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Datenschutz Beratung via Messenger: Facebook will sensible Daten von Banken

Neun neue Nachrichten auf einem Facebook Messenger
Nachricht von der Bank? Facebook will Bankberatungen in seinen Messenger integrieren.
© Silas Stein/ / Picture Alliance
Facebook spielt mit dem Gedanken, seinen Nutzer Gespräche mit der Bank über den Messenger führen zu lassen. Dafür wären wohl sensible Daten notwendig - es könnte um Kontostand, Transaktionen oder Aufenthaltsort gehen.

Facebook führt derzeit Gespräche mit einigen US-Banken. Das Unternehmen erklärte, über seinen Messenger die Kommunikation mit Banken erleichtern zu wollen. "Die Idee ist, dass es besser sein kann, mit seiner Bank zu chatten, als am Telefon in der Warteschleife zu sein", heißt es. Dafür wurden sensible Kundendaten bei den Banken angefragt. 

Der Online-Dienst habe Gespräche mit Banken wie JPMorgan, Citibank und Chase geführt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Finanzkreisen. Demnach will Facebook etwa mithilfe von Informationen über Transaktionen, den Kontostand und den genauen Ort von Einkäufen der Nutzer neue Dienste in seinem Messenger anbieten.

Banken zeigen sich skeptisch

Facebook bestätigte die Gespräche mit den Banken. Nicht aber, dass es sich um derart sensible Daten handelt. Eine Sprecherin von JPMorgan erklärte, Informationen zu Transaktionen "mit diesen Plattformen" nicht zu teilen. "Wir musste daher zu einigen Dingen 'nein' sagen", erklärte Patricia Wexler. Zuerst hatte das "Wall Street Journal" über den Fall berichtet. Etwa 1,3 Milliarden Menschen nutzen den Messengerdienst von Facebook. 

Facebook beim Datenschutz unter Beobachtung

Facebook steckt bereits wegen des Datenskandals um die Weitergabe von Nutzerinformationen durch die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica in einer schweren Krise. Die Daten von rund 87 Millionen Nutzern des Onlinenetzwerks waren bei Cambridge Analytica gelandet und sollen unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein. Facebook sieht sich deshalb mit einer Vielzahl von Untersuchungen konfrontiert und steht weltweit in der Kritik.

wlk AFP

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