HOME

Kontoführungsgebühren: ING-Diba bietet das kostenlose Girokonto nicht mehr für alle an

Der Anfang vom Ende des kostenlosen Girokontos? Deutschlands größte Direktbank ING-Diba führt Kontoführungsgebühren ein – allerdings nicht für jeden. Damit verfolgt das Geldhaus ein klares Ziel.

Die ING-Diba ist Europas größte Direktbank

Die ING-Diba ist Europas größte Direktbank

DPA

Das kostenlose Girokonto wird immer seltener. Die meisten Banken erheben bereits Gebühren für die Kontoführung – und viele haben diese zu Jahresbeginn sogar noch einmal erhöht. Nun verabschiedet sich mit der ING-Diba auch einer der letzten großen verbliebenen Gratis-Anbieter vom kostenlosen Konto für alle. Zum 1. Mai 2020 führt Deutschlands größte Direktbank eine monatliche Kontoführungsgebühr von 4,90 Euro im Monat ein.

Allerdings: Die neue Gebühr gilt nicht für jeden. Wer einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro hat – egal ob Gehalt, Rente oder sonstige Einkünfte – oder unter 28 Jahre alt ist, zahlt weiter nichts. Von den 2,8 Millionen Girokonto-Kunden in Deutschland seien drei Viertel deshalb nicht von der Gebühr betroffen, erklärt die ING. Bedeutet im Umkehrschluss: Rund 700.000 Kunden sind betroffen.

ING-Diba will Nutzer zu Hausbankkunden machen

Wer die im Anbietervergleich recht happigen Gebühren zahlen muss, steht vor zwei sinnvollen Alternativen. Entweder wechseln oder das ING-Konto zum Hauptkonto machen, um einen Geldeingang von 700 Euro sicherzustellen. Und genau darauf zielt die Bank auch ab. "Unsere Strategie ist, die Kunden zu bewegen, Hausbankkunden zu werden", sagt ING-Diba-Vorstandschef Nick Jue. Hausbankkunden sind für die Geldinstitute wertvoller, weil man ihnen besser maßgeschneiderte Angebote machen kann, an denen die Bank auch wirklich etwas verdient. Zweitkontonutzer, die nur wegen der kostenlosen Kreditkarte da sind, können der Bank im Zweifel gestohlen bleiben. Wer nicht auf 700 Euro Geldeingang im Monat kommt, kann übrigens weiterhin das kostenlose Basiskonto der Bank nutzen, das ist allerdings ohne Kreditkarte.

Dass zwischen Kunden mit monatlichem Geldeingang und solchen ohne unterschieden wird, hat die ING nicht exklusiv. Auch andere Banken bieten Kunden Vorteile, die das Konto zu ihrem Gehaltskonto machen. Direktbank-Konkurrent DKB etwa streicht allen Kunden, die nicht mindestens 700 Euro Geldeingang im Monat haben, das weltweit kostenlose Geldabheben (kostenlos dann nur noch im Euroraum). Kontoführungsgebühren zahlen diese Kunden allerdings - bislang - nicht.