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Ifo-Chef zur Schuldenkrise: "Gebt den Griechen die Drachme wieder!"

Ifo-Chef Hans-Werner Simm plädiert für eine Rückkehr Griechenlands zur Drachme - die Euro-Mitgliedschaft der Griechen sei eine schwere Belastung für das politische System.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn fordert seit langem den Euro-Austritt Griechenlands

Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung fordert seit langem, dass Griechenland zur nationalen Währung, der Drachme, zurückkehren solle.

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hält in der Griechenland-Krise die Wiedereinführung der nationalen Währung Drachme für die beste Lösung. Dies sei auch "der sozial verträglichste Weg", sagte Institutspräsident Hans-Werner Sinn. Als Folge der damit verbundenen Abwertung der Landeswährung zum Euro von schätzungsweise 50 Prozent oder mehr würde sich die griechische Wirtschaft erholen können. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte man Griechenland die Möglichkeit geben, in den Euroverbund
zurückzukehren, fügte Sinn hinzu.

Der Professor erinnerte daran, dass die Schulden Griechenlands in den vergangenen fünf Jahren von 48 Milliarden auf heute 330 Milliarden Euro gestiegen seien. "Das Experiment ist gemacht worden, und es ist gescheitert", sagte Sinn. Die Arbeitslosigkeit sei im selben Zeitraum von 11 auf 26 Prozent gestiegen. "Man findet keine besonderen Gründen, um das fortzusetzen."

"Gute Ausgangsposition" nach Euro-Austritt

Für Deutschland betrage der maximale Ausfall 87 Milliarden Euro, unabhängig davon, ob Griechenland den Euro behalte oder nicht. Bei einem Austritt aus der Eurozone habe Griechenland "eine gute Ausgangsposition". Denn 110 bis 115 Milliarden Euro, die sich die griechische Zentralbank über ELA-Notkredite selbst geschaffen habe,
blieben dann in der Hand griechischer Banken oder Privatleute. "Wenn
Griechenland austritt, kommt man an dieses Geld nicht mehr heran",
sagte Sinn. Die Abkürzung ELA steht für den englischen Begriff Emergency
Liquidity Assistance. Es handelt sich um Notkredite, die von den
nationalen Notenbanken eigentlich nur an solvente Banken vergeben
werden dürfen, wenn diese kurzfristig keine Möglichkeit zur
Finanzierung über den Markt haben.

las/DPA