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Südkorea: Bürgermeister in Seoul will Hunde-Schlachthöfe schließen lassen

In Korea ist der Verzehr von Hundefleisch eigentlich inzwischen verboten. Hunde-Schlachthöfe gibt es trotzdem noch. Nun will Seouls Bürgermeister erneut auf Tierrechte aufmerksam machen – und damit auch die Schließung der letzten Schlachtereien erzwingen. 

Hund guckt nach oben

Der Bürgermeister von Seoul kündigte an, alle noch verbliebenen Hunde-Schlachthöfe in der Stadt zu schließen (Symbolbild)

Getty Images

Während Hunde bei uns nur als Haustiere gehalten werden, stehen sie in vielen Teilen Asiens auf der Speisekarte. Ganz besonders in Korea galt Hundefleisch lange als Delikatesse, denn erst im vergangenen Jahr erklärte das Gericht den Verzehr von Hundefleisch als rechtswidrig. Doch dies war nur ein erster Schritt – Hundeschlachtereien existierten weiterhin. In Seoul, der südkoreanischen Hauptstadt, soll sich dies nun ändern: Seouls Bürgermeister, Park Won-soon, kündigte vergangene Woche an, dass die Stadtregierung vorhabe alle verbliebenen Hundeschlachthöfe zu schließen. Mit diesem Plan, so der Bürgermeister, wolle er den Kampf gegen das Hundefleisch-Geschäft vorantreiben, wie das koreanische Nachrichtenmagazin "The Korea Times" berichtet.

Sein Beweggrund: ein rührender Zeichentrickfilm

Sein eigentlicher Beweggrund für diese Aktion war jedoch ein anderer: Der Bürgermeister hatte einen Zeichentrickfilm mit dem Titel "Underdog" gesehen. Darin, so erzählt er vor Publikum, handle es sich um streunende Hunde, die sich in der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea befinden. Der Film gilt der Förderung einer Kampagne, die Menschen dazu ermutigen soll, ihre Tiere nicht im Tierheim abzugeben. Neben den fast eine Millionen Hunden, die in Korea noch immer jährlich verzehrt werden, gibt es nämlich auch 8500 ausgesetzte Tiere, die oft eingeschläfert werden müssen, wie das britische Nachrichtenmagazin "dailymail" erklärt.

Mehr Aufmerksamkeit für Tierrechte

In seiner Rede betont Won-soon, der früher als Menschenrechtsanwalt tätig war, dass er mit seinem Besuch im Kino auf Tierrechte aufmerksam machen wollte. Der Film habe ihn daraufhin so sehr berührt, dass er sich persönlich für die Streuner verantwortlich fühle.

In Seoul gebe es weiterhin fünf Läden die Hundefleisch verkaufen, erklärt er. Die zwei, die tatsächlich auf dem Marktgelände schlachten, könne er zwar nicht zwingen zu gehen, er werde jedoch Druck auf sie ausüben, ihr Geschäft zu schließen. Auch wenn in Südkorea der Hundefleischkonsum in jüngeren Generationen zurückgegangen ist, will sich der Bürgermeister weiterhin für Tierrechte einsetzen: "Ich glaube daran, eine friedliche Welt zu schaffen, die auch ein sicherer Ort für Tiere ist".

Quelle: "tagesschau"/ "The Korea Times" / "dailymail"

Hunde bekommen bei Starbucks ihren eigenen Becher gefüllt mit einem leckeren Snack. 
gho