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Gründe für Verschuldung Handyvertrag, Shopping, Kredite - wie Deutschland in die roten Zahlen rutscht

Schulden in Deutschland
Schulden in Deutschland: Junge Menschen verschulden sich durch teure Handyrechnungen und Shopping auf Pump.
© urbazon / Getty Images
Junge Menschen haben Schulden bei Telekommunikationsfirmen, Senioren bei Banken: Wie das Statistische Bundesamt berichtet, gibt es starke Unterschiede bei der Verschuldung. Die Jugend lebt auf Pump, bei den älteren Verschuldeten sind es eher Schicksalsschläge.

Wenn junge Menschen unter 25 Jahren in die roten Zahlen rutschen, ist ihr teurer Lebensstil meist der Grund. Wie das Statistische Bundesamt in einer Untersuchung, die auf den Angaben von 559 der insgesamt rund 1450 Schuldnerberatungsstellen in Deutschland beruht, zeigt, ist "eine unwirtschaftliche Haushaltsführung" der Hauptgrund, warum junge Menschen bei der Schuldnerberatungsstelle Hilfe suchen. Jeder Vierte gab an, dass dies der Hauptauslöser für die Verschuldung sei. Wer es mit der Selbstständigkeit versucht hat und dann scheiterte, rutscht deutlich weniger in Schulden - nur 1,9 Prozent der unter 25-Jährigen gaben diesen Grund an. Arbeitslosigkeit (19,1 Prozent) und Erkrankung, Sucht oder Unfall (10,9 Prozent) waren weitere Auslöser für eine Überschuldung.

Das Statistische Bundesamt hat die Gründe von Überschuldung bei Jung und Alt verglichen. Die Auswertung zeigt: Je nach Lebensalter spielen andere Faktoren eine Rolle bei der Verschuldung. Bei der Jugend sind es vor allem Konsumschulden: Versandhandel, Telekommunikationsfirmen und Händler stehen bei den jungen Leuten ganz oben auf der Liste der Gläubiger. Die ältere Generation hingegen kämpft mit anderen Problemen. 

Schulden in Deutschland

Ursache für eine Überschuldung sind nicht in erster Linie Konsumausgaben, sondern Schicksalsschläge wie Erkrankung, Sucht oder Unfall  (15,3 Prozent) sowie Trennung, Scheidung oder Tod des Partners oder der Partnerin  (14,4 Prozent). Insgesamt steht die ältere Generation vor allem bei Kreditinstituten in der Kreide. 62,9 Prozent der älteren Schuldner gaben Banken als häufigste Gläubiger an. Doch auch öffentliche Gläubiger wie Finanzämter (38,5 Prozent) stehen weit oben auf der Liste. Erst dahinter folgen Telekommunikationsunternehmen, also Internet- und Smartphonevertragsfirmen (25,3 Prozent). 

Handyverträge, die man sich kaum leisten kann, sind für die jüngeren Befragten das größte Problem: 64,9 Prozent gaben an, bei Telekommunikationsfirmen Schulden angehäuft zu haben. Und das nicht zu knapp: Die durchschnittliche Schuldenhöhe der jüngeren Generation bei Telekommunikationsanbietern betrug 1573 Euro. Dies entsprach gut einem Sechstel der gesamten durchschnittlichen Schuldenhöhe von 8849 Euro. Diesem Schuldenbetrag stand den unter 25-Jährigen zu Beratungsbeginn ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 777 Euro pro Person gegenüber. Unter der Annahme, dass alle Einkünfte ausschließlich zur Schuldentilgung eingesetzt werden, bräuchten junge Menschen etwas mehr als zwei Monate um Telefonanbieter auszuzahlen, oder knapp ein Jahr zur Begleichung ihrer gesamten Schulden. 

kg

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