VG-Wort Pixel

Benzin und Diesel Studie zeigt: Ölkonzerne sichern sich Milliardengewinn durch höhere Spritkosten

An den Tankstellen stiegen die Benzinpreise zuletzt deutlich an. Eine Studie zeigt, dass der Preisanstieg nicht nur an den Ölpreisen lag.
An den Tankstellen stiegen die Benzinpreise zuletzt deutlich an. Eine Studie zeigt, dass der Preisanstieg nicht nur an den Ölpreisen lag.
© Imago Images
In den letzten Wochen stiegen die Benzin- und Diesel-Preise an den Tankstellen deutlich an. Eine Studie zeigt: Das lag nicht nur an den höheren Ölpreisen, auch die Ölkonzerne profitierten beträchtlich.

Eine Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt, dass die Mineralölwirtschaft aus den hohen Preisen an den Zapfsäulen anscheinend Milliarden verdient hat. Laut der Studie sollen die Ölkonzerne in Europa seit Kriegsbeginn mindestens drei Milliarden Euro an den höheren Preisen für Diesel und Benzin verdient haben – zusätzlich zu ihren normalerweise anfallenden Einnahmen.

Studie: Spritpreise stiegen deutlich stärker an als die Rohölpreise

Die Analyse ergab demnach, dass es deutlich gewachsene Margen zwischen internationalen Rohölpreisen und europäischen Tankstellenpreisen gab: Während der Rohölpreis von Jahresbeginn bis März um rund 19 Cent pro Liter gestiegen sei, habe Diesel im Schnitt rund 30 Cent pro Liter mehr gekostet. Bei Benzin verlief die Entwicklung laut der Studie ähnlich, wenn auch etwas schwächer. Für Deutschland ergeben sich laut der Untersuchung allein für den Monat März zusätzliche Gewinne der Unternehmen von 1,2 Milliarden Euro.

Greenpeace geht daher davon aus, dass der massive Preisanstieg an den Tankstellen "zu einem großen Teil durch höhere Gewinnmargen der Ölkonzerne verursacht" worden sei. "Höhere Einkaufspreise konnten die zeitweisen Rekordpreise nur zum Teil erklären", so die Umweltschutzorganisation.

Ölkonzerne: Höhere Preise durch steigende Energiepreise verursacht

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x), der Unternehmen der Mineralölwirtschaft vertritt, erklärte indes, dass den höheren Preisen auch höhere Energiekosten gegenüber stünden, "darunter für die Nutzung von Gas und Strom im Raffinerieprozess, für gestiegene Importpreise von Mineralölprodukten sowie für notwendig gewordene Zusatztransporte innerhalb Europas".

Zugleich wies der Verband darauf hin, dass die Mineralölgesellschaften "sofort nach Kriegsbeginn auf eigene Initiative" hin begonnen hätten, ihre Importe an russischem Rohöl und vor allem auch Diesel zurückzufahren. Durch diese "bewusst herbeigeführte Verringerung an Bezugsquellen" sei das Angebot insbesondere an Diesel und Heizöl begrenzt, was bei gleich hoher oder sogar gestiegener Nachfrage etwa nach Heizöl zu den höheren Marktpreisen geführt habe.

ADAC: Tanken ist nach wie vor "zu teuer"

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatten die Spritpreise zeitweilig neue Rekordhöhen erreicht. Nach Angaben des ADAC vom Mittwoch sank der Benzinpreis zuletzt wieder unter zwei Euro pro Liter und der Dieselpreis auf im Schnitt 2,05 Euro. Dennoch sei Tanken "nach wie vor im Vergleich zum Rohölpreis viel zu teuer", so der Automobilclub.

Greenpeace selbst kritisiert die beschlossene Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate. "Die kürzlich vor allem auf Betreiben der FDP beschlossenen Steuersenkungen auf Sprit mindern die Anreize zum Sparen und spielen somit den Ölkonzernen und Putin in die Hände", erklärte Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann.

tvm AFP

Mehr zum Thema

Newsticker