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Finanzielle Unabhängigkeit: Fünf Tipps für den Luxus-Ruhestand

Mitte Dreißig und finanziell unabhängig? Ein Traum, der zum Albtraum werden kann. Vier reiche Frührentner warnen vor den Fallen des Müßiggangs.

Das Leben in vollen Zügen genießen, lautet der Plan, aber häufig endet es in Depressionen.

Das Leben in vollen Zügen genießen, lautet der Plan, aber häufig endet es in Depressionen.

Finanziell unabhängig sein, machen können, was man will und nicht das tun, was der Chef sagt. Wer träumt nicht davon. Hilfe auf dem Weg zu Reichtum und Unabhängigkeit bietet der Financial Independence Podcast. In der jüngsten Ausgabe hört sich der Wegweiser ungewohnt nachdenklich an. Er widmet sich folgendem Problem: Was passiert eigentlich, wenn man aller Pflichten ledig ist und keine Sorgen mehr haben sollte?

In dieser Lage befinden sich der Podcast-Initiator Mad Fientist, ein Softwarespezialist, der sich mit 34 in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen konnte, Anlagespezialist Peter Adeney bekannt als Mr. Money Mustache (Renteneintrittsalter 30), Paula Pant (sie lebt inzwischen von ihrem Anlagevermögen) und Doug Nordman, bekannt als der Military Guide, der immerhin bis 41 arbeiten musste.  Alle sind sich einig, dass der Müßiggang nicht so einfach ist. 

1. Wo soll es auf Dauer hingehen?

Druck, Verantwortung und Arbeitszeit gehören der Vergangenheit an. Aber was nun tun? Nur Abhängen? Das macht nicht glücklich. Peter Adeney ist sich sicher, dass man auch privat einen Masterplan braucht, damit man weiß, in welche Richtung das Leben gehen sollte. Sonst vergehen die Tage, man beschäftigt sich mit kleinen Projekten und zurück bleibt eine große Leere. Auch das will wie die Karriere exakt geplant sein. 

2. Man braucht eine neue Identität

Arzt, Berater oder Offizier - das alles ist auf einmal vorbei. Die Betroffenen sind aber zu jung, um den Rest ihres Lebens als ehemaliger Arzt oder Offizier a.D. zu verbringen. Groß sei die Versuchung, an der alten Identität festzuhalten, schließlich hat sie einen sehr erfolgreich gemacht. Wichtig sei es, genau herauszufinden, was man am alten Leben vermisse und diese Dinge in einem neuen zu wiederzufinden und nicht nur alte Gefühle zu konservieren. Doug Nordman: "Vergiss, wer du warst, und entdecke, wer du bist." 

3. Mit der Schuld umgehen

Anstatt das makellose Glück zu genießen, muss man sich auf Schuldgefühle einstellen. Als der Programmierer Bradon aufhörte zu arbeiten, fühlte er sich schuldig für sein Glück, weil vieler seiner Freunde weiter sehr hart arbeiten mussten. "Warum hatte ich so viel Glück? Warum haben es meine Kollegen nicht geschafft, meine Familie auch nicht? Die sind ebenso talentiert und klug wie ich." Diese Frage beschäftigt ihn bis heute.

 4. Man muss der Arbeit Grenzen setzen

Es soll gar nicht so leicht sein, tatsächlich mit der Arbeit aufzuhören, auch wenn man es sich leisten kann und es sich vorgenommen hat. "Du beendest die Arbeit mit alten Klienten, aber dann stehen neue an der Tür und es hört sich alles so verdammt spannend an", klagt Paula Pant. Und schon ist der geplante Rückzug um ein paar Jahre verschoben. Man muss also wissen, dass der Ruhestand einfach Angst macht. Weiterarbeiten fällt leichter.

5. Raus aus den Routinen

Mit alten Routinen und Gewohnheiten müsse man konsequent brechen. Sonst führt man das Leben eines Menschen weiter, der die Arbeit über alles gestellt hat, und das, obwohl man gar nicht mehr arbeitet. Alten Gewohnheiten müsse man widerstehen, wenn man etwas Neues entdecken wolle.


kra
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