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Kuppelhaus in Norwegen: Diese Norweger haben ihr Traumhaus unter eine Käseglocke gestellt

Natürliche Baustoffe, gesundes Raumklima und gute Wärmedämmung passen doch zusammen. Die Energiewende der Hjertefølger ermöglicht ein Klima wie am Mittelmeer auch am Polarkreis.

Auch in den langen Wintern bietet das Haus ein kuscheliges Klima.

Auch in den langen Wintern bietet das Haus ein kuscheliges Klima.

Deutschland will den Energieverbrauch der Häuser durch immer mehr Dämmung und dem Einsatz luftdichter Folien in den Griff bekommen. Die Firma Solardome geht einen ganz anderen Weg: Sie isoliert jedes Haus in jedem beliebigen Baustil, indem einfach eine Art riesiger Käseglocke – der Solardome - über das Gebäude gestülpt wird.

Kuschelig warm am Polarkreis

Seit 2013 gibt es ein bewohntes Musterhaus in Norwegen. Die Familie Hjertefølger lebt auf der Sandhornøya-Insel im Norden Norwegens. Das Eiland liegt in etwa auf dem halben Weg zwischen Trondheim und Hammerfest – eine wirklich entlegene Insel mit rauem . Dort wollten die Hjertefølger ihre Vision eines nachhaltigen Lebens verwirklichen.

Die Hjertefølger leben in einer kleinen Siedlung.

Die Hjertefølger leben in einer kleinen Siedlung.

Weil der Solardome das Wohnhaus schützt, konnte es komplett aus natürlichem und historisch bewährtem Material gebaut werden. Die Hjertefølger haben das dreistöckige Haus aus Holz, Steinen, Lehm und anderem organischen Material errichtet. Folie, Kleber und Platten aus Polystyrol-Hartschaum mussten sie nicht benutzen. Die Familie ist dem ökologischen Leben sehr verpflichtet – selbst ihr Name wurde entsprechend ihrer Mission ausgewählt. Hjertefølger bedeutet 'die, die ihrem Herzen folgen'.

Geschützter Gartenbereich

Über das Gebäude erhebt sich eine Kuppel in Höhe von etwa 7,5 Metern. Der Solardome bedeckt so fast 180 Quadratmeter Boden, viel mehr als die Standfläche des Gebäudes. Zusätzlich zum Haus erhielt die Familie so einen geschützten Garten-  und Außenbereich. Angesichts der langen Winter und des kalten Klimas ist das ein großer Vorteil. Die am Polarkreis lebenden Kinder können so im "Freien" spielen, als seien sie in Italien. Außerdem wachsen Äpfel, Tomaten und anderes Gemüse in der Schutzzone.

Viel Mühe wurde auf das Speichern des Wassers und die Bewässerung der Pflanzen verwandt.

Viel Mühe wurde auf das Speichern des Wassers und die Bewässerung der Pflanzen verwandt.

Der Dome ist eine Mischung aus Sommergarten und Gewächshaus. Die stabile Kuppelform trotzt Stürmen und Schnee. "Wir lieben das Haus, es hat eine eigene Seele und eine starke Persönlichkeit. Wir haben uns auch selbst neu erfunden, als wir das Haus gebaut haben. Es hat uns verändert", schreibt Ingrid Hjertefølger auf ihrem Blog.

Bau in reiner Eigenleistung

"Wenn wir unser Haus betreten, fühlt sich das anders an, als wenn wir ein anderes Gebäude betreten. Die Atmosphäre ist einzigartig. Es ist so ruhig, ich kann die Stille fast hören. Das ist schwer zu beschrieben. Es wäre unmöglich, dieses Gefühl in einem Haus zu erleben, das ein Fremder für uns gebaut hätte. Ein Haus mit geraden Linien und rechten Winkeln."

Das Haus wurde mit Hilfe von Freunden und Nachbarn komplett in zwei Jahren Eigenarbeit errichtet.

Das Haus wurde mit Hilfe von Freunden und Nachbarn komplett in zwei Jahren Eigenarbeit errichtet.

Der Dome wurde nicht selbstgemacht, er wurde vor Ort nur montiert. Der Bausatz kommt aus Großbritannien. Bei der Form handelt sich um eine sogenannte Geodätische Kuppel, die aus Dreieckssegmenten aufgebaut wird. Die Firma stellt diese Kuppeln in verschiedenen Größen her – angefangen von kleinen Gewächshäusern bis hin zu individuellen Modellen wie sie Familie Hjertefølger benutzt. Für die Massanfertigung in dieser Größe gibt es keine Preisangabe – doch dürfte der Preis bei etwa 100.000 Euro liegen.