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Wohnkosten Die Mieten steigen wieder – in diesen Städten wird es besonders teuer

Die Mieten in den Metropolen steigen wieder
Die Mieten in den Metropolen steigen wieder
© Rossella De Berti / Getty Images
Zweieinhalb Jahre stagnierten die Mieten in Deutschland – jetzt ist die Verschnaufpause am Mietmarkt vorbei. Aktuelle Zahlen zeigen, wo es wieder teurer wird.

Zuletzt waren es vor allem die Eigentumspreise, die durch die Decke gingen. Nun wird auch das Wohnen für Mieter in Deutschland wieder teurer. Darauf deutet eine aktuelle Auswertung des Hamburger Immobilienspezialisten F+B hin, der kontinuierlich Mieten und Kaufpreise beobachtet.

Demnach stiegen die durchschnittlichen Neuvertragsmieten im zweiten Quartal erstmals seit längerer Zeit wieder stärker als die Immobilienpreise. In dem Drei-Monatszeitraum wurden Mietwohnungen 1,1 Prozent teurer angeboten als im Vorquartal. Zuvor waren die Preise für Neuvermietungen leicht rückläufig oder konstant gewesen – wenn auch vielerorts auf hohem Niveau. "Die nunmehr zweieinhalbjährige Stagnationsphase bei den Neuvertragsmieten ist offenbar beendet", schreibt F+B. 

Teure Metropolen werden teurer

Allerdings wird es (noch) nicht überall teurer. Immerhin in 12 der 50 teuersten Städte wurden Wohnungen günstiger angeboten als im Vorquartal. Bei der letzten Auswertung vor drei Monaten hatte das aber noch für 17 Städte gegolten. F+B spricht daher von einer Trendumkehr.

Am meisten müssen Mieter nach wie vor in München zahlen. Obwohl die bayerische Metropole ohnehin schon das teuerste Pflaster der Republik ist, legten die Neuvertragsmieten dort nochmal um 1,9 Prozent zu. Eine zehn Jahre alte 75-Quadratmeter große Standardwohnung kostet in München im Schnitt 1245 Euro Kaltmiete.

Auch in allen anderen Top-7-Metropolen stiegen die Marktmieten im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal an. Am stärksten war dies in Frankfurt mit plus 3 Prozent der Fall, am geringsten in Hamburg mit plus 0,6 Prozent. Dazwischen sortieren sich Düsseldorf, Berlin, Stuttgart und Köln ein (siehe Tabelle).

Tabelle: Neuvertragskaltmieten je Quadratmeter in den Top-7-Metropolen*

Stadt

Marktmiete Q2 2021

ggü. Vorquartal

ggü. Vorjahr

München

16,60 Euro

+1,9%

+1,9%

Frankfurt

12,10 Euro

+3,0%

+1,8%

Stuttgart

11,90 Euro

+0,9%

-1,2%

Hamburg

10,70 Euro

+0,6%

-0,5%

Köln

10,40 Euro

+0,7%

+2,1%

Düsseldorf

10,40 Euro

+1,6%

+1,0%

Berlin

8,40 Euro

+1,2%

-1,7%

*Preis einer 75-Quadratmeter-Standardwohnung: Quelle: F+B

Sonderfall Berlin

In Berlin ziehen die Neuvertragsmieten nach dem Wegbrechen des Mietendeckels ebenfalls langsam wieder an. Im zweiten Quartal stiegen sie um 1,2 Prozent gegenüber Vorquartal, liegen damit aber noch unter dem Niveau von vor einem Jahr, als der Mietendeckel noch in Kraft war. Noch ist der Quadratmeterpreis von 8,40 Euro mit Abstand der niedrigste im Metropolenvergleich und nur halb so hoch wie in München.

Perspektivisch erwartet F+B für die Hauptstadt aber weitere Steigerungen nach der Bundestagswahl und der gleichzeitig stattfindenden Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Noch agierten gewerbliche Großvermieter und wohnungswirtschaftliche Verbände zurückhaltend, um "im Vorfeld der Wahlen keine Verschärfung der mietrechtlichen Regulierungen zu provozieren", schreiben die Immobilienexperten. Sofern keine neuen gesetzlichen Mietregulierungen eingeführt werden, dürften die Mieten in der Hauptstadt aber weiter steigen.

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