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TV-Kritik

"Die Höhle der Löwen": Warum Dagmar Wöhrl ins Bikini-Business investiert – und Ralf Dümmel ein Baguette spazierenfährt

In der "Höhle der Löwen" gibt es Bademoden aus ungewöhnlichem Material zu bestaunen. Ein Gründer ist zum zweiten Mal da. Und Ralf Dümmel besteigt erstmals seit 15 Jahren wieder ein Fahrrad.

Höhle der Löwen

Gründerin Barbara Gölles präsentiert Bademoden aus alten Fischernetzen

TV Now

Hatten Sie auch schon mal das Problem, dass sie nicht wussten, wie Sie ein Baguette an ihrem Fahrradlenker befestigen? Oder wie Sie eine Gießkanne mit auf Radtour nehmen können? Nein, nicht? Mit dem "Carryyygum" könnten Sie es jedenfalls. Die Gummiband-Konstruktion ermöglicht auch auf gepäckträger- und korblosen Rädern den Transport einzelner Gegenstände. Trotz der reichlich skurril gewählten Requisiten (Baguette, Gießkanne) für die Demonstration zeigt sich Investor Ralf Dümmel in der "Höhle der Löwen" begeistert.

Bevor er den Deal mit Gründer Carl Heinze besiegeln kann, hat der Löwe aber noch eine Geschicklichkeitsprobe zu bestehen: Er soll eine Runde mit dem Rad durchs TV-Studio drehen. "Weißt du, wie lange ich nicht Fahrrad gefahren bin?", fragt Dümmel, der sonst eher mit dem Flieger unterwegs ist. "Ich würde sagen, 15 Jahre oder so." Doch der Aufschwung klappt unfallfrei und auch das Baguette kommt nicht zu Schaden.

Beim zweiten Dümmel-Deal des Tages geht es nicht ums Radeln, sondern ums Gehen. Die Brüder Werner und Peter Mucha haben eine Einlegesohle mit Federstahlkern gebaut, die den Druck des Körpergewichts gleichmäßiger auf dem gesamten Fuß verteilen soll. "Fleximed" heißt die schuhorthopädische Innovation, in die neben Dümmel auch Georg Kofler gerne investieren würde. Doch nachdem dieser einen von den Gründerbrüdern vorgeschlagenen Gemeinschaftsdeal ablehnt, entscheiden sich diese für das Dümmelsche Konkurrenzangebot.

Man sieht sich zweimal: Food-Gründer ist wieder da

Große Augen macht Frank Thelen, als Gründer Jörn Gutowksi die Löwenhöhle betritt. Der hatte 2016 schon einmal einen fulminanten Auftritt in der Show. Drei Löwen rissen sich damals um einen Deal mit Gutowskis Probierset-Unternehmen "Try Foods". Thelen erhielt den Zuschlag, ließ den Deal aber nach der Show platzen, weil sich das Geschäft nicht wie gewünscht skalieren ließ.

Nun ist der Try-Foods-Mann wieder da, mit einem israelischen Koch an der Seite. "Mein Deutsch ist nicht so gut, aber ich koche besser", sagt der Kollege und verzieht sich hinter den Herd, wo er seine Kreation "Kofu" zubereitet. Das ist wie Tofu, nur aus Kichererbsen statt aus Soja. Gesund, nahrhaft, lecker, finden auch die Löwen. Bauchschmerzen bereitet den Investoren dagegen die Gesellschafterstruktur der Firma. Neben dem Koch und Gutowski hat auch der Produzent des Essens Anteile, sodass die Gründer an diesen gebunden sind. "Das ist eine 'Poison Pill'", sagt Thelen. Das Unternehmen sei damit "unverkaufbar und unfinanzierbar". Daher kein Deal.

Dagmar Wöhrl macht in nachhaltige Bikinis

Besser läuft es für Barbara Gölles und ihr Bikini-Label "Margaret & Hermione". Der Clou an ihrer Kollektion ist der Nachhaltigkeitsansatz, denn die Stücke sind aus Plastikmüll – genau genommen Fischernetzen – gefertigt, der zuvor aus dem Ozean gefischt wurde. Die männlichen Investoren melden schnell ihre Kapitulation vor dem Bikini-Business an, während sich Judith Williams "regelrecht verzweifelt" gibt. Sie findet die Gründerin zwar sympathisch. Aber: "Wenn ich in eines niemals investieren möchte, sind es Bademoden." Sie hält das Bademoden-Geschäft wegen Schwierigkeiten bei der Passform und zu erwartender Retouren für nicht lukrativ. Abgesehen davon, könne man doch mit Artikeln, an denen etwas mehr Stoff dran ist als an einem Bikini auch mehr Plastikmüll recyceln. "Machen Sie ein neues Konzept mit Kleidung", lautet daher Williams' Absage. Doch das muss die Gründerin nicht. Dagmar Wöhrl hat sie bereits in ihr Herz geschlossen und steigt ins Bikini-Geschäft ein.

Keinen Deal gibt es schließlich für "Fitter You", eine Fitness-App mit zugehöriger Turnmatte. Obwohl Gründer Fritz Grünewalt bereits 4,5 Millionen Euro in die Entwicklung investiert hat und unter anderem Fußballer André Schürrle als Investor gewinnen konnte, findet die Idee bei den Löwen keinen Anklang.


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