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Highlight des Immobilienmarktes: Mini-Appartement lockt mit "Innenbalkon"

Endlich muss man nicht mehr ins Freie, um seinen Balkon zu genießen. Ein Appartement in Freiburg hat den Balkon ins Zimmer verlegt. Für frische Luft sorgt eine Luke.

Balkon-Vergnügen wie noch nie bietet diese Wohnung in Freiburg.

Balkon-Vergnügen wie noch nie bietet diese Wohnung in Freiburg.

Eine kleine Wohnung wird durch einen Balkon gleich sehr viel großzügiger. In Freiburg wird derzeit ein Appartement mit einem besonderen architektonischen Highlight angeboten. Die Wohnung verfügt über einen "Innenbalkon". Fotos beweisen, es handelt sich um keinen Vertipper der Anzeige, der Balkon liegt tatsächlich in der Wohnung.

Der Look einer Glaskabine

An sich schon ein Unding: Denn ein Balkon wird erst zum Balkon, weil er aus der Wand hervorragt. Das Wort leitet sich letztlich von den "Balken" ab, mit denen die Platte abgestützt wird. Am ehesten könnte es noch eine Loggia sein. Das ist ein Raum, der zumindest an einer Seite nach außen offen ist.

Das Ganze sieht jedoch wie eine Glaskabine aus. Als hätte dort jemand Kleintiere gehalten, oder eine Raucherkabine eingerichtet, in der ein Bewohner ungestört schmauchen durfte, ohne die Wohnung zu verpesten.

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Wer könnte bei diesem wunderschönen Traumgarten widerstehen? Aber wo ist eigentlich das zugehörige Haus? Muss man das etwa selbst bauen?

Wer könnte bei diesem wunderschönen Traumgarten widerstehen? Aber wo ist eigentlich das zugehörige Haus? Muss man das etwa selbst bauen?

Besser als ein herkömmlicher Balkon

Die fremdartige Installation wird jetzt allerdings mutig als "schöner Aufenthaltsort an heißen Sommertagen" angepriesen. Die Vermieterin meint, ein "Balkon" in der Wohnung habe einige Vorzüge: Man könne darin sitzen und die lauen Sommerabende im Schatten genießen, darauf seine Wäsche trocknen und frische Luft schnappen. Wir ergänzen: Auf diesem Balkon kann man sich ungestört bewegen, das dicke Mauerwerk schützt zuverlässig vor den Blicken neugieriger Nachbarn.

Doch für ein Sonnenbad dürfte durch die kleine Außenöffnung, die man eher als Sichtluke bezeichnen könnte, zu wenig Licht hineinfallen. Für einen erquickenden Schnaufer dürfte die Frischluftzufuhr sicher ausreichen.

Leider muss die Fläche der Kabine von der Wohnungsfläche von nur 27 Quadratmetern wohl abgezogen werden. Im größten Teil des Jahres dürfte es in der Kabine zudem recht ungemütlich werden. Denn die Anlage verfügt über kein echtes Fenster, das sich schließen ließe. Dort befindet sich lediglich ein Loch in der Wand.

Im Winter wird es frisch

Trotz des verbauten Doppelglases dürfte die Restwohnung im Winter tüchtig auskühlen. Glücklicherweise gehört auch noch eine Tiefgarage zu der Wohnung, dort kann man sich dann aufwärmen. Immerhin ist die Wohnung günstig, sie kostet 380 Euro, kalt. Dazu kommen Nebenkosten in Höhe von 105 Euro. Die Gesamtmiete beträgt also 485 Euro - darin ist sogar die Tiefgarage enthalten.

Tatsächlich wirft die Konstruktion einige Fragen auf. Das fehlende Fenster beweist, dass der Kasten nicht nachträglich in eine Wohnung eingebaut wurde. Auch stammen Glas und Rahmen aus der Zeit, in der die übrige Wohnung gebaut wurde. Es könnte durchaus sein, dass ein ursprünglich vorhandener Balkon später mit Mauern umschlossen wurde. Aus welchem Grund auch immer.

Korrektur: Der Balkon wurde nicht nachträglich ummauert, ein Leser schreibt uns: 

"Im Artikel steht, dass es denkbar wäre, dass ein vorhandener Balkon nachträglich mit Mauerwerk umgeben worden sein könnte.

Dem ist nicht so. Ich habe die Wohnung sofort wiedererkannt, denn ich habe (bei gleichem Grundriss) in der Wohnung darüber gewohnt, ebenfalls mit Innenbalkon."

Kra
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