VG-Wort Pixel

DHDL Den Löwen schmeckt‘s nicht: Die Probierrunde wird für vegane Sprossen-Cracker zum Desaster

DHDL-Juror Carsten Maschmeyer untersucht einen wiederverwendbaren Wasserfilter
DHDL-Juror Carsten Maschmeyer untersucht einen wiederverwendbaren Wasserfilter
© TVNOW / Bernd-Michael Maurer
Wehe, der Jury bleibt das Essen im Halse stecken: Dann wird‘s bitter für die Gründer – wie in der jüngsten Folge für eine Hippie-Manufaktur aus dem Weserbergland. Als härtester Verhandler in der Geschichte der Show entpuppte sich indes ein feinsinniger Ingenieur aus Norddeutschland.

Was sagt ein Gründer, wenn ihm gar nichts mehr einfällt? "Der USP bin ich.“ Dafür erntete der Erfinder von "Twentyless“ (der stern hat die Reiniger getestet) in der letzten Ausgabe der "Höhle der Löwen“ für dieses Jahr viel Heiterkeit. Der launige Familienvater hat ein Reinigungskonzentrat frei von chemischen Zusätzen auf den Markt gebracht. Der Clou: Es wird in einer Glasflasche verkauft und soll 20 herkömmliche Plastiksprühflaschen ersetzen. Das Problem: Eine Glasflasche kann man nicht schützen. Während vier der fünf Löwen dankend ablehnten (Kofler: "Putzmittel sind nicht meine höhere kulturpolitische Mission“), biss Ralf Dümmel schließlich an. Unter dem Motto "Die Schnellen fressen die Langsamen“ gab er dem Unternehmer die geforderten 70.000 Euro und sicherte sich dafür 25 Prozent an dessen Firma.

Affiliate Link
Twentyless Allzweckreiniger Starter-Set
Jetzt shoppen
14,99 €

Auch "Nui Cosmetics“ erhielt den erhofften Deal. Die Kosmetik-Marke möchte Naturkosmetik für Frauen von ihrem Reformhaus-Image befreien und Stylishness mit Natürlichkeit verbinden. Schon eine Million Euro Umsatz hat die Selfmade-Gründerin mit ihren Lippenstiften und Make-ups seit 2017 erzielt. Das machte Eindruck bei den Investoren, doch nur Judith Williams rang sich zu einem Angebot durch: Sie verdoppelte die Beteiligungsquote von 20 auf 40 Prozent und boostete das Unternehmen der studierten Brand-Managerin mit einer Viertelmillion Euro.

Nils Glagau: "Ich hatte auch mal so lange Haare wie ihr“

Eine Anschubfinanzierung von bescheidenen 75.000 Euro hatten sich zwei Freunde gewünscht, die zusammen mit einer Gruppe Gleichgesinnter in einer alternativen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft in der Nähe von Hameln leben. Von Hand stellen sie in ihrer eigenen Manufaktur "Aho“ her, vegane Sprossencracker in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Ihre selbstbewusste Ansage, mit der sie die "Höhle“ betraten: "Unser Nahrungsmittel wird Deutschland verändern.“

Doch die Probierrunde geriet zum Desaster. Teilweise schon fast angewidert nagten die Löwinnen und Löwen auf dem Rohkost-Knäckebrot herum. Am deutlichsten wurde Carsten Maschmeyer: "Das schmeckt bitter, sehr trocken und macht mich überhaupt nicht an.“ Am längsten blieb Nils Glagau im Rennen, der sich mit den beiden Hippie-Gründern aus biografischen und frisurtechnischen Gründen identifizieren konnte ("Ich hatte auch mal so lange Haare wie ihr“). Doch beim Geschmack hörte auch bei ihm das Geschäft auf: "Mich hat keine eurer Geschmacksrichtungen überzeugt“, formulierte er es höflich und schickte die Bio-Unternehmer ohne Deal zurück in ihre Cracker-Kommune.

Bei DHDL gibt's 10 Prozent für die Cousine

Was nicht jeder weiß: Wasser ist das große Thema von Ralf Dümmel. Vor fast 25 Jahren erfand er den "Wassermaxx“ und wurde zum Mitinitiator des Trends Sprudeln statt Schleppen. Kein Wunder also, dass der 53-Jährige sehr aufmerksam den Pitch für einen wiederverwendbaren Wasserfilter namens "Yucona“ verfolgte. Das Gründerduo, ein Cousin und eine Cousine, machte es ihm und den anderen Löwen aber alles andere als einfach. Der Cousin entpuppte sich schnell als ziemlich präpotenter Schnacker, der an seine Cousine gnädige fünf Prozent der Firma abgetreten hatte. Dazu kam eine sportliche Unternehmensbewertung von über einer Million Euro bei 16.000 Euro Umsatz.

Dümmel griff trotzdem zu - wählte allerdings ein unkonventionelles Verfahren. Weil ihm die angebotenen 20 Prozent Anteil bei einer Investitionssumme von 250.000 Euro überhaupt nicht schmeckten, wies er die Gründer wieder zurück in die Kulisse: "Macht mir nochmal einen Vorschlag." Und das erneuerte Angebot hatte es in sich: 45 Prozent schlugen sie dem Investor vor, das war selbst Dümmel zu viel. "Ich nehme 35 Prozent“, sagte er, "die anderen 10 Prozent kriegt die Cousine.“

Affiliate Link
NUI Cosmetics Natural Mascara
Jetzt shoppen
19,44 €

Ein echtes Verhandlungsspektakel bot der letzte Pitch der Show. Ein Ingenieur stellte "Hyconnect“ vor, ein Textil, mit dem man bei Autos, Schiffen und Flugzeugen Leichtbaustoffe mit Metall verbinden kann. Ziemlich schwere Kost, aber in technologischer Hinsicht ein wirkliches Versprechen. Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg waren elektrisiert. Doch der Gründer blieb eisenhart, was die Anteile anging. "Ich gebe maximal 15 Prozent weg", beharrte er, Maschmeyer-Rosberg wollten 24,9. Nach einem nervenaufreibenden Hin und Her einigte man sich auf 17,5 Prozent. Maschmeyer: "Sie waren der härteste Verhandler bisher in der 'Höhle der Löwen.‘“

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker