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Tiernahrung: Stiftung Warentest prüft Hundefutter: Billig-Marken aus dem Supermarkt sind top

Hundehalter werfen das Geld zum Fenster raus. Im Test zeigte sich, dass billige Handelsmarken weit besseres Hundefutter anbieten als Edelmarken, die den zehnfachen Preis verlangen.

Hundefutter im Test

In die Schüssel muss kein teures Futter, auch sehr günstige Produkte sichern eine gute Ernährung.

Getty Images

Beim Hundefutter gehen die Meinungen auseinander. Die einen schwören auf selbstangerührte Mischungen, viele greifen zum Trockenfutter – die einfachste Methode – doch sehr viele nutzen sogenannte Nassfutter, also einen feuchten Futtermix aus der Dose. 2017 wurden in Deutschland fast eine halbe Milliarde Euro für Hunde-Nassfutter ausgegeben. Die Warentester haben nun 26 klassische Nassfutter geprüft, dazu kamen fünf sogenannte Barf-Menüs. Sie werden nicht in der Dose, sondern tiefgekühlt vertrieben.

Der Vorteil all dieser Fertigmischungen: Der Hundehalter muss sich nicht um den richtigen Mix an Inhaltsstoffen kümmern, die Hersteller versprechen: "In unserer Packung ist alles drin, was ein Hund benötigt!" Alle 31 Produkte im Test sind dann auch Alleinfuttermittel. Dieses Versprechen prüfen die Warentester anhand eines "Musterhundes". Der wiegt 15 Kilogramm und soll 724 Kalorien am Tag zu sich nehmen und dabei mit allen wichtigen Stoffen versorgt werden.

Überraschung Nummer Eins: Das Dosenfutter schlägt die tiefgekühlten und teuren Barf-Mischungen. Sie sind meist mit Keimen belastet, das Dosenfutter hingegen wird bei der Verarbeitung erhitzt – hier spielen Keime keine Rolle. Wenn schon barfen, dann empfehlen die Warentester frisches Fleisch. Sie haben Sorge, dass die Kühlkette bei den Fertigprodukten einmal unterbrochen sein könnte, denn für das Hundefutter gelten die strengen Richtlinien nicht, denen menschliche Nahrungsmittel unterworfen werden.

Hundefutter der Handelsmarken schneidet sehr gut ab

Überraschung Nummer Zwei: Im Markt von Hundefutter wimmelt es nur so von Premium- und Extra-Premium-Marken, doch ganz vorne im Test liegen die Handelsmarken. Mit der Note "sehr gut" schnitten die Eigenmarken von Edeka, Lidl, Aldi Süd, Netto Marken-Discount und Penny ab. Die Zeitschrift schreibt: "Sie liefern den optimalen Nährstoffmix und empfehlen meist passende Futtermengen für verschiedene Gewichtsklassen." Die Testsieger finden Sie in der Fotostrecke oben.

Ein Hund von 15 Kilogramm soll etwa 850 Gramm Futter bekommen, das entspricht einer großen Standarddose. Diese Menge kostet beim Testsieger 59 Cent. Greift man zur Edeldose, kann man aber auch über 4 Euro für diese Menge ausgeben – für ein schlechteres Produkt. Ein Barf-Mix schnitt mit einem schwachen Ausreichend ab und kostet sogar 5,93 Euro pro Portion. Das sind 180 Euro im Monat und damit zehnmal so teuer wie der Testsieger.

Ausgewogene Ernährung besonders wichtig

Beim Versprechen ausgewogener Ernährung hapert es bei neun Produkten, auch sämtliche Barf-Menüs aus dem Test garantieren keine ausgewogene Ernährung. Das ist ein schwerer Mangel. Da ein Hund meist immer die gleiche Futtersorte bekommt, manchmal sogar über Jahre hinweg, machen sich Mängel in der Zusammensetzung der Mahlzeit viel stärker bemerkbar als beim Menschen, der immer unterschiedliche Mahlzeiten zu sich nimmt.

Hier rächt es sich auch, wenn einzelne Hersteller "bewusst" auf das Zusetzen von Vitamin und Mineralien verzichten – das ist zwar natürlich, aber auch dann stimmt der Inhalts-Mix nicht. Fehlen Kalzium und Phosphor sind langfristig Knochenschäden die Folge. Zu wenig Vitamin A führt zu Augenschäden. Ein Mangel an Vitamin B führt zu nervösen Störungen.

Erstaunlicherweise stimmen auch die Mengenangaben auf vielen Packungen nicht. Die Warentester kritisieren, dass die empfohlene Futtermenge direkt mit dem Körpergewicht steigt. Tatsächlich benötigt ein doppelt so schwerer Hund nicht doppelt so viel Futter.

Eine gute Nachricht wurde im Labor gefunden. Auch günstiges Futter enthält wertige Zutaten. Minderwertige Schlachtabfälle konnten die Tester nicht entdecken.

Den ganzen Test mit ausführlichen Tipps zum Selber-Barfen können Sie gegen Gebühr hier lesen.

Kra