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Teamwallet: Diese App aus "Die Höhle der Löwen" bringt Fußball-Teams auf Trab

Mit einer digitalen Mannschaftskasse will Teamwallet die Fußballwelt erobern. Sie soll kollektive Sammelaktionen und das Eintreiben von Strafen erleichtern. Rund 3000 Mannschaften nutzen die App bereits, darunter auch zwei Profiteams. Nun geht's für die Gründer in die "Höhle der Löwen".

Teamwallet-Gründer

Teamwallet-Gründer Kai Hörsting, Nicolo Incorvaia, Michael Schreiner und Michael Schweizer (von links) in der "Höhle der Löwen"

Der Deutsche Fußball Bund zählt mehr als 150.000 offiziell registrierte Fußballmannschaften in Deutschland. Das bedeutet, es gibt auch ungefähr 150.000 Mannschaftskassen und ebenso viele Kassenwarte. Denn von der Kreisliga bis zu den Profis ist es üblich, dass ein Mitspieler dazu verdonnert wird, die teaminternen Finanzen zu verwalten.

"Ich habe selbst jahrelang unsere Mannschaftskasse betreut und war immer viel mit der Organisation beschäftigt", sagt Kai Hörsting, langjähriger Fußballer und Gründer der App Teamwallet. Sammelaktionen für einheitliche Sportausrüstung sowie das Eintreiben teaminterner Geldstrafen kosteten ihn als Kassenwart viel Zeit. "Das war immer ein Riesenakt, bis man von jedem das Geld bekommen und das auf einem Zettel dokumentiert hat. Dafür wollten wir eine digitale Lösung." 

Teamwallet mahnt Sünder per Push-Nachricht

Gemeinsam mit den Fußballkollegen Michael Schreiner, Michael Schweizer und Nicolo Incorvaia gründete er Teamwallet, eine digitale Mannschaftskasse, die teaminterne Zettelwirtschaft überflüssig machen soll. Ist die Mannschaft bei Teamwallet registriert, können alle Mitglieder auf der Plattform sehen, wer welche Beträge zu bezahlen hat. Offene Summen können direkt per Paypal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung beglichen werden. "Der Kassenwart initiiert nur noch die Sammelaktionen und kann sich dann zurücklehnen", erläutert Hörsting.

Teaminterne Strafen - für den Beinschuss beim Trainingsspiel, die gelbe Karte wegen Meckerns oder Pinkeln in der Dusche - kommen per Pushnachricht aufs Handy. Für die Sünder gibt es keine Ausreden mehr. "Unser Strafenkönig aus der letzten Saison hat die Kasse mit fast 200 Euro gefüllt", sagt Hörsting.

Eine weitere Funktion ist der Torclub. Treue Fans können sich verpflichten ihrem Herzensteam, einen bestimmten Betrag je Tor - etwa ein Euro - zu spenden. Am Ende der Saison kann die Summe über Teamwallet bezahlt werden.

Schon 3000 registrierte Mannschaften

Rund 3000 Mannschaften haben sich bereits bei Teamwallet registriert, mit den Stuttgarter Kickers (3. Liga) und dem 1. FC Heidenheim (2. Liga) sind sogar zwei Profiteams dabei. Und das Geschäftsmodell? Bis zu einer Transaktionssumme von 1000 Euro ist Teamwallet kostenlos, dann wird eine Gebühr von 4 Prozent fällig. Zudem hoffen die Teamwallet-Macher darauf, dass die Fußballer das Geld aus der Mannschaftskasse auch direkt wieder im firmeneigenen Online-Shop ausgeben. Dort gibt es individualisierbare Caps, T-Shirts und anderes Team-Equipment zu kaufen.

Der gesamte Zahlungsverkehr wird über das Payment-Unternehmen MangoPay in Luxemburg abgewickelt, wo sich auch der offizielle Firmensitz von Teamwallet befindet. Der Grund sind die höheren regulatorischen Hürden der Finanzaufsicht Bafin in . "Den Umweg über Luxemburg machen wir allein unseren Usern zuliebe, damit die keinen Stress haben, sich mit Verifizierungsverfahren zu beschäftigen", sagt Mitgründer Michael Schreiner.

150.000 Euro eigenes Geld haben die Teamwallet-Gründer bereits in ihr Unternehmen gesteckt. In der Höhle der Löwen schielen sie vor allem auf den IT-Experten Frank Thelen. Ob die Fußballer den Löwen überzeugen können, erfahren die TV-Zuschauer in der Sendung am 12. September.

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