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400 Millionen Karten betroffen Mastercard schafft Maestro-Karten ab – das sind die Folgen für Kunden

Mastercard stoppt seine Maestro-Funktion - das Pendant von Visa heißt V-Pay
Mastercard stoppt seine Maestro-Funktion - das Pendant von Visa heißt V-Pay
© Andrea Warnecke/DPA / Getty Images
Kreditkartenkonzern Mastercard will das Maestro-System ab Mitte 2023 abschaffen. Viele Millionen Karten sind betroffen. Was ändert sich für Verbraucher?

Das Maestro-Logo dürfte Millionen Bankkunden von ihrer Girokarte bekannt vorkommen. Was sich dahinter verbirgt, wissen aber wohl nur die wenigsten. Die Funktion sorgt dafür, dass Girocard-Besitzer im Ausland Geld abheben und bargeldlos bezahlen können. Nun steht fest: In den nächsten Jahren wird der Maestro-Schriftzug von den Karten verschwinden, weil Anbieter Mastercard das System dahinter abschaltet.

Nur noch bis zum 1. Juli 2023 werden neue Maestro-Karten ausgegeben, danach ist Schluss. Das hat Mastercard nun offiziell angekündigt und damit entsprechende Medienberichte bestätigt. In manchen Fällen könnten Banken sogar schon früher beginnen, ihre Kunden mit neuen Karten auszustatten, erklärt Mastercard-Managerin Valerie Nowak auf der Website des Unternehmens. "Aber auf jeden Fall werden in Europa ab diesem Datum keine neuen Maestro-Karten mehr ausgegeben." Auch in anderen Teilen der Welt dürfte der Schritt folgen.

Damit verschwindet eine Marke, die das Aufkommen der EC-Kartenzahlung maßgeblich geprägt hat. Seit Anfang der 90er Jahre hat Mastercard Maestro-Karten ausgegeben, aktuell sind laut Unternehmen europaweit 400 Millionen Exemplare in Umlauf. In Deutschland ist Maestro in der Regel als Cobranding auf der Girocard (früher EC-Karte) integriert.

Die 100 Millionen Girokarten der Deutschen sind entweder mit Mastercards Maestro-Funktion oder mit V-Pay, dem Pendant von Konkurrent Visa, ausgestattet. Über das Maestro-System läuft die Kartenzahlung und das Geldabheben im Ausland, während beim Einsatz der Karte in Deutschland das Girocard-System der deutschen Banken und Sparkassen die Zahlung abwickelt. 

Das Online-Shopping killt Maestro

Der größte Nachteil der Maestro-Karte ist, dass man mit ihr in der Regel nicht beim Online-Shopping bezahlen kann, dafür ist sie technisch nicht ausgelegt. Daher besitzen viele Kunden neben der Girokarte noch eine Kreditkarte oder Debitkarte mit Kreditkartenfunktion. Auch digitale Bezahldienste wie Apple Pay oder Google Pay funktionieren nicht mit Girokarte, sondern mit Kredit- beziehungsweise Debitkarten.

Der Trend zum E-Commerce ist auch der Grund, warum Mastercard Maestro in den Ruhestand schickt. Kunden sollen als Ersatz von ihren Geldinstituten eine neue Mastercard-Debitkarte bekommen. "Diese wird, genauso wie Ihre Maestro-Karte, mit Ihrem aktuellen Konto verknüpft sein und auch genauso funktionieren – nur mit deutlich mehr Funktionalitäten, um Ihr Einkaufs- und Reiseerlebnis problemlos zu gestalten", verspricht Mastercard-Managerin Nowak. Für die Zahlungsabwicklung im Ausland sorgt dann im Hintergrund nicht mehr Maestro, sondern Mastercard direkt. 

Verbraucher müssen erstmal nicht aktiv werden. Wer eine Maestro-Karte hat, kann diese zunächst weiternutzen und wird irgendwann von der Bank eine Debitkarte als Ersatz bekommen. Das kann auch erst nach 2023 passieren, da alte Karten bis zum angegeben Ablaufdatum gültig bleiben sollen. Allerdings kann es passieren, dass manche Händler in der Übergangsphase schon kein Maestro mehr akzeptieren, wenn ihnen die Nutzerzahlen zu klein werden.

Ob Mastercard-Konkurrent Visa auch ein Aus von V-Pay plant, ist nicht bekannt. Allerdings hat sich die Nutzung in den letzten Jahren generell von der Girocard hin zur Kreditkarte, mit der anders als in den USA meistens eine Debitkarte gemeint ist, verschoben. Einige Banken wie die DKB machen bereits jetzt die Debitkarte zum Standard für ihre Kunden. Mit dieser lässt sich sowohl Geldabheben als auch online und im Laden bezahlen. Verbraucherschützer warnen allerdings, dass manch kleiner Händler Kredit- und Debitkarten nicht oder erst ab einem bestimmten Betrag akzeptiere, da die Gebühren für ihn höher sind können als bei der Girocard.


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