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Vermögensreport Deutschlands Ultrareiche: Der 100-Millionen-Dollar-Club wächst

Reiche Senioren
Die Vermögen wachsen - vor allem bei denen, die eh schon viel haben
© gilaxia / Getty Images
Die Superreichen sind im Corona-Jahr nochmal deutlich reicher geworden. In Deutschland gibt es laut einer Studie jetzt fast 3000 Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Das wirft Verteilungsfragen auf.

Wer trägt die Kosten der Coronakrise? Wer zahlt für den Umbau der Wirtschaft in Richtung Klimaneutralität? Wer stopft die enormen Löcher in der Rentenkasse? Große Fragen, auf die die Parteien im Bundestagswahlkampf Antworten liefern müssen. Höhere Steuern für Vermögende und Gutverdiener gehören daher definitiv zu den Wahlkampfthemen.

Wer dafür ist, dass Reiche stärker belastet werden, der findet im neuen Vermögensreport der Boston Consultung Group (BCG) ordentlich Futter. Der "Global Wealth Report" der Unternehmensberatung zeigt: Während Staaten weltweit vor großen finanziellen Herausforderungen stehen, geht es seinen reichsten Bürgern blendend. Das gilt insbesondere auch für Deutschland. Die privaten Finanzvermögen sind hierzulande demnach innerhalb eines Jahres um rund sechs Prozent gestiegen - auf nun rund 9 Billionen Dollar. Insgesamt 542.000 Dollar-Millionäre zählen die Studienautoren in Deutschland - das sind 35.000 mehr als vor einem Jahr-, wobei ein Dollar aktuell 0,82 Euro entspricht. 

Deutschland - Land der Ultrareichen

Noch spannender ist der Blick auf die absolute Vermögensspitze. Denn gesondert erfasst werden im Report auch die "Ultra High Net Worth Individuals" – Ultrareiche mit einem Vermögen von umgerechnet mehr als 100 Millionen Dollar. Auch die Zahl dieser besonders Vermögenden ist in Deutschland gestiegen: Der Club der Ultrareichen umfasst nun 2900 Personen, 170 mehr als vor einem Jahr.

Deutschland ist damit weltweit das Land mit den drittmeisten Ultrareichen. Nur in den USA (20.600 Ultrareiche) und in China (7800 Ultrareiche) gibt es noch mehr extrem Begüterte. Weltweit wuchs die Zahl der Ultrareichen im Jahr 2020 um 6000 Köpfe auf rund 60.000 Personen.

Vor allem die steigenden Börsenkurse sorgten dafür, dass die privaten Finanzvermögen weltweit um acht Prozent auf den neuen Rekordwert von 250 Billionen Dollar stiegen. Zu den Finanzvermögen zählen Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Pensionen und Lebensversicherungen. Weitere 235 Billionen stecken in Sachwerten wie Immobilien und Gold. 

Ererbte Millionen

Die Deutschen stecken ihr Geld dabei besonders gerne in Immobilien. "Traditionell investieren die Deutschen lieber in Immobilien als in Wertpapiere, das zeigt die Sachwertquote von knapp 60 Prozent deutlich", analysiert Studienautorin Anna Zakrzewski. Zudem hätten die Deutschen in der Krise überdurchschnittlich viel gespart und sich beim Konsum zurückgehalten.

In Verteilungsfragen finden nicht nur Befürworter einer Vermögenssteuer, sondern auch die Anhänger einer höheren Erbschaftssteuer in der Studie Argumente: Während zwei Drittel der Ultrareichen aus den USA ihr Vermögen selbst erarbeitet haben, wurde fast die Hälfte des Vermögens der europäischen Ultrareichen durch Erbe erlangt.

Quellen: DPA / Boston Consulting Group (Report)


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