Familie brechen kann.

Die Probleme um das große Thema Pflege werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Das ist durchaus dem Fortschritt der Medizin geschuldet, der die Menschen immer älter werden lässt, wobei alte Menschen in Deutschland kaum noch einen familiären Zusammenhalt genießen. Die Geburtenraten waren und sind in Deutschland beängstigend gering, sodass wegen mangelnder Beitragszahler ein Zusammenbruch des Systems der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung zu befürchten ist. All diese Hiobsbotschaften lassen die private Pflegeversicherung sinnvoll erscheinen. Aber welche Pflegezusatzversicherungen gibt es überhaupt?

Die verschiedenen Varianten der privaten Pflegeversicherungen

Beim Pflegeversicherung Vergleich geht es unter anderem darum, die Leistungen der Pflegeversicherung zu vergleichen. Bevor man sich damit näher auseinandersetzt, sollte man aber wissen, dass es heute drei Arten der Pflegezusatzversicherungen gibt. Per se lässt sich nicht behaupten, dass die eine Variante stets besser sei als eine andere. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, die jeder Interessent gut mit seinen individuellen Lebensverhältnissen abstimmen sollte, bevor er sich für diese oder jene Pflegezusatzversicherung entscheidet.

  1. Pflegetagegeldversicherung
    Wer eine Pflegeversicherung privat abschließen will, entscheidet sich oftmals für eine Pflegetagegeldversicherung, weil die Beiträge für die Pflegetagegeldversicherung deutlich günstiger sind als beispielsweise jene für eine Pflegerentenversicherung. Der Grund dafür liegt darin, dass es sich hierbei um eine reine Risikoabsicherung handelt, es gibt also keinen Ansparanteil. Bei den zur Auszahlung kommenden Leistungen handelt es sich um einen festen Tagessatz, der für den Leistungsfall im Vorfeld vertraglich festgelegt worden ist.
  2. Pflegekostenversicherung
    Bei dieser Art der Pflegezusatzversicherung wird ein bestimmter, bei Vertragsabschluss festgelegter Anteil der Pflegekosten übernommen, die der Betroffene normalerweise selbst zu tragen hätte, weil die gesetzliche Pflegeversicherung dafür nicht aufkommt. Ein Nachteil bei der Pflegekostenversicherung liegt darin begründet, dass die zur Auszahlung kommenden Mittel zweckgebunden sind, das heißt, Sie können darüber nicht frei verfügen. Die tatsächlich entstandenen Pflegekosten, die zugleich im Sozialgesetzbuch aufgelistet sein müssen, müssen hier exakt nachgewiesen werden. Bei der Pflegetagegeld- und Pflegerentenversicherung wird dies einfacher gehandhabt, indem dort der Versicherte frei darüber bestimmen darf, welche Leistungen er im Pflegefall einkaufen will.
  3. Pflegerentenversicherung
    Diese dritte Variante der Pflegezusatzversicherung wird vielfach durch Lebensversicherungsunternehmen angeboten, um im Leistungsfall eine zuvor vereinbarte Rente zu gewähren. Der monatliche Beitrag besteht hierbei aus zwei Komponenten, zum einen soll damit das Pflegerisiko abgesichert werden und zum anderen ist hierin ein Sparbeitrag integriert. Die kalkulierten Beiträge bleiben in der Regel sehr stabil, das für die Pflegerente angesparte Kapital wird im Todesfall an die Erbberechtigten ausgezahlt. Der Pflegeversicherungsbeitrag für die Pflegerentenversicherung ist aus diesen Gründen die teuerste Variante.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung

Beiträge zur Pflegezusatzversicherung möglichst niedrig halten bei guten LeistungenGünstigster sind in aller Regel die sogenannten Pflegekostenversicherungen. Typischerweise werden hierdurch die Kosten, die bei stationärer oder ambulanter Pflege anfallen, gemäß zuvor vereinbarter Kriterien erstatten. Wenn sich im kommenden Jahr die hierfür zugrunde gelegte Gesetzgebung ändert, kann dies zu Beitragssteigerungen führen. Dennoch darf der Versicherte seine Zahlungen weder unterbrechen noch einstellen, da er sonst, trotz jahrelanger Mitgliedschaft, seinen Versicherungsschutz verliert.

Die Erstattungen aus der Pflegetagegeldversicherung können relativ flexibel verwendet werden, da im Pflegefall ein fest vereinbarter Tagessatz ausgezahlt wird. Aber auch bei dieser Pflegezusatzversicherung darf der Versicherte seine Prämieneinzahlungen nicht unterbrechen. Wie oben erläutert verknüpft die Pflegerentenversicherung den Risikoschutz mit einer Geldanlage, was konstante Beiträge über längere Laufzeiten ermöglicht. Hier kann der Kunde seine Beitragszahlungen sogar temporär einschränken. Zwar wird dadurch die Leistung im Pflegefall geschmälert, aber der Versicherungsschutz geht keineswegs verloren, so, wie es bei den anderen Varianten der Fall ist.

Von den drei Varianten der Pflegezusatzversicherung empfehlen wir auf STERN.de eher die Pflegetagegeldversicherung. Wer möglicherweise beabsichtigt, sich in Thailand pflegen zu lassen, ist gut beraten, seine Police dahin gehend zu prüfen, ob seine Versicherungsgesellschaft auch in einem solchen Fall in die Leistung geht. Wer erst in einem höheren Alter eine Pflegezusatzversicherung abschließen möchte, sollte darauf achten, dass die Wartezeiten möglichst kurz sind, bevor seine Pflegeversicherungsleistungen ausschüttet.

Die Leistungen der verschiedenen Versicherungsgesellschaften unterscheiden sich stark. Daher reicht es nicht aus, den Fokus allein auf den Beitragssatz für Pflegeversicherungen zu richten. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis muss immer auch konform gehen mit den individuellen, finanziellen Möglichkeiten des Einzelnen. Wer seinen zu hohen Beitrag für die Pflegeversicherung nach Jahren nicht mehr bezahlen kann, verliert am Ende alle Ansprüche und damit sein gesamtes, eingezahltes Kapital.

Worauf beim Pflegeversicherung Vergleich geachtet werden sollte

Es ist nachvollzierbar, dass beim Pflegezusatzversicherung Vergleich der Beitragssatz in einem besonderen Fokus steht. Aber mindestens ebenso wichtig sind für Sie die Pflegeversicherung-Leistungen, die sich dahinter verbergen.

Starre und flexible Pflegetagegeldtarife

Unter den privaten Pflegeversicherungen gibt es insbesondere im Bereich der Pflegetagegeldversicherungen feste und flexible Tarife. Welche dieser Varianten für Sie besser geeignet ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Bezeichnungen „flexibel“ und „starr“ beziehen sich hier auf die Leistungshöhe in der jeweiligen Pflegestufe, aber nicht auf die Qualität der Versicherungsbedingungen. Bezogen auf Pflegestufe III leistet ein starrer Tarif der Pflegeversicherung in den anderen Pflegestufen fest definierte prozentuale Anteile. Beim flexiblen Tarif können Sie diese Anteilshöhen selbst festlegen. Den Unterschied möchten wir Ihnen an einem verständlichen Beispiel erläutern:

Beim starren Tarif für die ambulante Pflege betragen 100 Prozent in der dritten Pflegestufe 1.000 Euro pro Monat. Für die Pflegestufe 2 gelten 40 Prozent davon (400 Euro) und für Pflegestufe 1 sind 25 Prozent (250 Euro) festgelegt.

Da eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass Sie zunächst in Pflegestufe 1 eingeordnet werden, bietet es sich an, dass Sie diese erste Stufe vielleicht mit einer höheren Leistung absichern möchten. Dies erfordert aber eine Erhöhung der Absicherung der Basisstufe 3. In der Regel kann dann die Pflegestufe 1 maximal auf das Niveau der Pflegestufe 2 (40 Prozent) angehoben werden.

Demenz ist eine Schwachstelle in den Tarifen der Pflegezusatzversicherung

Die Leistungen aus einer Pflegetagegeldversicherung waren im Falle der Diagnose Demenz schon immer äußerst marginal. Zwar hat man sich in den letzten Jahren im Rahmen von Tarifanpassungen bemüht, diesen Umstand zu verbessern, aber wirklich gelungen ist dies noch nicht. Die Pflegestufe 0 bezeichnet eine sogenannte „eingeschränkte Alltagskompetenz“, was für Menschen mit beginnender Demenz eine zutreffende Formulierung der Lebenssituation darstellt. Es gibt heute Tarife in der Pflegeversicherung, die so gestaltet werden können, dass es auch schon ohne offizielle Pflegestufe zu Leistungen durch die Pflegeversicherung kommt.

Dynamische Anpassungen in der privaten Pflegeversicherung

Es ist ja ein glücklicher Umstand, wenn der Eintritt einer Pflegebedürftigkeit viele Jahre auf sich warten lässt. Aber wer kann das voraussehen? Es hat sich gezeigt, dass sich ein gewisser Inflationsausgleich auch und gerade bei den Pflegeversicherungen bewährt hat. Aus diesem Grunde wurde die dynamische Anpassung bei der Pflegezusatzversicherung eingeführt. Dies gilt sowohl für die Phase, in der Beiträge zur Pflegeversicherung gezahlt werden, als auch später im Leistungsfall, was deshalb wichtig ist, weil die Dauer der Pflegebedürftigkeit durchaus länger als zehn Jahre währen kann. Daher sollten Sie darauf achten, dass es sich um eine dynamische Anpassung ohne Altersbegrenzung handelt.

Verzicht auf Wartezeiten

Der Pflegefall kann schnell und plötzlich Realität werden. Die Pflege-Bahr Tarife sind beispielsweise mit erheblichen Wartezeiten verknüpft, das heißt, innerhalb dieser Fristen können Sie keinerlei Leistungen von Ihrem Versicherer beanspruchen. Nun wird oftmals damit geworben, dass bei Ihrem Einverständnis mit einer längeren Wartezeit im Gegenzug auf eine genauere Prüfung Ihres Gesundheitszustandes verzichtet wird. Hier muss jeder sehr genau abwägen, worauf er sich da einlassen mag.

Beitragsbefreiung im Pflegefall

Beim Pflegetagegeld muss in der Regel auch während der Leistungsphase ein Beitrag entrichtet werden. Mittlerweile gibt es einige Tarife, bei denen in dieser Phase auf den Beitrag verzichtet wird. Ob sich ein solcher etwas teurerer Tarif für Sie lohnt, können Sie mit etwas Nachrechnen nur selbst entscheiden. Grundsätzlich bevorzugen wir auf STERN.de eher jene Tarife, bei denen auf Beiträge im Leistungsfall verzichtet wird.

Nachversicherungsgarantien

Die gesetzliche Pflegeversicherung unterliegt einem ständigen Wandel. Daher können die Leistungen daraus durchaus niedriger ausfallen als ursprünglich veranschlagt. Das bedeutet, dass eine generelle Tendenz besteht, dass die Lücken in der Absicherung der Pflege eher weiter wachsen, ein Grund mehr für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung. Damit Ihre Pflegezusatzversicherung flexibel bleibt und erneute Gesundheitsprüfungen zum Zwecke des Nachverhandelns seitens Ihres Versicherers nicht mehr gefordert werden, wählen Sie am besten gleich einen Tarif mit der sogenannten Nachversicherungsgarantie.

Achten Sie immer auf das Kleingedruckte. Orientieren Sie Ihre Pflege-Einstufung bei der Pflegezusatzversicherung an der Pflegestufe, die Ihnen die gesetzliche Pflegeversicherung bereits eingeräumt hat. Widersprüchliche Pflegestufen machen nur Probleme. Verpflichtende zusätzliche Untersuchungen oder Leistungsverweigerungen durch die private Pflegeversicherung sind dann an der Tagesordnung. Wer mit einem Billigtarif nur die teuerste Pflegestufe absichern will, sollte wissen, dass laut Statistik des Bundesgesundheitsministeriums nur zwölf Prozent aller Pflegebedürftigen überhaupt in Pflegestufe 3 rangieren.

Eine Pflegebedürftigkeit kann jeden aus heiterem Himmel treffen

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass ein Pflegefall bei alten Menschen nach langer Krankheit eintreten kann, aber diese Sichtweise ist grundfalsch. Jedes Jahr werden in Deutschland mehrere Tausend jüngere Menschen urplötzlich wegen eines Unfalls oder Schlaganfalls pflegebedürftig. Damit krempelt sich ihr gesamtes Leben um 180 Grad um. Besonders hart trifft es beruflich selbstständige, tatkräftige Menschen mit Familien, die noch so viel vorhatten. Da kommen dann gleich für alle Beteiligten die drei Basisbelastungen zusammen: körperlich, psychisch und finanziell. Die hauptsächlichen Gründe für den Pflegefall sind laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes:

  1. Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems – 21,8 Prozent
  2. Psychische Störungen – 17,2
  3. Bösartige Zellen-Neubildungen (Krebs) – 16,8
  4. Erkrankungen am zentralen Nervensystem (zum Beispiel Demenz) – 11,2
  5. Erkrankungen des Bewegungsapparates (Skelett, Muskeln, Bindegewebe) – 7,3
  6. Sonstiges – 14

Schon lange bevor ein Mensch zum Pflegefall wird, kann seine Berufsunfähigkeit eintreten und auch offiziell festgestellt werden. Daher ist in der Tat eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine sinnvolle Ergänzung zur privaten Pflegeversicherung, insbesondere für junge Menschen, die noch einen großen Teil ihres Lebens vor sich haben.

Das Risiko, aufgrund einer der oben genannten Krankheitsbilder zum Pflegefall zu werden, steigt ab dem 60. Lebensjahr sehr stark an. Mit 80 Jahren liegt dieses Risiko bereits bei 30 Prozent. Kein Grund, erst bis zum 60. Geburtstag mit dem Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zu warten. Wenn jene Erkrankungen, die den Pflegfall heraufbeschwören könnten, erst einmal da sind, hat man den besten Eintrittszeitpunkt bereits verpasst, weil dann der Beitragssatz für die Pflegeversicherung bei gleichzeitig eingeschränkter Pflegeversicherungsleistungen rasant nach oben springt. Im schlimmsten Fall finden Sie gar keinen Anbieter mehr, der Ihnen eine Pflegezusatzversicherung verkauft.

Der richtige Zeitpunkt für den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung zählt. Je jünger Sie sind, desto günstiger ist der Beitrag zur Pflegeversicherung. Gleichzeitig ist die Chance groß, einen Vertrag ohne Risikozuschläge abschließen zu können. Gemäß Stiftung Warentest sollte eine Pflegezusatzversicherung bis zum 55. Lebensjahr abgeschlossen werden, denn danach steigen die Beiträge extrem an.

Wer bereits massive gesundheitliche Probleme hat, kann anstelle einer privaten Pflegeversicherung eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ins Auge fassen, diese wird oftmals als „Pflege-Bahr“ bezeichnet, was auf den ehemaligen Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zurückgeht.

Beim Pflege-Bahr sind die Pflegeversicherung-Leistungen sehr übersichtlich

Günstig ist sie ja schon, immerhin erhalten Sie vom Staat 5 Euro pro Monat, 60 Euro im Jahr Förderung für die Pflege-Bahr. Dass die damit bestreitbaren Leistungen äußerst überschaubar sind, müssen wir hier wohl nicht lange begründen. In Pflegestufe III werden 600 Euro zur Verfügung gestellt, in Pflegestufe II sind es 180 Euro und in Pflegestufe I nur noch 120 Euro pro Monat, sofern Sie die längliche Wartezeit von fünf Jahren überlebt haben. Eine Dynamisierung wurde übrigens nicht vorgesehen. Dafür werden in dieser Versicherung alte und kranke Menschen aufgenommen, für die eine baldige Pflegebedürftigkeit absehbar ist. Wir auf STERN.de gehen davon aus, dass die Beiträge dafür in den nächsten Jahren deutlich ansteigen werden. Die Pflege-Bahr sollte aus unserer Sicht lediglich ein ergänzender Baustein innerhalb Ihrer privaten Pflegevorsorge sein, es sei denn, Sie können gar keine andere private Pflegeversicherung mehr abschließen.

Pflegezusatzversicherung für Frauen

Trotz der so viel beschworenen Emanzipation der Frau, besteht nach wie vor die Tatsache, dass ältere Frauen im Durchschnitt deutlich geringere Renten erhalten. Auf der anderen Seite der Statistik steht die signifikant höhere Lebenserwartung der Frauen. Um den finanziellen Spielraum der Rentnerinnen in Deutschland etwas erträglicher zu machen, kann eine Pflegezusatzversicherung einen wichtigen Beitrag leisten.

Kinder haften für ihre Eltern

Kinder haften für die Eltern im PflegefallJe länger eine Pflegebedürftigkeit besteht, desto mehr Kapital wird dafür benötigt. Das „Deutsche Zentrum für Altersfragen“ (DZA) gibt zur Pflegedauer den Durchschnittswert von 2,5 Jahren an. Umgerechnet bedeutet dies, dass in der Pflegestufe 3 für eine stationäre Versorgung ein privater Kapitalaufwand von 37.800 Euro entsteht. Wer sogar sechs Jahre lang Pflege benötigt, muss dafür mehr als 90.000 Euro bereithalten. Die gesetzliche Pflegeversicherung war und ist lediglich eine Art Teilkaskoversicherung. Der größere Kostenanteil ist stets vom Pflegebedürftigen und seiner Familie zu finanzieren. Aus diesem Grunde ist die private Pflegeversicherung so enorm wichtig.

Solange sich die Pflegebedürftigkeit der Eltern noch auf ein paar Einkäufe, Behördengänge und Arztbesuche beschränkt, können die Kinder ihre Terminplanung meistens entsprechend einrichten. Doch wenn der Pflegegrad höher ist und die tägliche Körperpflege sowie rechtzeitige Medikamentengaben hinzukommen, lässt sich die Pflege der Eltern oftmals nicht mehr mit den beruflichen Verpflichtungen der Kinder vereinbaren. Spätestens jetzt entstehen hohe Kosten für Beauftragungen Dritter, die durch die gesetzliche Pflegeversicherung nicht abgedeckt werden können. Damit Ihnen in einer solchen Situation nicht das Geld ausgeht, sollten Sie stets eine private Pflegeversicherung für Ihre Eltern in der Hinterhand haben. Was gibt es zu bedenken, wenn Ihre Eltern pflegebedürftig werden?

  1. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist zu informieren, mit ihren Leistungen kann ein Teil der Pflegekosten abgedeckt werden.
  2. Für die darüber hinausgehenden Kosten muss der Pflegebedürftige mit seinem Einkommen, Vermögen oder mit seiner Rente selbst aufkommen.
  3. Wenn auch das nicht mehr reicht, kommen die Kinder mit dem Elternunterhalt in die Pflicht.

Die Art und Weise wie manche Ämter mit dem Elternunterhalt jonglieren, darf zuweilen als kreativ bezeichnet werden. Zur Bestimmung des durchschnittlichen Einkommens bei einem Selbstständigen eignen sich da in hervorragender Weise eingehende Beträge auf dem Unternehmenskonto, die manchmal nach richtig viel Geld aussehen können.

Wenn schon einmal ein Antrag auf Leistungen an die gesetzliche oder an eine private Pflegeversicherung gerichtet worden ist, ist es praktisch nicht mehr möglich, erneut einen weiteren Antrag auf private Pflegeversicherung zu stellen. Kein Geringerer als der Bundesgerichtshof hat sich mit dem Thema Elternunterhalt befasst. Er stellte fest, dass die Lebensstellung des unterhaltspflichtigen Kindes in dieser Sache individuelle Berücksichtigung finden muss. Dennoch konnte sich die bisherige Rechtsprechung zu gewissen Orientierung gebenden Richtwerten durchringen.

Alleinstehenden soll demnach ein Selbstbehalt in Höhe von 1.800 Euro (netto) verbleiben, Ehepaaren stehen 3.240 Euro zu. Um die Menschen nicht in eine Armutsfalle laufen zu lassen, wurden diese Grenzen nochmals um weitere 50 Prozent (55 Prozent bei Ehepaaren) des darüber hinausreichenden Einkommens heraufgesetzt. Sehen wir uns dazu ein Rechenbeispiel an: Der alleinstehende Max Mustermann verdient 4.000 Euro netto. 1.800 Euro davon stehen ihm ohnehin zu. Von dem verbleibenden Betrag in Höhe von 2.200 Euro darf Max Mustermann nochmals die Hälfte für sich selbst verbuchen. Im Ergebnis muss er für seine pflegebedürftigen Eltern 1.100 Euro jeden Monat aufwenden.

Auch und gerade wenn es um die Pflege der Eltern geht, können die Kinder die Pflegezusatzversicherung abschließen. Allein die Gesundheitsfragen beziehen sich natürlich auf die Eltern.

Die Versicherungsgesellschaft kann aber bestimmen, ob dazu auch ein gutachterlicher Arztbesuch erforderlich ist. Für Sie als Kind ist die private Pflegeversicherung für Ihre Eltern steuerlich absetzbar und Ihr verfügbares Einkommen sinkt um den Betrag der Versicherungsprämien beispielsweise bei der Bestimmung des Elternunterhalts. Wenn Sie eine Pflegezusatzversicherung für die Eltern abschließen, sollten Sie unbedingt die Wartefrist beachten. Für den Fall, dass Ihre Eltern schon sehr alt sind, ist eine durchaus übliche Dreijahresfrist sicher zu lange. Allerdings bedeutet die Streichung der Wartefrist einen sehr teuren Vertrag.

Die Pflegeversicherung ist steuerlich absetzbar

Zwar sind die Beiträge sowohl der gesetzlichen als auch privaten Pflegeversicherung steuerlich absetzbar, allerdings hat der Gesetzgeber diesbezüglich enge Grenzen gesetzt. Trotzdem lohnt es sich, die im Vorjahr gezahlten Beiträge in der Steuererklärung anzugeben. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung werden bei Angestellten und Beamten maximal bis 1.900 Euro pro Jahr berücksichtigt. Es handelt sich steuerlich um Vorsorgeaufwendungen unter der Rubrik Sonderausgaben. Bei Selbstständigen werden sogar bis zu 2.800 Euro im Jahr anerkannt. Der Gesetzgeber zeigt hiermit Verständnis dafür, dass Selbstständige sämtliche Versicherungsbeiträge alleine aufbringen. Wegen der Limitierung der abzugsfähigen Beiträge auf 1.900 beziehungsweise 2.800 Euro ist der steuerliche Effekt ziemlich überschaubar, das heißt, eine Motivation, eine zusätzliche Pflegeversicherung aus steuerlichen Gründen abzuschließen, wird sich äußerst selten ergeben.

Unser Fazit

Die gesetzliche Pflegeversicherung gehört zu den „fünf Säulen“ des deutschen Sozialversicherungssystems. Allerdings reicht diese in der Regel nicht dafür aus, die ständig steigenden Anforderungen an die Leistungen der Pflegeversicherung abzudecken. Eine zusätzliche private Pflegeversicherung kann aber die Lücken bei der Pflegeversorgung schließen und zugleich Ihr Vermögen und Ihren Lebensstandard bewahren. Um Ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, eine Pflegezusatzversicherung zu finden, die genau auf Ihre persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist, stellen wir Ihnen einen Vergleichsrechner zur Verfügung, mit dessen Hilfe Sie zu Hause in Ruhe und online einen Pflegeversicherung Vergleich durchführen können. Es ist zu empfehlen, die private Pflegeversicherung rechtzeitig abzuschließen, um in den Genuss der vollen Pflegeversicherung-Leistungen zu kommen. Der Pflegeversicherungsbeitrag sollte in einem angemessenen Verhältnis zu den gebotenen Leistungen stehen.