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Künstler-Aktion Aus Protest gegen hohe Mieten in München: 28-Jähriger zieht auf Parkhausdach

Jakob Wirth geht in seine Holzhütte auf dem Parkhausdach
Ganz schön schick für eine Wander-Holzhütte: Jakob Wirth und sein Zuhause auf dem Parkhausdach
© Peter Kneffel / DPA
Der 28-jährige Jakob Wirth ist mit einer Holzhütte auf ein Münchner Parkhausdach gezogen. Damit will der Künstler auf die hohen Mieten in der Stadt aufmerksam machen. 

Der 28-jährige Jakob Wirth hat sich etwas Besonderes überlegt, um gegen die immer höher werdenden Mieten in München zu protestieren: Er ist mit einer kleinen Holzhütte auf ein Parkhausdach gezogen. Mehr als eine Woche plant er nun, darin zu wohnen. Seiner Hütte hat der Künstler den Namen "Penthaus à la Parasit" gegeben. Ausgestattet ist das 3,6 Quadratmeter große Penthaus nur mit dem Nötigsten: einem Bett, einem Regal und einem Campingkocher.

Die Inhaber des Parkhausdaches wissen noch nichts von ihrem neuen Untermieter. "Klar ist es frech und provokativ", sagte der 28-Jährige dazu. Die Inhaber wolle er nun darum bitten, dass er sein Holzhaus nicht abbauen muss. Für Jakob Wirth ist es nicht das erste Mal, dass er auf einem Dach lebt. Auch in Berlin zog er mit seinem 500 Kilo schweren Holzhäuschen schon von Dach zu Dach, um gegen die hohen Mietpreise zu protestieren. Dass er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion umziehen muss, um nicht vertrieben zu werden, komme auch schon mal vor. Um Erlaubnis bittet er meistens trotzdem nicht – und bezeichnet sein Häuschen deshalb auch als Parasiten. 

"Wir docken uns wie ein Parasit an unterschiedliche Wirte, die Hausdächer"

Das Parasiten-Penthaus baut Wirth immer erst auf dem jeweiligen Dach zusammen. "Durch das modulare Bausystem ist unser Haus sehr flexibel", sagte er RTL. Jedes Teil sei so klein, dass es durch jedes Fenster und jede Luke passe. Das Zusammenbauen dauere nur drei Stunden. "So können wir uns wie ein Parasit an unterschiedliche Wirte, die Hausdächer, andocken", erklärte Wirth.

Auf welchem Dach der Parasit gerade steht, teilt der Künstler regelmäßig auf Facebook. 

Auch zur Selbstisolation sei sein Haus auf dem Dach sehr praktisch, wie er dort schreibt. "Ein Penthaus mit Promiblick, das ein privilegiertes sowie gleichzeitig prekäres Refugium für Selbstquarantäne schafft."

Quellen:Faceboook/Penthaus à la Parasit, RTL, mit Material der dpa 

ame

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