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1-Euro-Aktion Jedes Haus nur einen Euro: Dorf in Sardinien verscherbelt Immobilien

Häuser für einen Euro
Im italienischen Ollolai auf Sardienen werden 200 Häuser für einen Euro verkauft
© Udo Bernhart/ / Picture Alliance
Hausbesitzer für einen Euro: In Ollolai auf Sardinien kommen 200 Häuser für einen Euro unter den Hammer. Allerdings hat der Immobiliendeal einen Haken.

Einmal eine Immobilie besitzen: Wie wäre es mit einem eigenen Haus auf der italienischen Insel Sardinien? Dort sucht die kleine Gemeine Ollolai in der Region Barbagia nach neuen Bewohnern - und verkauft die Immobilien zum absoluten Kampfpreis. Wer einen Euro zahlt, kann sich Hausbesitzer nennen. Ein unschlagbares Angebot? Nicht ganz.

Denn es kommen einige Pflichten auf den neuen Besitzer zu, die im Kleingedruckten des Kaufvertrags stehen. So muss er das erstandene Haus innerhalb von drei Jahren sanieren. Denn die Häuser, die verkauft werden, stehen zum Teil schon seit Jahren leer - und haben bereits angefangen, zu verfallen. Laut der "Daily Mail" beziffern sich die Renovierungskosten auf 30.000 Euro.

Dorf schrumpft - also müssen neue Einwohner her

Ollolai kämpft, wie viele kleine Dörfer in abgelegenen Regionen, mit dem Einwohnerschwund. Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Zahl halbiert, berichtet die italienische Seite "The Local". Inzwischen leben nur noch 1300 Menschen dort - dabei handelt es sich vor allem um Menschen im mittleren Alter ohne Kinder. Um diesen Effekt aufzuhalten, rief der Bürgermeister die 1-Euro-Aktion aus. "Es ist ein Kreuzzug, um unsere einzigartige Tradition davor zu bewahren, in Vergessenheit zu geraten", sagte Efisio Arbau zu "CNN". "In der Vergangenheit war Stolz unsere Stärke. Wir waren schon immer hart im nehmen und werden nicht zulassen, dass unsere Stadt stirbt."

Das Angebot besteht seit 2015. Bis Ende 2017 haben 120 Käufer aus Russland, Polen, Australien und den USA bei dem Schnäppchenangebot zugeschlagen. Nun startet das Dorf eine zweite Welle beim Verkauf, berichtet "CNN". Bis zum 7. Februar haben Interessierte die Möglichkeit, sich zu melden. Allerdings sind diesmal mehr Interessierte als Häuser in der Ziehung. Doch selbst wenn es nicht mit dem Haus in Ollolai klappt -  es gibt noch viele weitere Dörfer in Italien, die mit der 1-Euro-Masche neue Bewohner locken wollen.

kg

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