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VW-Führungskrise Solidarität für Winterkorn im Machtkampf bei Volkswagen


VW-Konzernchef Martin Winterkorn erhält Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Nach der Kritik des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch spaltet sich die Führungsriege offenbar in zwei Lager.

Der nach der Kritik des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch schwer unter Druck stehende Konzernchef Martin Winterkorn hat Unterstützung aus Politik und Wirtschaft erhalten. "Ihm ist eine Welle der Solidarität entgegengeschwappt", sagte der Teilnehmer eines VIP-Empfangs, den Winterkorn am Sonntagabend nach dem Start der Industrieschau Hannover Messe besucht hatte.

Winterkorn ist Piëchs "Ziehsohn"

Weitere Teilnehmer bestätigten, dass bekannte Persönlichkeiten intensiv auf Winterkorn zugingen und sich mit dem Konzern-Chef unterhielten. Darunter waren Daimler-Boss Dieter Zetsche, der Aufsichtsratsquerelen um sein Amt nur zu gut kennt, und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD).

Piëch ist Großaktionär und Aufsichtsratschef bei VW, Winterkorn sein "Ziehsohn". Der galt lange Zeit als Nachfolger Piëchs an der Spitze des Aufsichtsrates. Doch der Patriarch entzog Winterkorn am Freitag öffentlich das Vertrauen. Dem "Spiegel" sagte Piëch über seinen bisherigen Vertrauten: "Ich bin auf Distanz zu Winterkorn".

Starke Allianz um Winterkorn

Am Montagvormittag wurde Winterkorn beim Rundgang der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am VW-Stand auf der Hannover Messe erwartet. Aus seinem Umfeld verlautete, dass Winterkorn trotz der öffentlichen Debatte um die Führungskrise bei Europas größtem Autobauer "gelöst" wirke.

Mit der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat, den Vertretern des VW-Ankeraktionärs Niedersachsen und mit dem Piëch-Cousin und VW-Großaktionär Wolfgang Porsche hat sich bereits eine starke Allianz um Winterkorn formiert. Piëchs Motive für sein Abrücken von Winterkorn sind unklar.

lib/DPA DPA

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