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Immobilienmarkt Dubai als sicherer Hafen für Putin-Freunde: Reiche Russen investieren massiv im Emirat

Die Skyline von Dubai
Sie Skyline von Dubai: Schon vor Russlands Angriff auf die Ukraine hatten sich die Eigentumsverhältnisse auf dem dortigen Immobilienmarkt verschoben. Reiche Russen investieren massiv in Dubai.
© monticello / Picture Alliance
In Dubai ist russisches Geld herzlich willkommen. Das war schon lange vor dem Krieg in der Ukraine so. Jetzt werteren mehrere Medien einen Datensatz zum dortigen Immobilienmarkt aus.

Dubai steht auf der Investitionsliste vermögender russischer Staatsbürger offenbar ganz oben. Seit einiger Zeit haben Medienberichten zufolge zahlreiche reiche Russen massiv in Immobilien in dem Emirat investiert – und möglicherweise ihr Geld auch auf diese Weise vor Sanktionen in Sicherheit gebracht. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete in ihrer Dienstagsausgabe zusammen mit 20 internationalen Recherchepartnern über einen neuen Datensatz, der einen Einblick in die Eigentumsverhältnisse auf dem Dubaier Immobilienmarkt ermöglicht. 

Die Recherchepartner unter Koordination der norwegischen Finanzzeitung "E24" haben den Enthüllungen den Titel "Dubai uncovered" gegeben. Die Daten, ein Abbild des Grundbuchs von Dubai mit Stand von Anfang 2020, waren dem Center for Advanced Defense Studies (C4ADS) in Washington zugespielt worden. Dabei handelt es sich um eine Organisation, die internationale Kriminalität und Konflikte untersucht.

Insgesamt finden sich in den Daten, die demnach mehr als ein Jahr vor dem russischen Angriff auf die Ukraine erhoben wurden, über 5000 Bürger Russlands als Eigentümer von mehr als 9700 Immobilien in Dubai. Dubai hat sich den internationalen Sanktionen gegen vermögende Russen bislang nicht angeschlossen. Wie sich die russischen Investitionen seit Russlands Angriffskrieg in Dubai entwickelt haben, geht aus der Recherche nicht hervor.

Reiche Russen kaufen Luxus-Immobilien in Dubai

Die Journalisten konnten eigenen Angaben zufolge gut hundert Mitglieder der politischen Elite Russlands, Beamte und russische Geschäftsleute identifizieren, denen Luxus-Apartments und Villen in Dubai gehören. Viele davon stehen demnach dem Kreml und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahe.

Einer von ihnen ist dem Bericht zufolge Ruslan Baisarow, ein Vertrauter des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow. Kadyrow unterstützt Putins Invasion in der Ukraine militärisch. Baisarow, der bislang auf keiner internationalen Sanktionsliste steht, gehören fünf Wohnungen und eine Strandvilla auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah. Der Bericht nennt zudem Roman Lyabikhow, Mitglied der Kommunistischen Partei Russlands, den mehrere westliche Staaten sanktioniert haben.

Eine Wohnung auf Palm Jumeirah ist demnach auf den Duma-Abgeordneten Alexander Borodai von Putins Partei Einiges Russland registriert. Er wurde kurz nach Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 als Regierungschef der selbsternannten Volksrepublik Donezk bekannt. Die USA, die EU und Großbritannien haben auch ihn sanktioniert.

Insgesamt umfasst das Leak etwa 800.000 Eigentumsanteile an Immobilien in Dubai sowie 274.000 Personen und Firmen aus 197 Ländern und Territorien. 191.000 von ihnen sind ausländische Eigentümer. Bürger und Firmen aus Indien und Großbritannien bilden die größten Gruppen, gefolgt von Pakistan und Saudi-Arabien. Mehr als 2000 in dem Leak enthaltene Eigentümer wohnen in Deutschland, mit knapp 4500 aufgeführten Immobilien.

In den Daten finden sich der "Süddeutschen Zeitung" zufolge zudem die Namen mehrerer Verdächtiger, gegen die Behörden unter anderem in Deutschland, Dänemark und Belgien wegen steuerschädlicher Cum-Ex-Aktiengeschäfte ermitteln. Prominentestes Beispiel sei der Brite Sanjay Shah, der im Verdacht steht, mit seinem Hedgefonds den dänischen Fiskus um umgerechnet mehr als eine Milliarden Euro erleichtert zu haben – auch unter Ausnutzung deutscher Banken. Shah bestreitet jedes Fehlverhalten.

Auch Behörden in Deutschland ermitteln mithilfe des Datensatzes zu Dubai

Die Daten sind offenbar auch den deutschen Steuerbehörden bekannt. Seit rund elf Monaten werten dem Bericht zufolge Finanzbeamte mehrerer Bundesländer einen fast identischen Datensatz aus, den die Bundesregierung im Juni 2021 für etwa zwei Millionen Euro gekauft hatte. 

In Bayern gehen Ermittler der SZ zufolge in sechs Fällen dem Verdacht einer Steuerstraftat nach, bei insgesamt 281 Prüffällen. Das Saarland schreibt auf SZ-Anfrage von Fällen "im niedrigen einstelligen Bereich"; Baden-Württemberg spricht von einer einstelligen Zahl an Ermittlungsverfahren.

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Sehen Sie im Video Fakten über ein Riesenrad der Superlative: Das "Dubai Eye" ist 250 Meter hoch.

anb AFP

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