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"Die Stunde Null" Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer zum Corona-Management: "Fehler muss man schnell korrigieren"

Heinrich von Pierer
Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer
© Jörg Carstensen / DPA
Als Siemens-Chef musste Heinrich von Pierer schwierige Entscheidungen treffen. Im Podcast plädiert er für mehr Verständnis für die Politiker in der Corona-Krise. Allerdings müssten Fehler rasch behoben werden.
Von Verena Mayer

Der ehemalige Chef von Siemens, Heinrich von Pierer, wirbt um mehr Verständnis für die Politiker in der Pandemie – denn er stand nicht nur von 1992 bis 2005 an der Spitze von Siemens, sondern saß auch 18 Jahre im Stadtrat von Erlangen. "Diese Entscheidungsprozesse sind immer ähnlich. Sie brauchen immer Mehrheiten. Sie haben immer Leute, die Sie nur schwer überzeugen können", sagte von Pierer im Podcast "Die Stunde Null"

"Es ist derzeit nicht einfach, die richtige Entscheidung zu treffen. Das Virus richtet sich halt nicht danach, wenn Leute sagen: Das muss zu Ende sein. Da muss man mehr Verständnis haben, das würde manchen ganz guttun." Kritik an Politikern, vor allem in Talkshows, führe oft dazu, dass man "ihnen am Zeug flickt, wo immer es geht. Das ist in der Wirtschaft in der Form nicht der Fall".

Fehler müsse man allerdings "schnell korrigieren", sagte von Pierer. "Das habe ich auch machen müssen. Aber man muss dann aufpassen, dass man seine Autorität bewahrt." Er erzählte von einer Erfahrung, wie er nach gut einem Jahr ein Werk in England wieder schließen musste, "weil es gar keine Produkte gegeben hat, die man dort hätte produzieren können". 

Von Pierer war bis 2005 Siemens-Chef, danach rückte er an die Spitze des Aufsichtsrates, bis er im Zuge der Korruptionsaffäre zurücktreten musste. In seinem neuen Buch ("Die Kunst des Machbaren") berichtet er in zahlreiche Anekdoten über seinen Weg an die Spitze, Verhandlungen in China oder Malaysia oder die Diskussionen um den "Shareholder Value". Oft kam ihm bei seiner Karriere der Zufall zu Hilfe, aber er bekam auch früh Tipps wie "In der Sonne bräunt's sich besser" – ein Rat, von Erlangen in die Zentrale nach München zu wechseln. Ein Vorgesetzter gab ihm zudem mal den Rat, dass man als Chef immer "ein Klima zaubern" müsse.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie Heinrich von Pierer mit dem chinesischen Staatspräsidenten Jiang Zemin über Hegel reden musste
  • Wie er es auch als CEO schaffte, regelmäßig Tennisturniere zu spielen 
  • Wie er 3000 Mitarbeiter nach der iranischen Revolution von Baustellen zurückholte

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